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Tönisvorst
Klimaschutz mit doppeltem Gewinn

Tönisvorst: Klimaschutz mit doppeltem Gewinn
Gestern stellten Mitarbeiter der zwölf teilnehmenden Firmen erste Ergebnisse vor. Für das Projekt "Ökoprofit Kreis Viersen" waren sie in die Räume der Bäumer Betriebshygiene Vertriebsgesellschaft in St. Tönis gekommen. FOTO: WOLFGANG KAISER
Tönisvorst. Die zwölf teilnehmenden Unternehmen des Projektes Ökoprofit Kreis Viersen stellten gestern in Tönisvorst ihre Zwischenbilanz vor. Viele der geplanten Energieeinsparungen stehen aber vorerst nur auf dem Papier. Von Heribert Brinkmann

Die besten Ideen sind oft verblüffend einfach. So stellt das Umweltministerium des Landes das Projekt Ökoprofit vor. Gemeint ist eine Aktion für den betrieblichen Umweltschutz, die das Ministerium fördert. Die Abkürzung steht für "Ökologisches Projekt für integrierte Umwelttechnik". Es geht darum, Energie und Ressourcenverbrauch zu minimieren und gleichzeitig zu sparen. Erfunden wurde es 1990 in der Stadt Graz mit Hilfe der Technischen Universität, inzwischen hat es international Karriere gemacht. Seit 2000 wird es in Nordrhein-Westfalen angeboten, über 1500 Unternehmen haben bereits teilgenommen. Die mitwirkenden Betriebe bekommen über ein Jahr professionelle Berater an die Seite gestellt, die gemeinsam mit den zuständigen Mitarbeitern in den Firmen nach Einsparmöglichkeiten suchen. In acht Workshops wird das Wissen vertieft und tauschen sich die Teilnehmer untereinander aus.

Seit Ende 2015 nimmt der Kreis Viersen teil. Zwölf Unternehmen haben sich seit dem Start am 5. November beteiligt und sich an interne Prozessoptimierungen herangetraut. Gestern trafen sich Mitarbeiter der zwölf Teilnehmer in den Räumen der Bäumer Betriebshygiene Vertriebsgesellschaft in St. Tönis zu einer Zwischenbilanz. Am 18. Januar werden sie ausgezeichnet.

Die besten Ideen sind oft verblüffend einfach. Das traf gestern besonders auf die Lederfabrik Richard Hoffmanns aus Nettetal zu. Um Rinderhäute zu waschen und zu färben, braucht man viel Wasser und viel Energie. Allein die Maßnahme, alle Wasserschläuche mit acht Spritzpistolen (Stückpreis 40 Euro) auszustatten, spart 8000 Liter Wasser pro Tag, eine Ersparnis nach Unternehmensangaben von 19.000 Euro im Jahr. Mit Kraftwärmekoppelung und Umstieg von Dampf auf Warmwasser konnte der Energiebedarf um 15 Prozent reduziert werden. Bäumer Betriebshygiene hat in diesem Jahr den Fuhrpark erneuert und neue Lkw mit Euronorm 6 angeschafft. Als nächstes sind LED-Leuchten für die Büroräume dran. Auch die HPZ-Werkstätten in Breyell planen, mit LED-Beleuchtung zu sparen, und haben dafür sehr ausführliche Versuche zum "subjektiven Lichtempfinden" unternommen. Auch die Schröter Bürobedarf GmbH, die 25 Prozent umweltfreundliche Produkte im Sortiment führt, investiert in eine LED-Umstellung, um 22.000 Euro im Jahr an Stromkosten einzusparen. Auch die Kempener Wall Chemie GmbH spart bei Pumpen, Kühlwasser und Beleuchtung. Berater Philipp Mihajlovic von Baum Consult Hamm, ist mit dem Erreichten zufrieden.

Quelle: RP
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