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Tönisvorst
Flüchtlingsbetreuung: Vorbild im Kreis

Tönisvorst. Die Arbeit des Flüchtlingssozialdienstes stellte Peter Hohlweger im Tönisvorster Jugend- und Sozialausschuss vor. In diesem Jahr kommen noch 35 neue Flüchtlinge in die Stadt. Die meisten stammen aus afrikanischen Ländern. Von Stephanie Wickerath

Peter Hohlweger, Mitarbeiter des Sozialdienstes katholischer Männer, kurz SKM, und als solcher eingesetzt im Tönisvorster Flüchtlingssozialdienst, kennt sie alle, die Geschichten der Menschen, die ihre Heimat verlassen mussten und in Tönisvorst gestrandet sind. Manchmal lassen ihn diese Geschichten nachts nicht schlafen. Trotzdem bleibt Peter Hohlweger positiv und freut sich über die vielen guten Entwicklungen, die er in den vergangenen eineinhalb Jahren begleiten durfte.

Im Ausschuss für Jugend, Senioren, Soziales und Sport stellte der Flüchtlingsbetreuer seine Arbeit jetzt den Politikern vor. "Die Unterbringung der Flüchtlinge in Tönisvorst hat eine hohe Qualität", sagt der Sozialarbeiter. Sowohl die Wohnungen, die die Stadt angemietet habe, als auch die Unterkunft in der ehemaligen Daihatsu-Zentrale an der Industriestraße in St. Tönis böten einen gewissen Standard, der nicht in jeder Stadt selbstverständlich sei.

Außerdem lobt Hohlweger die gute Zusammenarbeit mit dem Sozialamtsteam der Stadt und den acht Hausmeistern, die die Stadt in den Unterkünften der Flüchtlinge eingesetzt hat. "Das alles trägt dazu bei, dass es wenige Konflikte in den Unterkünften gibt", sagt Hohlweger, der ab Januar eine Kollegin bekommt, die mit einer halben Stelle die Arbeit in der Flüchtlingsbetreuung unterstützt. "Ich freue mich sehr, dass das geklappt hat, zumal die Kollegin selber Fluchterfahrung hat und drei Sprachen spricht."

Dass Tönisvorst mittlerweile im Kreis als Vorbild im Umgang mit Flüchtlingen gelte, liege auch an den rund 170 außerordentlich engagierten Ehrenamtlern des Vereins Flüchtlingshilfe. "Die Flüchtlingshilfe Tönisvorst hat 13 Untergruppen, die verschiedene Aufgaben übernehmen", erzählt der Koordinator. So gebe es einen Gesprächskreis, eine Fahrradwerkstatt, Deutschkurse, Freizeitangebote für Kinder, Paten, die Familien betreuen, eine Gruppe, die bei der Wohnungssuche hilft, Beratung bei Behördenschreiben, eine Kindergartengruppe im Daihatsu-Gebäude, Hilfe bei der Jobsuche und Ehrenamtler, die Sach- und Lebensmittelspenden verteilen. "Schaffen wir das?", fragt Peter Hohlweger in Anlehnung an Angela Merkel abschließend, um mit Überzeugung zu antworten: "Ja, wir schaffen das!"

Bürgermeister Thomas Goßen dankt dem Flüchtlingsbetreuer und allen, die sich für Menschen einsetzen, die neu nach Tönisvorst kommen. Gleichzeitig informierte der Bürgermeister, dass es im Vorjahr 308 Zuweisungen für Tönisvorst gegeben habe. "In diesem Jahr waren es aktuell 191." Allerdings hätten einige Flüchtlinge die Stadt wieder verlassen, dafür würden in den nächsten drei Wochen noch 35 Flüchtlinge kommen. "Wir haben dann Menschen aus 22 Nationen aufgenommen", sagt der Verwaltungschef. Die Mehrheit der Menschen komme aus Syrien, Afghanistan und dem Irak. "Albaner hingegen werden uns gar nicht mehr zugewiesen", sagt Goßen. Dafür kämen nun verstärkt Menschen aus den afrikanischen Ländern, die über das Mittelmeer geflohen seien. "Besonders aus Guinea und Nigeria haben wir einige neue Flüchtlinge."

Quelle: RP
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