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Tönisvorst
Jugendliche helfen im Friedensdorf

Tönisvorst: Jugendliche helfen im Friedensdorf
Willkommene Hilfe im Friedensdorf (v.l.n.r.): Benjamin Lissig, Victor Spieß, Dr. Bernd Lohbeck, Nun Suwan, Justin Bandusch, Thomas Dittrich, Mamoudou Diallo und Katrin Bender-Mußgiller arbeiten am Hochbeet des Lehrgartens. FOTO: LVR
Tönisvorst. Fünf Jugendliche der LVR-Jugendhilfe in St. Tönis haben im Lehrgarten des Friedensdorfes Oberhausen mitgearbeitet. Von Kai Aussen

Drei Tage lang haben sich fünf Jugendliche der LVR-Jugendhilfe Fichtenhain in St. Tönis im Lehrgarten des Friedensdorfes in Oberhausen stark gemacht. Begleitet wurden sie von ihren Werkanleitern Katrin Bender-Mußgiller und Thomas Dittrich, Unterstützung gab es zwischenzeitlich von einer Kindergruppe aus dem Friedensdorf. "Solche Projekte bieten den Jugendlichen die Möglichkeit, gemeinsam etwas auf die Beine zu stellen. Das stärkt die Sozialkompetenz und bietet die Chance, mal über den Tellerrand hinaus zu schauen", sagt Dr. Bernd Lohbeck, der Leiter der Jugendhilfe-Einrichtung in Tönisvorst und frühere Verwaltungsdirektor im Bergmannsheil in Bochum. Über ihn ist die Verbindung zum Friedensdorf zustande gekommen, weil Patienten aus Kriegs- und Krisengebieten immer wieder in der Berufsgenossenschaftlichen Uniklinik behandelt wurden und werden.

Die Jugendhilfeeinrichtung, die Lohbeck heute leitet, bietet über 100 Kindern und Jugendlichen in Wohngruppen und Familien eine Heimat. Ergänzt wird das Angebot durch verschiedene Werkstätten mit 51 Plätzen für Jugendliche, die eine besondere Förderung und Unterstützung benötigen. Manche sind Schulabbrecher und holen ihren Abschluss über die Angebote der Jugendhilfe nach. Auch einjährige und Vollausbildungen sind möglich. In Gärtnerei, Schlosserei, Schweißerei, Schreinerei, Malerei und Jugendcafé bringen die Jugendlichen ihre Fähigkeiten ein und bekommen oft zum ersten Mal die Bestätigung, etwas zu schaffen und gut zu machen.

Das motiviert, und mit viel Motivation und Engagement gingen die Fünf auch im Lehrgarten des Friedensdorfes zu Werke. In kürzester Zeit und mit vereinten Kräften entstanden eine Pergola als Sichtschutz, eine Wandermiete zum Kompostieren und ein Hochbeet. "Das ist sehr praktisch, weil sich die Kinder nicht bücken müssen, wenn sie im Beet arbeiten. Außerdem können sie mit den Kräutern, die hier gepflanzt werden, etwas kochen", erklärt einer der Jugendlichen, der auch sonst in der Gärtnerei tätig ist und sich in diesen Dingen auskennt. Hilfreiche Tipps ließen sie auch für die Friedensdorf-Ehrenamtliche Dorothea Kruse da, die sich regelmäßig um den Lehrgarten kümmert.

Doch auch die Jugendlichen aus Tönisvorst nahmen Eindrücke von ihrem Besuch im Friedensdorf mit. Der Infofilm über die Hilfseinsätze und ein Rundgang durchs Dorf machten sie nachdenklich: "Es ist bestimmt total schwierig, die Kinder in den Ländern auszuwählen. Man kann ja nicht allen helfen." Eine Tatsache, mit der die Mitarbeiter des Friedensdorfes seit jeher umgehen müssen und entsprechende Strategien entwickelt haben. Ein wichtiger Faktor bei der Organisation der Hilfseinsätze und der Auswahl der Kinder ist immer die Zusammenarbeit mit den jeweiligen Partnerorganisationen in den Ländern.

Eines hat das Friedensdorf jedenfalls seit jeher beherzigt: Solange es durch seine Aktivitäten Hilfe und Hoffnung geben kann, gilt es weiterzumachen - auch wenn das nicht alle Probleme vor Ort löst. Die Herausforderung, trotz ungünstiger Startbedingungen nach vorn zu blicken, stellt sich auch den Jugendlichen der LVR-Jugendhilfe Fichtenhain.

Quelle: RP
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