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Tönisvorst
Farbkleckse statt Soßenflecken

Tönisvorst: Farbkleckse statt Soßenflecken
Nach dem Wasserschaden besichtigten Mitglieder des Wirtschafts- und Liegenschaftsausschusses im November 2014 die damals nicht mehr nutzbare Mensa im Schulzentrum. FOTO: WOLFGANG KAISER
Tönisvorst. Für den Kunstunterricht will die Stadt die ehemalige Mensa im Schulzentrum Corneliusfeld herrichten. Einigen Politikern ist das Risiko zu hoch. In dem Kellerraum gab es bereits mehrfach Probleme mit eindringendem Wasser. Von Stephanie Wickerath

Fast drei Jahre stand er leer, der Kellerraum im Schulzentrum Corneliusfeld, der zunächst ein Lagerraum war, dann zur Mensa umgebaut wurde und wegen eines Wasserschadens und damit verbundener Schimmelbildung im Dezember 2014 gesperrt werden musste. Weil es im Schulzentrum aber Raumnot gibt, hat die Stadt gemeinsam mit den Schulleitungen beschlossen, aus dem 220 Quadratmeter großen Kellerraum mit den bodentiefen Fenstern und dem Atrium davor zwei Kunsträume zu machen.

Das Michael-Ende-Gymnasium würde die Räume gerne nutzen. Der bisherige Kunstraum des Gymnasiums soll der Rupert-Neudeck-Gesamtschule zur Verfügung gestellt werden. Zwei dringend benötigte Klassenräume und ein Differenzierungsraum könnten dort untergebracht werden. Die Politiker im Ausschuss für Wirtschaftsförderung, Stadtmarketing, Gebäudemanagement und Liegenschaften sind jedoch skeptisch. "Ist es sicher, dass keine Keime mehr im Raum sind?", fragt Heinz Michael Horst (SPD), "schließlich ist lange Zeit Schmutzwasser von der Spülmaschine in den Estrich gelaufen und hat Boden und Wände angegriffen."

Auch die Vertreter der Grünen haben Bedenken ob des Vorhabens, wie Roland Gobbers ausführt: "Der Kellerraum stellt schon länger ein Problem dar, auch wegen des von außen eindringenden Regenwassers. Ist es wirklich sinnvoll, nochmal so viel Geld dort zu investieren?" Tatsächlich liegen die Kosten alleine für die Umgestaltung der ehemaligen Mensa bei 118.000 Euro. Für die Umgestaltung des Kunstraums zu Klassenräumen kommen nochmal 36.000 hinzu. "Wir sollten das Geld lieber in einen möglichen Anbau investieren, den wir sowieso früher oder später für das Schulzentrum brauchen", schlägt Horst vor.

Marcus Beyer vom Fachbereich Gebäudemanagement versichert den Politikern, der Raum sei wieder bedenkenlos nutzbar. "Der Estrich ist raus, der Schimmel ist weg, die Raumluft weist keine Keime mehr auf. Es gibt neue Abdichtungen und der neue Boden soll aus Asphalt gegossen werden." Das sei absolut wasserdicht und sehr wiederstandfähig. Allerdings, das gibt auch Beyer zu, könne man nicht ausschließen, dass bei Starkregen Niederschlagswasser von außen eindringe, obwohl es Pumpen gebe, die anspringen, sobald das Grundwasser steigt.

Christian Rütten (CDU) spricht sich deutlich für die Nutzung des Kellerraums aus. "Das Gymnasium hat dem Plan zugestimmt. Es spricht nichts dagegen, die ehemalige Mensa für den Kunstunterricht zu nutzen." Über die hohen Kosten für den Boden könne man nochmal sprechen, aber: "Die Räume werden von den Schulen gebraucht. Wir sollten die Entscheidung für den Umbau nicht zu lange schieben", appelliert Rütten an Ausschussmitglieder. Gegen die Stimmen der SPD-Fraktion und Grünen spricht sich die Mehrheit aus CDU, UWT und FDP schließlich dafür aus, dass das Gymnasium im Keller zwei neue Kunsträume bekommt und die Gesamtschule zwei neuen Klassenräume und einen Differenzierungsraum im bisherigen Kunstraum der Nachbarschule. Das Geld in Höhe von insgesamt 154.000 Euro soll auf Wunsch der Politiker noch in den Haushalt 2018 eingestellt werden. Umgebaut sollen die Räume erst in den Sommerferien 2018.

Am 6. Februar 2018 ist die nächste Sitzung des Ausschusses für Wirtschaftsförderung, Stadtmarketing, Gebäudemanagement und Liegenschaften. Dann soll die Verwaltung auf Antrag der SPD-Fraktion das "Gesamtkonzept Spezialimmobilien" vorlegen, das aufzeigen soll, wie groß die Raumnot in den Schulen und Verwaltungsgebäuden ist und welche Pläne es dafür gibt.

Quelle: RP
 
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