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Tönisvorst
Mehr Geld für Reinigung der Schulen

Tönisvorst. Das Thema Sauberkeit in Schulen und städtischen Kindertagesstätten beschäftigt auch die Politiker im Ausschuss für Wirtschaftsförderung, Stadtmarketing, Gebäudemanagement und Liegenschaften. Auf Anfrage der CDU-Fraktion diskutieren die Politiker, wie schon ihre Kollegen im Schul- und Kulturausschuss vor zwei Wochen, über die Wiedereinführung einer jährlichen Grundreinigung in den Gebäuden und andere Standards. Von Stephanie Wickerath

Der Hintergrund: Die Schulleiter hatten moniert, dass die hygienischen Zustände in den Schulen für Schüler und Lehrer gesundheitsgefährdend seien und die Gebäude durch die fehlende Pflege verwahrlosten. Die CDU-Politiker wollen nun noch einmal wissen, was es damit auf sich habe. Dass auch der Verwaltung die Problematik nicht unbekannt ist, gibt Fachbereichsleiter Marcus Beyer unumwunden zu, aber: "Die Rechnungsprüfungsanstalt hat uns vor ein paar Jahren dazu geraten, die Grundreinigung einzusparen", sagt Beyer.

Roland Gobbers von den Grünen wirft ein, eine tägliche, gründliche Reinigung sei schon ein Fortschritt. "Die Mängel bei den Putzarbeiten müssen dokumentiert und abgestellt werden", fordert Gobbers. Während Marcus Thienenkamp von der FDP vorschlägt, Bonuszahlungen in Aussicht zu stellen, wenn die Klassen- und Kitaräume künftig besonders gut geputzt werden, schlägt Heinz Michael Horst von der SPD vor, städtisches Reinigungspersonal einzustellen. "Seit 30 Jahren bin ich in der Politik und seit 30 Jahren erlebte ich die Aufführung des Märchens 'Die Privatwirtschaft kann alles besser'", sagt Horst.

Tatsächlich sei das nicht so. Besonders im Reinigungssektor sei der Kostendruck enorm und die Mitarbeiter seien in der vorgegebenen Zeit gar nicht in der Lage, die Räume gründlich sauber zu machen. "Wir müssen wieder mehr Geld in die Hand nehmen", sagt der SPD- Fraktionsvorsitzende, "sonst ändert sich nichts." Marcus Beyer von der Stadt entgegnet: "Sie können den Standard des heimischen Wohnzimmers in den Schulen haben, das werden wir aber nicht bezahlen können."

Alexander Descher (CDU) plädiert dafür, bei der nächsten Ausschreibung nicht den billigsten Anbieter zu nehmen und über die Wiedereinführung der jährlichen Grundreinigung mit Versiegelung der Fußböden nachzudenken. Außerdem, auch das wünschen sich Politiker und Verwaltung, sollen Kita- und Schulleiterinnen künftig dokumentieren, ob die Putzkräfte gründlich gereinigt haben oder nicht.

Marcus Beyer teilt mit, die Stadt wolle im nächsten Jahr gemeinsam mit einem Berater eine Ausschreibung vorbereiten. "Dann sehen wir, welchen Standard wir uns leisten können und wollen." Der Vertrag mit der aktuellen Reinigungsfirma laufe 2018 aus.

Quelle: RP
 
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