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Tönisvorst
Kabarettabend mit Licht und Schatten

Tönisvorst: Kabarettabend mit Licht und Schatten
Rüdiger Höfken vom Krefelder Podio-Theater fungierte als Moderator und Eisbrecher. FOTO: wolfgang kaiser
Tönisvorst. Zum Sommerkabarett hat der Stadtkulturbund eingeladen. Die Veranstaltung, bei der es vor dem Humor etwas zu Essen gibt, erfreut sich großer Beliebtheit. Dabei waren Rüdiger Höfken, der Obel, David Werker und Salim Samatou. Von Stephanie Wickerath

"Sie fragen sich bestimmt: 'Was redet der blasse Junge da vorne so schnell?" Stimmt, schnell redet er wirklich, aber mit fast 30 Jahren ist David Werker eigentlich keine Junge mehr und blass ist er auch nicht. Dafür aber lustig. Der Comedian, der in Krefeld aufwuchs und in Köln lebt, gehört zu den Profis seines Fachs. Er ist als Moderator im Radio und im Fernsehen aktiv, hat Bücher geschrieben und tourt seit fünf Jahren durch Deutschland.

Dabei gibt er, wie auch beim Sommerkabarett des Stadtkulturbunds in Tönisvorst, den späten Studenten. "Wir werden die Welt retten, sobald es dafür eine App gibt", verspricht David Werker. Bis dahin beschäftigt er sich mit den letzten Fragen der Menschheit: "Was passiert eigentlich, wenn ich morgens Elmex und abends Aronal nehme? Kommt dann die Zahnpastapolizei?"

Ganz anders tritt der Obel auf. Hinter dem Künstlernamen verbirgt sich Andreas Obering aus Hamm. Früher als "Till & Obel" auf der Bühne, ist der 51-Jährige seit 2003 solo unterwegs. Während die Wortbeiträge in seinem Programm einige Schwächen haben, sind die Lieder stark. Ein Song über die viel zu langen Sommerferien mit Kindern im pubertierenden Alter spricht so manchem Zuhörer aus dem Herzen.

Auch der auf Angela Merkel gedichtete Helene Fischer-Hit kommt gut an: "Ahnungslos durch die Nacht - so wird Politik gemacht." Und eine Rede aus dem Programm in Trapattoni-Manier ist, wenn auch nicht mehr ganz taufrisch, immer noch überragend.

Auch Rüdiger Höfken vom Krefelder Podio-Theater bekommt viel Beifall. Als Moderator und Eisbrecher steht der 50-Jährige auf der Bühne. Wobei das Alter, wie Höfkes findet, relativ ist: "Männer werden 17, danach altern sie nur noch." Höfkes blickt lieber in die Zukunft und schildert das Szenario von der Fußball-Weltmeisterschaft 2022 in Katar. Der teilweise sehr sarkastische Blick auf die "Winterspiele" erntet viele Lacher. Auch für sein fiktives Drehbuch zum Film "Szenen einer Ehe" bekommt der Krefelder Kabarettist viel Beifall. "Er kommt spät nach Hause. Sie steht mit dem Besen hinter der Türe. Er fragt: 'Kehrst du oder fliegst du noch weg?"

Weniger gut kommt der letzte Künstler des dreistündigen Programms im Corneliusforum an. Salim Samatou scheint sich mit seinem Konzept, spontan zu improvisieren und das Publikum einzubeziehen, ziemlich zu verheddern. Ob er absichtlich immer wieder Tennishorst statt Tönisvorst sagt, ist lange nicht klar. Lustig findet das keiner. Auch die Ausführungen über Rassismus im Tierreich zünden nicht. "Ist Euch schon mal aufgefallen, dass alle nur die weißen Tauben füttern und keiner die Schwarzen?" Insgesamt hinterlässt der junge Nachwuchscomedian einen eher ratlosen Eindruck.

Ralf Siegel, Vorsitzender des Stadtkulturbunds Tönisvorst freut sich jetzt auf den offiziellen Start in die neue Spielzeit. Auch dabei haben die Macher wieder auf Humor gesetzt. Im Oktober kommt Jürgen B. Hausmann, im November sind Ehnert vs. Ehnert wieder da. Das Kabarettisten Duo steht zum dritten Mal auf der Bühne in Tönisvorst. Auch Dave Davis (12. März 2016) und Ingo Oschmann (20. Mai 20016) sind bewährte Vertreter des Humors. Im Abo-Programm hingegen gibt es einige Stücke nach Film- und Romanvorlagen wie "Rubbeldiekatz", "Das Lächeln der Frauen" und "Frau Müller muss weg".

Quelle: RP
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