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Tönisvorst
Künstlergruppe Facette fragt: "Was braucht der Mensch?"

Tönisvorst: Künstlergruppe Facette fragt: "Was braucht der Mensch?"
Bei der Eröffnung der Ausstellung (v.l.): Manfred Küster, Gertrud Köthlein, Ursula Winkels und Sue Kramer. FOTO: achim Hüskes
Tönisvorst. Was braucht der Mensch? Die Frage erscheint schlicht, und macht doch bei jedem Versuch einer Antwort bewusst, wie komplex das Thema sein kann. Unter der Überschrift "Was braucht der Mensch?" zeigen vier Akteure der Künstlergruppe Facette eine Ausstellung im Foyer des Medikamentenhilfswerks Action Medeor.

Ursula Walch, Gertrud Röthlein, Sue Hansen-Kramer und Manfred Küsters zeigen in Malerei und Foto, was ihnen wichtig erscheint. Im April werden andere Mitglieder der Gruppe diese Auswahl um weitere Aspekte ergänzen.

Norbert Vloet, Leiter der Bildungsarbeit, griff in der Begrüßung das Thema der Ausstellung auf, um zu betonen, dass die Problemstellung gerade beim Medikamentenhilfswerk präsent sei. Als Grundbedürfnisse nannte Vloet beispielsweise Medikamente, Nahrung, Wasser und Frieden. Den vielen Menschen auf der Flucht würde ein solcher Frieden fehlen. Er verwies ebenso auf persönliche Bedürfnisse, deren Erfüllung Zufriedenheit und Glück schenken kann.

Mit Blick auf die Wegwerfmentalität und den verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen betonte Manfred Küsters in seiner Einführung, dass Grundbedürfnisse relativ und abhängig von Epochen, religiösen wie auch persönliche Vorstellungen seien. In seinem Beitrag setzt er auf Reduktion: Küsters reiht Fotos, die im begrenzten Gesichtsausschnitt auf Augenpaare zurückgenommen sind. Die Fotos werden akkurat in Passepartouts und klassischem Rahmenformat präsentiert, doch im Gegensatz zu dieser Strenge ist an jeder unteren Rahmenleiste ein beschriebener Zettel mit ausgefransten Rändern angebracht. Handschriftlich werden wechselnden Begriffe, wie "Todesangst" und "Erkrankung", ins Spiel gebracht.

Röthlein wählt die klassisch gegenständliche Darstellung, um zu zeigen, was von Bedeutung sein kann. Da ist das Stillleben "Unser täglich Brot", das unmittelbar den Bezug zum Gebet "Vater unser" assoziiert. Ebenso sind ihr unspektakulär angesammelte Malutensilien als Symbole einer großen Leidenschaft bildwürdig. Im zweigeteilten Bild ist bei ihr das auch von Floet genannte Wasser thematisiert. Röthlein stellt die sparsam fallenden Tropfen in der Grotte einer Wüstenlandschaft dem frei plätschernden Wasser eines Brunnens gegenüber. Kramers Bild einer Häuseransammlung mit kleinformatig dargestellten Menschen lässt an ein afrikanisches Dorf denken. Die Figuren sind sparsam, doch charakteristisch angedeutet. Ursula Walch kontrastiert die konventionelle Darstellung eines vom Garten umfriedeten Hauses mit einer gestisch bewegten Malerei, die einen flammenden Sonnenball assoziiert.

(anw)
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