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Tönisvorst
Firma Abbelen: Ammoniak ausgetreten

Tönisvorst: Firma Abbelen: Ammoniak ausgetreten
Stundenlang war die Feuerwehr bei der Firma Abbelen in Vorst beschäftigt. FOTO: jungmann
Tönisvorst. Die Feuerwehr hatte am Montag einen Großeinsatz bei Fleischwaren Abbelen in Vorst. Dort war am Vormittag Ammoniak ausgetreten. 82 Feuerwehrleute waren im Einsatz. Für die Bevölkerung bestand keine Gefahr. Von Willi Schöfer

Um exakt 8.34 Uhr ging am Montag die Brandmeldeanlage in der Fleischwaren-Fabrik Abbelen. Bei der ersten Erkundung stellte die Feuerwehr fest, dass aus einem defekten Froster Ammoniak entwichen war. Und da dieses Gas bei hoher Konzentration sehr giftig ist, wurde schnell ABC-Alarm ausgelöst und auch Löscheinheiten aus St. Tönis, Kempen und Willich alarmiert. Menschen kamen glücklicher weise nicht zu Schaden. Bei Redaktionsschluss waren die Reparatur-, Kontroll- und Lüftungsarbeiten noch nicht abgeschlossen.

Die Messtrupps in ihren Chemikalien-Schutzanzügen hatten zunächst höhere Ammoniak-Werte als erlaubt gemessen. Schnell war auch der Firmen-Inhaber Klaus Abbelen mit seinem Geschäftsführer und Betriebsleiter, Clemens Louven und Achim Löwenstein, im Firmengelände. Zu dieser Zeit arbeitete dort niemand. Die nächste Schicht beginnt erst am Abend um 22 Uhr. Ob dann wirklich gearbeitet werden kann, steht derzeit noch nicht fest.

Um ein weiteres Ausfließen des flüssigen Ammoniaks aus der Leckage zu verhindert, wurde dieser Froster, einer von fünfen, der die frittierten Fleischwaren herunter kühlt, erst einmal abgesperrt. Ständig wurde gemessen und überprüft. Ordnungsamtsleiter Wolfgang Schouten kam ebenfalls zur Unfallstelle. Die Messtrupps mit ihrem Abschnittsleiter Toni van Cleef (gleichzeitig Löschzugführer in Vorst) maßen auch aus Sorge, das Gas könnte in Richtung des Vorster Innenbereiches gezogen sein, auch draußen, 200 und 300 Meter vom Betrieb entfernt. Aber es gab kein Überschreiten der Grenzwerte.

Es war ein Großeinsatz am Ostermontag. Aus Vorst, St. Tönis, Kempen und Willich waren 82 Feuerwehrleute im Einsatz, außerdem 22 Vertreter weiterer Hilfsorganisationen, so vom DRK.

Die Gesamtleitung hatte der Tönivorster Wehrführer Rolf Peschken. Für den Brandschutz war Frank Meier verantwortlich, für die Dekontamination Frank Meier. Um den gefährlichen Stoff von der Schutzkleidung zu entfernen, war draußen ein Zelt mit einer entsprechenden Schleuse und Waschanlage aufgebaut. Mit schwerem Atemschutz gingen einzelne Zweier-Trupps in das Gebäude, bauten unter anderem die Entlüfter auf oder lüfteten.

"So etwas hat es bei uns noch nicht gegeben", sagte am Montagnachmittag Klaus Abbelen. Der Chef der Vorster Fleichwarenfirma war mit seinem Geschäftsführer und Betriebsleiter, Clemens Louven und Achim Löwenstein, zu einer improvisierte kleinen Pressekonferenz in der Vorster Wache erschienen. Gemeinsam mit Rolf Peschken und Wolfgang Schouten war man sich einig: "Es hat zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr für die Öffentlichkeit bestanden." Auch eine Fachfirma war relativ schnell vor Ort. "Es muss wohl an einem Froster beim Verdampfen ein Ventilator beschädigt gewesen sein, die Experten haben die Reparatur noch nicht ganz abgeschlossen", konstatierte Klaus Abbelen. Was passiert mit den dort beim Ammonik-Austritt gelagerten Fleischwaren? Auch hier versicherte der Inhaber, dass kein Erzeugnis das Fabrikgelände verlasse, wenn es nicht in einem einwandfreien Zustand sei. Dafür sorgte gestern auch vor Ort und im Krisenstab Dr. Beatrix Wiedeking, die beim Kreisveterinäramt für die Lebensmittelüberwachung zuständig ist. Gegen 16 Uhr waren noch etwa 25 Einsatzkräfte in der Fabrik.

Sollten es in den nächsten Tagen bei den Chicken Nuggets oder bei den Frikadellen, die Abbelen unter anderem seit langem verarbeitet und anliefert, kurzzeitige Engpässe in den Supermarktauslagen geben, könnte es daran gelegen haben, dass am Sonntagabend die erste Schicht nicht beginnen konnte. Dies wusste am frühen Abend keiner; die Messungen gehen weiter.

Quelle: RP
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