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Tönisvorst
"Gute Schule 2020": Geld fließt in die Datenautobahn

Tönisvorst. Etwas mehr als 1,38 Millionen sind es, die die Stadt Tönisvorst aus dem Landesprogramm "Gute Schule 2020" abrufen kann. Im Ausschuss für Wirtschaftsförderung, Stadtmarketing, Gebäudemanagement und Liegenschaften schlossen die Politiker sich dem Votum des Schul- und Kulturausschusses an und stimmten ebenfalls dafür, dass das Geld für schnelle Datenautobahnen in den Schulen ausgegeben werden soll. Aber auch der Brandschutz soll aus dem Fördertopf finanziert werden. Von Stephanie Wickerath

"Digitale Infrastruktur" heißt das Gebiet, auf dem die Tönisvorster Schulen Nachholbedarf haben. Der Zeitplan steht bereits. 2018 beginnt der digitale Ausbau an den Grundschulen Schulstraße und Corneliusstraße in St. Tönis. 2019 folgen die Grundschulen Hülser Straße St. Tönis und die Vorster Grundschule. Das Schulzentrum, in dem das Michael-Ende-Gymnasium und Teile der Rupert-Neudeck-Gesamtschule untergebracht sind, soll 2020 verkabelt und vernetzt werden, ebenso das Schulgebäude Kirchenfeld, in dem die Jahrgänge acht bis zehn der Gesamtschule unterrichtet werden.

"Die Reihenfolge ist sinnvoll, weil wir die Arbeiten zum Brandschutz im Schulzentrum dann mit dem digitalen Ausbau verbinden können", erklärt Marcus Beyer, Fachbereichsleiter Gebäudemanagement, im Ausschuss. Zunächst will die Stadt ihre Schulgebäude an leistungsfähiges Breitband anschließen. Teilweise ist das bereits geschehen. Dann werden Glasfaserleitungen mit Geschwindigkeiten von 200 bis 1000 Mbits gelegt. Und damit die Daten auch innerhalb der Schule vernetzt sind, gibt es die entsprechende Netzwerkausstattung. Schließlich bekommt jede Schule einen Server als zentralen Speicherplatz. Alle Unterrichtsräume werden außerdem mit WLAN ausgestattet.

Die Kosten für diese Hardware scheinen den Politikern allerdings zu hoch gegriffen. "Wir können dem Beschluss bei dieser Kostenauflistung nicht zustimmen", sagt Dr. Michael Horst (SPD), "die Preise sind total überteuert." Marcus Beyer erklärt, die Stadt sei verpflichtet, die Produkte, die das Kommunale Rechenzentrum Niederrhein (KRZN) vorgeschlagen hat, zu übernehmen. Horst beharrte darauf, dass die Stadt die Produkte in der Niederschrift genau spezifiziert, damit die Preise überprüft werden können.

Sorge bereiten den Politikern die Installation - die CDU-Fraktion will einen neuen Mitarbeiter in der Stadtverwaltung, der nur für die IT-Betreuung zuständig ist - und die Endgeräte. Für Tablets, Laptops oder Ähnliches reicht das Geld aus dem Landesprogramm nämlich nicht. "Es ist noch nicht klar, ob die Stadt den Schülern und Lehrern Geräte zur Verfügung stellt, oder ob die Nutzer ihre eigenen Endgeräte mitbringen", so Beyer.

Quelle: RP
 
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