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Tönisvorst
Know-how aus St. Tönis weltweit gefragt

Tönisvorst: Know-how aus St. Tönis weltweit gefragt
Firmengründer Wilfried Noffz (links) mit seiner Frau Petra Noffz und Sohn Tobias, Manuel Bogedain und der geschäftsführende Mitgesellschafter Markus Solbach gestern beim Technologietag im Tempelshof. FOTO: ACHIM HÜSKES
Tönisvorst. Beim Technologietag kamen gestern 70 internationale Aussteller und Gäste zum Computertechnologie-Unternehmen Noffz ins Gewerbegebiet Tempelshof. Das Unternehmen, das 1989 gegründet wurde, expandiert weltweit weiter. Von Heribert Brinkmann

Die Zukunft sieht für Noffz Technologies rosig aus. Das Unternehmen im Gewerbegebiet Tempelshof steht unter Volldampf und expandiert weiter. Die Hochfrequenztechnik beschert dem mittelständischen Unternehmen weltweit zahlreiche Aufträge. Kerngebiet des Unternehmens ist die Mess- und Prüftechnik, besonders für die Zulieferer in der Automobilindustrie, aber auch für die weiße Ware und andere Branchen.

So wurde gerade von der EU eine Norm verabschiedet, die bei Neuwagen ein E-Call-System vorschreibt. Gemeint ist dabei ein automatischer Notruf, der im Falle eines schweren Unfalls aktiviert wird und unabhängig vom Fahrer die Koordinaten des Standortes des Autos an eine Notrufzentrale weiterleitet. Diese Module müssen bei Frost, Hitze, Regen und Trockenheit funktionieren. Mit Testtechnik von Noffz werden diese Module beim Hersteller bei Temperaturen von minus 40 bis plus 85 Grad geprüft. Die Fehlerquote im verbauten PKW nach dem Test liegt dann nur noch bei drei bis vier Teilen von einer Million.

Der neue Verkaufsrenner von Vorwerk ist die völlig neuartige digitale Kochmaschine Thermomix, die zwölf Funktionen vom Verkleinern, Mixen, Rühren bis zum Kochen und Dampfgaren vereint. Vor der Markteinführung wurde in St. Tönis für dieses "Geheimprojekt" die Prüftechnik entwickelt, ebenso für den Staubsaugroboter Kobold. Das Tönisvorster Unternehmen ist breit aufgestellt, ihre Prüfgeräte werden bei dem Test von Produkten für Boeing in der Luftfahrttechnik genauso eingesetzt wie bei der Siemens-Kraftwerkstechnik. Und die technologische Revolution - Stichwort Industrie 4.0 - nimmt zu. Noffz ist an der Schnittstelle von Hochfrequenz-Datenübertragungen an vorderster Front dabei. Im nächsten Jahr sind Niederlassungen in Mexiko und China geplant. Aber auch in die herkömmliche Produktion zieht immer mehr automatisierte Prüftechnik ein - und deren Funkverbindung muss getestet und gewartet werden. Firmengründer ist Wilfried Noffz. Der Ingenieur für Nachrichtentechnik arbeitete bei Philips in Krefeld-Linn in der Produktion von Videorekordern. Dafür entwickelte er Testsysteme. Als Philips den Standort schloss, machte er sich selbständig - zuerst im Keller seiner Doppelhaushälfte in St. Tönis, dann in einem Firmengebäude am Tackweg und seit 2004 am Tempelsweg. Von Beginn an unterstützt ihn seine Ehefrau Petra Noffz massiv beim Aufbau des Unternehmens und hat die Leitung des Bereiches Finanzen. Wo vor einem Jahr bei der Feier zum 25-jährigen Bestehen noch ein Zelt stand, ist jetzt eine Fertigungshalle entstanden. Gestern diente die neue Halle beim Technologietag mit Schwerpunkt "Hochfrequenz- und Wireless Test" als Raum für Vorträge und Gespräche zwischen Kunden und Anbietern. Der entsprechende Unternehmensbereich wird von Prokurist Manuel Bogedain voll verantwortlich geleitet. Weltweit sind mehr als 1000 Testsysteme von Noffz in Betrieb.

Heute arbeiten über 60 Mitarbeiter für das Tönisvorster Technologieunternehmen, das auch in München ein Vertriebsbüro und in Budapest ein Entwicklungsbüro unterhält. 2007 stieg Markus Solbach als geschäftsführender Gesellschafter in das Unternehmen ein. Auch Sohn Tobias Noffz, der an der Fontys Universität Venlo Internationales Business studiert, unterstützt bereits das Unternehmen im Verwaltungsbereich. Mit Solbach und Sohn Tobias (25) ist das Unternehmen auch für die Zukunft bei einem Generationswechsel gut gerüstet. Beim Jubiläumsfest gab Markus Solbach für das 50-jährige Bestehen 2039 das Ziel vor: 30 Millionen Euro Umsatz und 180 Mitarbeiter. Trotz aller Weltläufigkeit ist das Unternehmen lokal verwurzelt und will in Tönisvorst bleiben. Viele Mitarbeiter sind nach St. Tönis gezogen und haben dort gebaut.

Quelle: RP
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