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Tönisvorst
Hundebesitzer werden angefeindet

Tönisvorst. Im Wohngebiet Am Düngelshof in St. Tönis haben Unbekannte Köder für Hunde ausgelegt. Zwei Tiere, die davon gefressen haben, sind erkrankt. Die Hundebesitzer sehen sich immer wieder Anfeindungen ausgesetzt. Von Stephanie Wickerath

Daisy und Felix lieben Fisch, also haben die kleinen weißen Terrier kräftig zugelangt, als sie den Köder unterm Busch fanden. "Als ich gesehen habe, was die da fressen, war es schon zu spät", sagt Gabi Brüning, die Besitzerin. In der folgenden Nacht haben die Hunde sich mehrfach übergeben. "Danach ging es ihnen aber wieder besser", erzählt Gabi Brüning. Sie sei deshalb nicht beim Tierarzt gewesen. Auch den Fisch hat die Hundebesitzerin nicht untersuchen lassen. "Ich weiß also nicht, ob der vielleicht vergiftet war."

Auch an zwei weiteren Stellen hat die Gruppe um Gabi Brüning, die sich jeden Abend im Park hinter der Straße Am Düngelshof im St. Töniser Pippergebiet trifft, in der vergangenen Woche Essensreste gefunden, die wie Köder für Hunde aussahen. "Am Kindergarten Biberburg lagen vier Bratwürste im Grünen", erzählt Mathilde Longerich, "das sah nicht nach entsorgtem Hausmüll aus." Und der Hund von Ute Heinrichs, die ebenfalls zu der Gruppe der abendlichen Gassi-Gänger im Park gehört, zog vor ein paar Tagen eine Tüte mit Hähnchenfleisch aus dem Gebüsch.

"Ich hatte schon mal einen Hund, der vergiftet worden ist, ich weiß, wie schlimm das ist", sagt Ute Heinrichs, die sich noch heute schüttelt, wenn sie an den mit Blut gefüllten Bauch des Hundes und seine Qualen denkt. "Wer macht so etwas Grausames?", fragen sich die Tierfreunde aus dem Wohngebiet.

Gefahr für Hunde: Hier werden Giftköder ausgelegt FOTO: Hans-Peter Reichartz

Bei der Polizei haben sie sich noch nicht gemeldet, und auch die Essensreste haben sie nicht untersuchen lassen. "Ich habe mich beim Veterinäramt erkundigt, aber ich hätte das selbst zahlen müssen und das ist mir doch zu teuer", sagt Mathilde Longerich. Allerdings sei das Ordnungsamt eingeschaltet.

Tierquäler-Fälle in NRW FOTO: dpa, Andrea Warnecke

Antje Heymanns von der Polizei rät, andere Hundebesitzer zu warnen und die möglichen Köder einzusammeln, bevor ein weiterer Hund zu Schaden kommt. "Wenn noch mal ein Tier erkrankt, sollte der Besitzer Anzeige erstatten. Dann ermitteln wir wegen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz", sagt die Polizeisprecherin.

Die Hundebesitzer vom Düngelshof sind jetzt besonders vorsichtig. Einschüchtern lassen wollen sie sich aber nicht. "Unsere Tiere sind alle gut erzogen und noch nie durch aggressives Verhalten aufgefallen", sagt Mathilde Longerich. Dass sie dennoch mehrfach angefeindet wurde, betrübt die Bürgerin. "Vom Balkon rief mal jemand 'Ey Longerich, mach den Hund fest'. Außerdem wurde mein Auto kürzlich zerkratzt." Auch die anderen Hundebesitzer aus der Gruppe sind bereits beleidigt worden oder haben böse Blicke geerntet, weil sie ihr Tier nicht angeleint hatten.

Dabei sei es wichtig für Hunde, dass sie frei laufen und miteinander toben könnten, weiß Brigitte Zütphen, die zwei Möpse mit sich führt. "Aber das ist alles nicht erwünscht. Wir dürfen nur Steuern zahlen, und die Hunde dürfen nichts", sagt die St. Töniserin. Wie auch viele andere Hundebesitzer in der Stadt wünschen sich die Anwohner vom Düngelshof einen Hundeplatz, wo die Tiere frei laufen, laut bellen und wild miteinander spielen dürfen, ohne dass sich jemand gestört oder beeinträchtigt fühlt. "Immer wieder hat es Initiativen gegeben, auch versprechen von der Stadt, aber getan hat sich nichts", moniert Brigitte Zütphen.

Quelle: RP
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