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Tönisvorst
Keine Chance dem Cybermobbing

Tönisvorst. Den richtigen Umgang mit Medien lernen 40 Schüler und 20 Lehrer aus Schulen im Kreis Viersen über das Projekt "Medienscouts". Sie gehen als Multiplikatoren für ihre Schulen in den Einsatz. Von Bianca Treffer

"Wer würde sein Handy für einen Tag abgeben?" Die Frage von Lars Klostermann löst ein Zögern unter den Schülern im St. Töniser Schulzentrum Corneliusfeld aus. Nach einigen Überlegungen können sich die meisten einen Tag Verzicht vorstellen, aber eine ganze Woche kein Handy zu haben, wie es Klostermann andeutet, ist für alle nahezu unvorstellbar. Und damit ist der Medientrainer auch schon mitten im Thema drin. Was bedeuten Handys und Smartphones den Jugendlichen? Wo liegen Chancen, wo Grenzen? Wie kann man sich vor Cybermobbing schützen, wann liegt eine Straftat vor? Erstaunen bei vielen Schülern, als sie erfahren, dass Whats App ein Angebot ist, das eigentlich erst ab 16 Jahren genutzt werden darf, und dass Facebook-Passwörter den Eltern gegeben werden müssten.

Sensibilisieren für den Umgang mit den Kommunikationsgeräten steht an diesem Morgen im Schulzentrum im Mittelpunkt. Dabei handelt es sich um den mittlerweile vierten Workshop, an dem 40 Achtklässler von zehn verschiedenen weiterführenden Schulen aus dem Kreis Viersen teilnehmen. Sie werden zu Medienscouts ausgebildet, während 20 dazu gehörende Lehrer eine Ausbildung als Beratungslehrer für Medien erhalten.

Seit September läuft das Programm Medienscouts, das von der Landesanstalt für Medien NRW angeboten wird. "Es ist ein Projekt, an dem Kreise und kreisfreie Städte teilnehmen können, wenn sie mindestens sieben Schulen vorweisen können, die ein Interesse an der Ausbildung haben", berichtet Marc Seegers. Der Medienberater des Kreises Viersen schrieb die weiterführenden Schulen an und stieß auf großes Interesse. Gleich zehn Schulen - vom Gymnasium über die Realschule bis hin zur Gesamtschule und zur Sekundarschule - bewarben sich. Im Februar gab es den Zuschlag von der Landesanstalt und nach den Sommerferien startete der erste ganztägige Workshop von insgesamt fünf Einheiten.

Ziel ist es die Schüler so auszubilden, dass sie auf Augenhöhe nach dem "Peer to Peer"-Prinzip in den Schulen als Medienscouts agieren und Schüler beraten sowie bei Fragen als auch Problemen weiterhelfen können. Die frisch ausgebildeten Beratungslehrer stehen ihnen dabei zur Seite und sie sind zudem in der Lage, weitere Schüler entsprechend auszubilden. "Es ist ein sehr wichtiges Thema. Wissen ist der beste Schutz", sagt Yilmaz Inan, Lehrer an der Sekundarschule Tönisvorst. "Wir wollen an unserer Schule eine Sprechstunde zur Medienberatung einführen", ergänzt sein Kollege Christoph Neutzling. Das Michael-Ende-Gymnasium (MEG) möchte den Streitschlichterraum als Infozentrum in Sachen Medienberatung nutzen und die neuen Medienscouts durch die Klassen schicken. "Medienerziehung gehört bei uns am MEG zum Angebot. Wir wollten aber gerne noch mehr machen und nutzen daher mit Begeisterung die Chancen dieses Angebotes", sagt Julia Faßbender, die zusammen mit ihrer Kollegin Kirsten Bögel die künftigen Beratungslehrerinnen Medien sind.

Aber nicht nur bei den teilnehmenden Lehrern kommt das Angebot bestens an. "Ich haben bislang viel gelernt und fand den Bereich Beratungskompetenz, in dem wir die Gesprächsführung bei Problemen gelernt haben, sehr informativ", berichtet Ben vom St.-Wolfhelm-Gymnasium in Schwalmtal. Etwas, dass auch Nina vom MEG bestätigen kann. "Ich finde es gut, dass wir in Zukunft aufklären und anderen helfen können, denn das ist wichtig", sagt Stephanie vom St.-Wolfhelm-Gymnasium. Wie wichtig Hilfe sein kann, weiß Anna. Die Gymnasiastin erlebte nämlich, wie eine ihrer Freundinnen mit Cybermobbing konfrontiert wurde.

Quelle: RP
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