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Tönisvorst
Historisches und Aktuelles im Heimatbrief

Tönisvorst: Historisches und Aktuelles im Heimatbrief
Vorsitzender Erich Tizek überreicht Bürgermeister Thomas Goßen den neuen Heimatbrief. Auch Britta Oellers MdL trifft sich mit den Autoren. FOTO: W. KAISER
Tönisvorst. Ein Foto des ehemaligen jüdischen Friedhofs an der Krefelder Straße ziert die Titelseite des aktuellen Heimatbriefs, den der Vorstand des Heimatbundes jetzt vorlegt. Wie immer überreicht der Vorsitzende Erich Tizek die erste, druckfrische Ausgabe an Bürgermeister Thomas Goßen, dem der stellvertretende Vorsitzende Guido Beckers auch gleich einen Wunsch mit auf den Weg gibt: "Könnte die Stadt den jüdischen Friedhof nicht temporär öffnen?" Beckers hat die Titelgeschichte über den Friedhof geschrieben und dabei, wie er selber sagt, viel Neues erfahren. Von Stephanie Wickerath

"Ich bin zwar fast neben dem Friedhof aufgewachsen und wohne auch heute nicht weit davon entfernt, aber ich wusste wenig aus der Geschichte", gibt der Autor bei der Vorstellung des aktuellen Hefts in den Räumen der Volksbank zu. 1916 fand auf dem Friedhof am Ortsrand die letzte Beerdigung statt. 1938 wurde der Friedhof von den Nazis zerstört. Grabsteine wurden umgeworfen, das Gelände als Schuttabladestelle benutzt. "Erst 15 Jahre nach Kriegsende nahm sich die Gemeinde der Fläche an", schreibt Beckers in seinem Text. Heute steht der Friedhof, der aus einer großen Rasenfläche mit einer Trauerweide in der Mitte besteht, unter Denkmalschutz.

Zum Thema jüdische Bürger in St. Tönis passt auch der Text, den Walter Schöler geschrieben hat. In seiner Funktion als Vorstandsvorsitzender der Allgemeinen Wohngenossenschaft Tönisvorst (AWG) hatte Schöler 2011 dazu beigetragen, dass vor den AWG-Häusern an der Hochstraße 65 und 67 Stolpersteine verlegt wurden, die an die ehemaligen jüdischen Besitzer erinnern. In seinem Text für den Heimatbrief erzählt Schöler die Geschichte der Häuser und ihrer Eigentümer. Außerdem regt der ehemalige SPD-Bundestagsabgeordnete an, einen Weg der Erinnerung zu gehen, der an der Gedenkstele am Krankenhaus, wo früher die Synagoge stand, beginnt und an vielen Häusern vorbeiführt, die früher von Juden bewohnt wurden.

Weiterer Texte beschäftigen sich mit den Baustellen in der Stadt, mit den neuen Strukturen in der katholischen Pfarre St. Cornelius und den letzten St. Töniser Volksschülern, die 1967, eingeschult worden sind. Auch ein Firmenporträt des St. Töniser Unternehmens Noffz findet sich im Heft. Bei der Vorstellung des Heimatbriefs erzählt Firmengründer Wilfried Noffz, wie er vor vielen Jahren im heimischen Keller damit begonnen habe, Prüfsysteme für die Automobilindustrie zu entwickeln. Heute hat das Unternehmen 100 Mitarbeiter und Büros in USA, China, Mexiko und Ungarn. "Unser Technologiezentrum aber ist in St. Tönis und das soll auch so bleiben", versichert Noffz. Auch die beliebten Rubriken "Menschen in St. Tönis", der Rückblick auf die Zeit vor 25, vor 50 und vor 100 Jahren sowie die Serie "Damals auf den Straßen von St. Tönis", in der sich Menschen an ihr erstes Auto erinnern, fehlen im neuen Heft nicht. Hajo Thelen hat mit Hilfe von Zeitungsberichten einen Jahresrückblick erstellt.

Quelle: RP
 
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