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Tönisvorst
Kinder beweglich und gesund erhalten

Tönisvorst: Kinder beweglich und gesund erhalten
Mit einem "Twisttanz" begrüßen die Kinder der DRK-Kindertagesstätte Hoppetosse die Gäste, die aus Anlass der Zertifizierung als Bewegungskindergarten mit Pluspunkt Ernährung an die Anto-Beusch-Straße gekommen sind. FOTO: W. KAISER
Tönisvorst. Die DRK-Kindertagesstätte Hoppetosse in St. Tönis wurde als Bewegungskindergarten mit Pluspunkt Ernährung ausgezeichnet. Zweimal in der Woche wird mit dem Sportverein DJK Teutonia im Kindergarten trainiert. Von Eva Scheuss

Im Empfangsraum der DRK-Kindertagesstätte Hoppetosse in St. Tönis warten zur Feier des Tages schon köstlich anzusehende Obstspieße und verführerisch duftende Bruschetta, die mit frischen Tomaten und Kräutern belegt sind. Gleichzeitig führen im Bewegungsraum mit dem leuchtend gelben Boden einige Kinder den "Twisttanz" auf. Sie wackeln mit den Hüften, drehen sich und recken die Arme in die Luft. Andere Kinder haben gerade noch draußen auf dem großen Freigelände gespielt und stecken nun neugierig die Köpfe durch die weit geöffnete Glastür. Gesunde Ernährung und viel Bewegung, das sind zwei Komponenten, die logisch ineinandergreifen. Und es sind erzieherische Leitfäden in der Einrichtung, die beide nun auch ganz offiziell bestätigt wurden. Seit 2012 bereits ist die Kita ein "Anerkannter Bewegungskindergarten". Zweimal in der Woche trainieren Mitglieder des St. Töniser Sportvereins DJK Teutonia 1920 für je anderthalb Stunden mit den Kindern. Jetzt überreichte Georg Heerstrahs von der Gemeinschaft der gesetzlichen Krankenkassen ein Zertifikat an Einrichtungsleiterin Hülya Becker-Özkaya, das die Anerkennung noch um den "Pluspunkt Ernährung" erweitert.

Die Alarmsignale sind da. "Nach einer Untersuchung des Landessportbundes können 86 Prozent der Vier- bis Siebenjährigen nicht mehr eine Minute auf einem Bein stehen oder rückwärts laufen", berichtet Georg Heerstrahs. Zudem ist Adipositas, also Fettleibigkeit, hervorgerufen durch Bewegungsmangel und einseitige Ernährung, auch bei Kindern zunehmend ein Problem. Hier wollen die Landesregierung und die gesetzlichen Krankenkassen in Verbindung mit dem Landessportbund NRW durch gezielte Prävention frühzeitig gegensteuern.

Im Alltag der Kita bedeutet dies, dass nun noch mehr auf die Ernährung der Kinder geachtet wird. "Wir haben da die Ernährungspyramide", erzählt Hülya Becker-Özkaya. Damit wird kindgerecht erläutert, welches Lebensmittel in welchem Umfang verzehrt werden sollte. Zucker steht dabei ganz oben, im kleinsten Feld. Außerdem bekommen die Eltern so eine Übersicht darüber, was ihre Kinder tagsüber bereits gegessen haben. "So können sie das Abendessen für die Kinder entsprechend anpassen", erhofft sich die Einrichtungsleiterin.

Von den 66 Kindern in der Kita sind rund 40 auch über Mittag da. Das Mittagessen liefern Simone und Karl Heinz Berterams aus Straelen. Sie betreiben neben dem Cateringunternehmen einen landwirtschaftlichen Betrieb und verwenden frische und regionale Produkte, teilweise vom eigenen Hof. "Zweimal in der Woche gibt es Fleisch, einmal Fisch", sagt Simone Berterams. Außerdem seien vegetarische Gerichte im Angebot und Mahlzeiten, die auf zunehmende Allergien einzelner Kinder abgestimmt werden müssten.

Der Nachmittagssnack wurde kürzlich umgestellt. "Da geben die Eltern ihren Kindern jetzt Rohkost und Obst mit", erzählt die Kita-Leiterin. Denn ohne die Eltern nützen die besten Grundsätze nichts: "Wir setzen auf eine Erziehungspartnerschaft mit den Eltern", so Hülya Becker-Özkaya. Besondere Aktionen in der Kita beziehen sie mit ein. Letztens ging es nach einem Bewegungsnachmittag mit Kindern und Eltern an die Obstbar, frei nach dem Motto: Banane statt Schokoriegel.

Quelle: RP
 
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