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Tönisvorst
Erdbeben treffen die Ärmsten der Armen

Tönisvorst. Zwei Mitarbeiterinnen von Action Medeor berichten über ihre Arbeit für die Notfallhilfe in den Erdbebengebieten Nepal und Haiti. Von Heribert Brinkmann

Ein schweres Erdbeben erschüttert am 25. April Nepal, fünf Jahre zuvor wurde die Karibikinsel Haiti am 12. Januar 2010 durch ein Erdbeben verwüstet. In beiden Fällen sind Tausende Tote und Verletzte zu beklagen, Hunderttausende wurden obdachlos oder hatten keine Lebensmittel, keinen Strom, kein Wasser. Mit Haiti und Nepal sind ärmste Länder betroffen, Action Medeor hat umfangreiche Hilfsmaßnahmen gestartet.

Miriam Speh und Katharina Wilkin sind zwei Mitarbeiterinnen von Acition Medeor, die in die betroffene Region reisten und die Hilfsmaßnahmen vor Ort koordinierten. Jetzt berichteten sie in einem Vortrag in der Verwaltung in Vorst vor Unterstützern und Fördermitgliedern. Miriam Speh, war zweieinhalb Jahre auf Haiti. Ein wichtiger Teil der Notfallhilfe ist die Zusammenarbeit mit örtlichen Partnern, die mit der Situation vertraut sind und die angestoßenen Projekte weiterführen. Speh stellte drei größere Projekte vor. In Cerca-Carvajal wurden eine Grundschule und ein Kindergarten wieder aufgebaut, im Mehrzweckraum wurden auch Sprechstunden von freiwilligen Zahnärzten abgehalten. Entzündungen der Zähne sind in dieser Region der größte Grund für Fehltage. In Lamardelle wurde ein Gesundheitsdienst aufgebaut. Zahlreiche stark unterernährte Kinder konnten aufgepäppelt werden. In Montrouis ging es vor allem um die Ernährung. Gemeinsam mit den Partnern vor Ort wurde ein Gemüsegarten angelegt und gemeinsam gekocht. Die Bauern auf dem Land erhielten Familienlatrinen mit einer Handwaschgelegenheit. Auch fünf Jahre nach dem Erdbeben hat sich die Lage auf der Karibikinsel nicht entspannt. Der Nachbar Dominikanische Republik droht zudem, etliche illegale Arbeiter von Haiti in die Heimat abzuschieben.

Aus der Karibik ging es ins Himalaya. Katharina Wilkin berichtete aus Nepals Hauptstadt Kathmandu, wo sie zusammen mit zwei Kollegen eine Medikamentenverteilstelle einrichtete. 635 Kartons mit einem Gesamtgewicht von 14 Tonnen mussten per Hand ausgepackt werden. Auch in Nepal gab es einen lokalen Partner, mit dem Action Medeor zusammenarbeitete: die Don Bosco Society Nepal.

Für Norbert Vloet, Leiter der Bildungsarbeit bei Action Medeor, war es beeindruckend, wie nach dem Erdbeben in Nepal sofort mitten in der Nacht von Samstag auf Sonntag eine erste Hilfssendung von 400 kg gepackt wurde und mit den Leuten von I.S.A.R Germany umgehend nach Nepal gebracht wurde.

Katharina Wilkin und ihre Kollegin, die Pharmazeutin Shushan Tedla, konnten aus dem aufgebauten Medikamentenlager 78 Gesundheitsstationen, sieben Krankenhäuser und 40 medizinische Teams beliefern. Die Verteilstelle bleibt noch bis Ende Juni aktiv. Besonders konnten die Tönisvorster den Wiederaufbau der Poliklinik Nuwakot unterstützen. Außerdem unterstützten sie ein Projekt gegen Gewalt gegen Frauen. In Katastrophen und Notfällen werden wegen der vielen Verletzungen Schmerzmittel benötigt, außerdem Verbandszeug. Sehr wichtig sind auch Antibiotika und Mittel gegen Durchfall. Da meistens auch die Wasserversorgung zusammengebrochen ist, werden auch Wasserentkeimungstabletten mitgeschickt. Im Katatstrophenfall werden die Medikamente zollfrei eingeführt, die Flugzeug-Transporte müssen bezahlt werden.

Quelle: RP
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