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Tönisvorst
FDP-Bürgerstammtisch ohne große Resonanz

Tönisvorst: FDP-Bürgerstammtisch ohne große Resonanz
Der Tönisvorster FDP-Vorsitzende Marcus Thienenkamp (weißes Hemd) hatte zum Stammtisch ins "Tafelsilber" nach Vorst eingeladen. FOTO: ACHIM HÜSKES
Tönisvorst. Fast 4000 Interessierte haben sich, laut FDP-Vorsitzendem Marcus Thienenkamp, auf "Facebook" zum Antrag der Sekundarschule in eine Gesamtschule umgewandelt zu werden, geäußert. Zum Bürgerstammtisch aber, zu dem die FDP ins Vorster Restaurant "Tafelsilber" eingeladen hatte, kamen lediglich drei Mütter von Sekundarschulkindern sowie die kommissarische Schulleiterin Annette Stephan, der Unterstufenkoordinator Patrick Richter und der Sekundarschullehrer Christian Rütten. Von Stephanie Wickerath

Über die Frage, wie aussagekräftig Meinungskundgebungen im Internet sind, wurde dann aber nicht diskutiert. Vielmehr nutzten die anwesenden FDP-Politiker die Gelegenheit, sich aus erster Hand über die Sekundarschule Tönisvorst zu informieren. "Was würde sich ändern, wenn die Sekundarschule eine Gesamtschule wird?", fragte etwa Dr. Kristian Schneider. Er fügte hinzu, dass das System das gleiche sei, die Prüfungsordnungen identisch und die Möglichkeit, das Abitur nach neun Jahren statt wie auf dem Gymnasium nach acht Jahren zu machen, sei für die Sekundarschüler durch die Kooperation mit dem Gymnasium bereits jetzt gegeben. Annette Stephan sagte, es mache für viele Eltern einen Unterschied, dass die Kinder die Schule nicht wechseln müssten, sondern bis zum Abitur auf der Gesamtschule bleiben könnten. Auch würde die Gesamtschule sich mit dem Schwerpunkt Informatik ein anderes Profil geben. Außerdem werde die Sekundarschule nicht angenommen. "Es ist ein landesweiter Trend, dass die Sekundarschulen rückläufige Anmeldezahlen haben."

Birgit Koenen fragte, wie es komme, dass die Tönisvorster Sekundarschule drei Jahre lang immer um die 100 Anmeldungen gehabt habe und nun nur noch 66. Lehrer Christian Rütten gab zu bedenken, dass die Sekundarschule in den drei Jahren ihres Bestehens schon bei manchen Entscheidungen den Kürzeren gezogen habe. "Die Problematik der Mensa wurde zu spät angegangen und dass die Sekundarschule ab dem nächsten Schuljahr an zwei Standorten ist, hat auch nicht zur Attraktivität beigetragen." Die kommissarische Schulleiterin sprach außerdem die zunehmende Konkurrenz von Gesamtschulen im Umkreis an.

Marcus Thienenkamp gab zu bedenken, dass die meisten Auspendler, also Kinder aus Tönisvorst, die eine weiterführende Schule in einer anderen Stadt besuchen, zu einem anderen Gymnasium, nicht aber zu einer Gesamtschule gehen würden. Annette Stephan zeigte sich dennoch zuversichtlich, dass eine Gesamtschule die erforderlichen 100 Kinder für sich gewinnen könnte und die Auspendlerquote sinken würde.

In der kommenden Woche tagt der Schulausschuss am Mittwoch, 15. Juni, ab 18 Uhr, zum Thema. Die Sitzung im Rathaus an der Hochstraße in St. Tönis ist öffentlich.

Quelle: RP
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