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Tönisvorst
Mais-Anbau am Rande des Erholungsgebietes am Wasserturm

Tönisvorst: Mais-Anbau am Rande des Erholungsgebietes am Wasserturm
Ausgleichsflächen für das Erholungsgebiet am Wasserturm contra Landwirtschaft. Auf Restflächen wird Mais angebaut. FOTO: WOLFGANG KAISER
Tönisvorst. Wer am Südring oder an der Düsseldorfer Straße das Gelände am Wasserturm passiert, reibt sich verwundert die Augen. Am Rande der Ausgleichsfläche Tö62 "Erholungsgebiet am Wasserturm" , und zwar am Randstreifen Düsseldorfer Straße / Südring befindet sich keine Freizeitwiese mit einer Baumreihe als Abschluss, sondern ein Maisfeld. Durchaus ansehnlich. Etwas weiter nördlich an der Düsseldorfer Straße befindet sich dann noch ein weiterer Zipfel mit Mais, wesentlich kleiner, vielleicht 6000 qm groß - oder eher klein. Von Heribert Brinkmann

Diese Grundstücke konnte die Stadt anscheinend nicht - oder noch nicht - erwerben. Sie stehen für einen Interessenskonflikt zwischen Stadtplanung und Landwirtschaft. Am dicht besiedelten Niederrhein gibt es eine große Konkurrenz um freie Flächen. Wenn die Stadt freie Flächen für Wohnbebauung, Straßen oder Gewerbe bebaut, muss sie Ausgleichflächen für den Naturschutz anlegen. Meistens geht das zu Lasten der Landwirtschaft. Die Flächen am Wasserturm waren Ackerflächen von guter Qualität. Es gäbe im Vorster Broich durchaus feuchte Weideflächen, die sich nicht als Ackerflächen eigneten.

Nun kommt erschwerend dazu, dass die Landesregierung den Naturschutz stärken will. Jedenfalls hat Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) ein neues Landesnaturschutzgesetz eingebracht, das sich erheblich auf die kommunale Planung und zukünftige Ansiedlung von Gewerbebetrieben auswirken kann. Nach den Unterlagen des Landesumweltamtes werden 77 Prozent der Grünflächen in NRW landwirtschaftlich genutzt. Das neue Gesetz will verhindern, dass weiteres Grünland in Ackerflächen umgewandelt wird. Auf jeden Fall soll die bisherige 1:1-Regelung gekippt werden. Für einen Hektar gefällten Altwald müssten künftig 3 ha neu aufgeforstet werden.

In Tönisvorst müssen für das Baugebiet Schäferstraße Ausgleichsflächen angekauft werden. Die Vorschriften für Ausgleichsflächen lassen inzwischen zu, Flächen außerhalb des eigenen Stadtgebietes zu erwerben. Hier kommt jetzt eine neue Entwicklung im Kreis Viersen ins Spiel. Im Kreistag Ende Juni ging es darum, eine Entwicklungsgesellschaft Energie und Gewerbepark Elmpt (EGE) zu gründen. Gesellschafter wären der Kreis, die Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Kreis Viersen (WFG) und die Gemeinde Niederkrüchten. Es geht um das Riesengelände des ehemaligen RAF Fliegerhorstes in Brüggen. Das Gelände befindet sich im Besitz des Bundes. Während im vorderen Bereich der ehemaligen Kasernen-Bebauung Gewerbebetriebe angesiedelt werden könnten, soll der Bereich um die Landebahnen aufgeforstet werden - ein ideales Terrain für Ausgleichsflächen.

Quelle: RP
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