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Tönisvorst
Kinder vor Hunden und Haufen schützen

Tönisvorst: Kinder vor Hunden und Haufen schützen
Hunde können nicht lesen - und etliche Hundehalter hat dieses Schild auch nicht gekümmert. Als letzte Rettung der Kinder vor Hunden und deren Hinterlassenschaften soll jetzt ein teurer Zaun errichtet werden. FOTO: WOLFGANG KAISER
Tönisvorst. Weil Schilder nicht dazu geführt haben, dass Hundebesitzer ihre Tiere vom Spielplatz am Düngelshof fernhalten, soll der Platz jetzt eingezäunt werden. Mindestens 11.000 Euro kostet der Zaun. Von Stephanie Wickerath

Pia läuft fröhlich über den Spielplatz am Düngelshof. Plötzlich steht ein großer Hund vor ihr. Das Mädchen hat Angst. Dass der Hund harmlos ist, weiß die Vierjährige nicht. Ein paar Meter weiter spielen Paul und Lukas Fußball. Wie aus dem Nichts tauchen zwei kleine Hunde auf und rennen dem Ball bellend hinterher. Die Jungs können nicht weiterspielen, sonst würden sie entweder über die Hunde stolpern oder die Tiere statt des Balls beim Schuss treffen. Michel weint. Er muss nach Hause und kann mit den anderen nicht mehr über die Wiese rollen, denn seine Jacke ist voller Hundekot.

Szenen wie diese können vor allem im Sommer auf dem Spielplatz am Düngelshof fast täglich beobachtet werden. Der Platz für die Kinder ist in die offene Grünfläche eingebettet und diese einzige Grünfläche im sehr dicht bebauten St. Töniser Pippergebiet teilen sich spielende Kinder, joggende Erwachsene, "chillende" Jugendliche, Radfahrer und eben Spaziergänger mit Hunden.

Bei der Stadt ist das Problem schon lange bekannt. Schon im vorigen Jahr hat die Verwaltung Schilder aufstellen lassen, die darauf hinweisen, dass es sich um einen Spielplatz handelt, auf dem Hunde verboten sind. Weil einige Hundebesitzer diese Schilder aber ignorieren, muss der kommunale Ordnungsdienst immer wieder die Grünfläche aufsuchen und auf das Anleingebot hinweisen.

Manche Bürger sind offensichtlich so erbost über das Verhalten der Hundebesitzer, dass sie zu drastischen Mittel gegriffen haben: Im September vorigen Jahres haben Unbekannte Giftköder ausgelegt, die auch tatsächlich von zwei Hunden gefressen wurden, die daraufhin erkrankten. Bei genauerem Hinsehen fanden die Hundebesitzer im Viertel weitere Essensreste in Gebüschen, die wie Tierköder aussahen.

Die CDU hat sich jetzt des Problems angenommen und im Ausschuss für Jugend und Soziales beantragt, dass der Spielplatz eingezäunt wird, damit die Hunde nicht mehr ungehindert zu den spielenden Kindern können. "Wir wollen das Problem entschärfen und den Ordnungsdienst entlasten", sagt Anja Müller-Lambertz, Sprecherin der CDU-Fraktion im Ausschuss. Der Stadt ist die Zaun-Lösung nicht unbekannt. Auch der Spielplatz im Freizeitgelände Am Wasserturm musste kurz nach seiner Eröffnung eingezäunt werden, weil spielende Kinder immer wieder von Hunden gestört wurden und der Rasen mit Hundekot verunreinigt war. Mehr als 18.000 Euro hat das den Steuerzahler gekostet, am Düngelshof, wo 220 Meter Zaun benötigt werden, sollen es nach Berechnungen der Verwaltung 17.500 Euro sein. Allerdings hat die CDU-Fraktion ein eigenes Angebot eingeholt, dessen Kosten sich auf 11.000 Euro belaufen. Für die SPD-Fraktion ist aber auch das zu viel Geld. "Wir haben für die Instandhaltung und Pflege der 48 Spielplätze im Stadtgebiet ein Budget von lediglich 16.000 Euro im Jahr", sagt Silke Depta. Werde jetzt so viel Geld für einen Zaun verplant, bleibe kaum noch etwas für die Instandhaltung. "Und die Instandhaltung ist wesentlich für die Sicherheit der spielenden Kinder", gibt Dr. Ralph Thoms, als sachkundiger Bürger für die Grünen im Ausschuss, zu bedenken.

Anja Müller-Lambertz schlägt vor, dass das Geld für den Zaun aus dem Erlös von den Verkäufen der Spielplätze Am Marienheim und Haferkamp genommen wird und nicht aus dem Spielplatz-Budget. Die Mehrheit aus CDU, FDP und UWT spricht sich schließlich dafür aus, dass der Spielplatz am Düngelshof eingezäunt wird. Das Thema soll aber auch noch im Bau- und Umweltausschuss beraten werden, bevor der Stadtrat die endgültige Entscheidung fällt (siehe auch: "SPD beklagt mangelnden Sparwillen").

Quelle: RP
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