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Tönisvorst
Mehrheit für Häuserbau am Pastorswall

Tönisvorst: Mehrheit für Häuserbau am Pastorswall
Blick vom Pastorswall auf die Gartenseite der Häuser an der Kirchstraße, links im Hintergrund der Mertenshof, rechts hinten die Kirche St. Cornelius. Der schmale Weg müsste um zwei Meter zu einer Straße verbreitert werden. FOTO: WOLFGANG KAISER
Tönisvorst. Gegen die Wünsche von Anwohnern und Eigentümern beschlossen CDU, FDP und Grünen im Planungsausschuss, aus den Gärten am Pastorswall Bauland zu machen. An der Hochstraße soll bald 15 Meter hoch gebaut werden können. Von Stephanie Wickerath

Vier von fünf Eigentümern der Gartengrundstücke am Pastorswall in der St. Töniser Innenstadt sind dagegen, dass aus ihren Gärten Bauland wird. Gefragt wurden sie nicht, bevor die Stadtverwaltung den Vorschlag in den Planungsausschuss einbrachte, den Bebauungsplan Tö-27 "Platanenallee" zu ändern. Demnach ist jetzt mit den Stimmen von CDU, FDP und den Grünen und gegen die Stimmen der SPD und der UWT ein sogenanntes Baufenster am Pastorswall entstanden. Mit acht Ja- und fünf Nein-Stimmen fiel das deutlich aus.

Folgen die anderen Gremien und der Stadtrat dem Beschluss, könnten die sechs Grundstücke zwischen Eingangsbereich Hochstraße und Mertenshof mit zweigeschossigen Häusern bebaut werden. Um den Pastorswall für den dann zu erwartenden Verkehr zu öffnen, hat die Verwaltung für den geplanten Neubau an der Ecke Hochstraße bereits festgelegt, dass das neue Haus zwei Meter zurückspringen soll. Aus dem jetzt drei Meter schmalen Eingangsbereich wird dann eine fünf Meter breite Straße.

Der Pastorswall sei zurzeit teilweise unattraktiv, sagte Marcus Beyer vom Fachbereich Immobilien bei der Stadt. Durch eine Bebauung könne das Gebiet aufgewertet werden. Beyer gab allerdings zu, dass sowohl der zu erwartende Verkehr als auch die zahlreich benötigten Stellplätze ein Problem seien. Bisher parken Mieter und Eigentümer ihre Autos nämlich im Garten, den sie vom Pastorswall aus anfahren. Sollten dort aber Häuser stehen, fallen diese Plätze weg.

"Die gesamte Verkehrssituation ist äußerst fragwürdig", sagte Johannes Funck, SPD. Und Heinz Nepsen, UWT, fügte hinzu: "Wer die Situation kennt, weiß, wie die Grundstücke genutzt werden. Wir sind gegen eine Bebauung." Ausschussvorsitzender Hans Joachim Kremser schlug vor, grundsätzlich darüber abzustimmen, ob das Baufenster im neuen Bebauungsplan bleibt oder nicht. Dem aber schob Christiane Tille-Gander, CDU, den Riegel vor: "Wir sind ganz am Anfang des Verfahrens, da sollten wir keine Grundsatzentscheidung fällen." Die Verwaltung möge Lösungen für den Verkehr finden und dann müsse man weiter diskutieren. Die Anwohner und die deutliche Mehrheit der Grundstückseigentümer sind geschlossen gegen die Bebauung. Interesse daran hat lediglich ein Immobilienunternehmer aus Krefeld, der zwei Grundstücke am Pastorswall erworben hat - genau die beiden, wegen denen der Pastorswall "teilweise unattraktiv" ist, wie Beyer es formulierte.

Und noch weitere Änderungen sieht die Neufassung des Bebauungsplanes Tö-27 "Platanenallee" vor. So soll künftig an der Hochstraße bis zu 15 Metern hoch gebaut werden dürfen. Bisher schwankten die Gebäudehöhen zwischen 13 und 15 Metern. Der neue Plan setzt an der Hochstraße eine einheitliche Wand- und Gebäudehöhe fest. Demnach dürfen die Häuserwände künftig bis zwölf Meter hoch sein, die Gebäude in ihrer Gesamtheit 15 Meter und zwar bis in eine Bautiefe von 16 Metern.

Das kommt besonders dem Bauherrn des geplanten Neubaus an der Ecke Hochstraße/Pastorswall entgegen, der das gesamte Grundstück mit einem dreigeschossigen Gebäude mit Ladenlokal im Erdgeschoss überplanen will. Mit dem Abriss des bisherigen Hauses wird im Frühjahr gerechnet. An der Kirchstraße dürfen die Häuserwände nach dem neuen Bebauungsplan nicht höher als acht Meter sein, die Gesamtbauhöhe darf 13 Meter nicht überschreiten. Das höher gebaute Haus Kirchstraße 6 hat Bestandsschutz.

Quelle: RP
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