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Tönisvorst
Land übernimmt gesamte Kosten

Tönisvorst: Land übernimmt gesamte Kosten
Die Rosentalhalle wurde mit Bauzäunen und Spinden aufgeteilt, damit die Flüchtlinge ein wenig voneinander abgeschirmt untergebracht werden. FOTO: STADT
Tönisvorst. In der Rosentalhalle als Notunterkunft wurden am Mittwochabend 150 Flüchtlinge untergebracht. Von Heribert Brinkmann

Die Rosentalhalle ist "voll". Die Kapazität von 150 Plätzen, die Tönisvorst ans Land gemeldet hat, ist seit Mittwochabend ausgeschöpft. Mit drei Bussen wurden die Flüchtlinge zur Rosentalhalle in St. Tönis gebracht. Sie sollen dort etwa zwei bis drei Wochen verbleiben, bis sie registriert und dann auf eine Kommune verteilt werden. Frei werdende Plätze können dann neu belegt werden.

Die Rosentalhalle gehört zu den 246 Notunterkünften landesweit, die als "Überlaufbecken" für die fünf Erstaufnahmezentren und 21 zentralen Unterbringungsorte dienen. In Folge eines Amtshilfeersuchens der Bezirksregierung Düsseldorf wurde die Rosentalhalle als Notunterkunft dem Land zur Verfügung gestellt. Vorteil für die Stadt: Die Kosten für die Unterbringung der 150 Flüchtlinge in der Rosentalhalle übernimmt nach Auskunft der Bezirksregierung Arnsberg das Land zu 100 Prozent. Gleichzeitig werden der Kommune auch keine weiteren Flüchtlinge zugeteilt.

Mit Stand von gestern meldet die Bezirksregierung Arnsberg, die zentral für das Thema Flüchtlinge verantwortlich handelt, 58.000 Flüchtlinge in Nordrhein-Westfalen. Für diese Woche werden 14.000 Neuankömmlinge erwartet. In der Vorwoche waren es 13.738. davor 12.610 und 11.752. Die Zahlen der Flüchtlinge steigen also noch von Woche zu Woche, von einer Entspannung der Situation kann keine Rede sein. In dieser Woche muss das Land oder vielmehr die Bezirksregierungen täglich 2000 neue Flüchtlinge unterbringen. Nach dem Königsteiner Schlüssel, der auf Bevölkerungszahl und Steueraufkommen fußt, muss NRW 21 Prozent der Flüchtlinge, die nach Deutschland kommen, aufnehmen.

Von den 13.738 Flüchtlingen, die in der vergangenen Woche nach NRW kamen, sind allein 6533 mit dem Zug aus Bayern nach Köln oder Düsseldorf gebracht worden. Bei den vier Erstaufnahmezentren steht Dortmund mit 4499 Flüchtlingen an der Spitze, gefolgt von Bielefeld mit 1493, Unna mit 659 und Siegen mit 554 Flüchtlingen. Gab es anfangs mobile Teams, die zu den Unterkünften fuhren und die Flüchtlinge registrierten, so sind inzwischen drei "Registrierungsstraßen" (Flughafen Münster/Osnabrück, Herford und Niederaußem) eingerichtet worden, zu denen die Flüchtlinge mit Bussen gebracht werden.

Quelle: RP
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