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Tönisvorst
Freundschaftskreis auf Soldatenfriedhof

Tönisvorst: Freundschaftskreis auf Soldatenfriedhof
Auf dem Soldatenfriedhof in der Normandie hielten sich Besucher und Gastgeber an den Händen und bildeten einen Freundschaftskreis. FOTO: STEEG
Tönisvorst. Gut 100 Tönisvorster reisten im Rahmen der Städtepartnerschaft nach Sées in der Normandie.

Beim Besuch von rund 100 Tönisvorstern in der Partnerstadt Sées in der Normandie überreichte Bürgermeister Thomas Goßen seinem französischen Kollegen Jean-Yves Houssemaine die Seulenmedaille als Auszeichnung für die zahlreichen Verdienste rund um die Städtepartnerschaft zwischen Sées und Tönisvorst. 2019 steht bereits das 40-jährige Bestehen der Städtepartnerschaft an. Zum ersten Mal in der Geschichte dieser Partnerschaft besuchten jetzt die Tönisvorster und ihre Gastgeber aus Sées gemeinsam die Strände der Normandie, an denen die Invasion der Alliierten Streitkräfte begann. Darüber hatte man sich beim Treffen im vergangenen Jahr in Tönisvorst verständigt. Man wollte die Kriegschauplätze besuchen, um dort den Verletzten und Gefallenen aller beteiligter Nationen zu gedenken.

An der D-Day-Küste besuchte die Gruppe ein Museum, in dem auf einer 360-Grad-Leinwand Originalaufnahmen der Invasion gezeigt wurden. Alle Besucher waren angesichts dieser Bilder vom schrecklichen Kriegstreiben sich einig, dass dies nie mehr geschen dürfe. Nach Ende des Filmes konnte noch einige Kriegsschauplätze wie Bunkeranlagen, Schießstände und Landungsbrücken besichtigt werden.

Überhaupt hatte die Reise bei aller Herzlichkeit und fröhlicher Geselligkeit viele ernsthafte Momente. Schon auf der Hinfahrt hatte einer der beiden Busse, der Mannschaftsbus der St. Töniser Turnerschaft, in Belgien zu einem Soldatenfriedhof gefahren, auf dem über 22.600 gefallene deutsche Soldaten des Zweiten Weltkrieges beerdigt sind. Dort legten die Besucher am Grab des St. Töniser Anton Fieles einen Kranz nieder.

Auch nach dem Besuch des Museums am geschichtsträchtigen Normandie-Omaha-Beach fuhren die Tönisvorster mit ihren Gastgebern gemeinsam zu einem nahegelegenen deutschen Soldatenfriedhof, um dort einen deutsch-französischen Kranz beider Partnerschaftskomitees niederzulegen und aller Verstorbenen zu gedenken. Bürgermeister Thomas Goßen hielt auf Französisch und Deutsch eine Gedenkansprache. Bewegt und als Zeichen der Betroffen- und Verbundenheit hielt man sich in einer Schweigeminute an den Händen und bildete so einen geschlossenen Freundschaftskreis.

Aber es wurde auch viel gefeiert und besprochen. Im Sitzungssaal des Rathauses kamen beide Komitees zusammen, um zukünftige gemeinsame Aktivitäten zu besprechen. Während das Komitee tagte, besuchten die anderen Gäste den Wochenmarkt oder nahmen an einer Stadtführung von Richard Höfkes teil. Die Jugendmannschaften der Turnerschaft spielten mit den Frazosen aus Can Handball. Im Salle polyvalente wurde ein Konzert der Alliance musicale mit "Die Bremer Stadtmusikanten" aufgeführt. Der Abschied fiel herzlich aus.

Quelle: RP
 
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