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Tönisvorst
Mit dem Rad von Hof zu Hof

Tönisvorst: Mit dem Rad von Hof zu Hof
Bürgermeister Thomas Gossen und Bundestagsmitglied Uwe Schummer gehörten ebenso wie Landrat Andreas Coenen zu den Besuchern der Tönisvorster Höfetour, die auf dem Hof der Familie Platen begann. FOTO: stephanie wickerath
Tönisvorst. Rund 6000 Menschen waren gestern auf den Feldern rund um Tönisvorst unterwegs. Die Kreisbauernschaft hatte zur Höfetour eingeladen. Die fünf teilnehmenden Unternehmen freuten sich über das rege Interesse der vielen Besucher. Von Stephanie Wickerath

Abwechslungsreicher kann eine Höfetour kaum sein: Hat der Besucher bei Familie Platen gerade noch zwischen kleinen Weihnachtsbäumen gestanden, findet er sich bei Familie Dierkes zwischen 42.000 bunten Gerbera wieder. Weiter geht es zum Obstgut Tackheide der Familie Schmitz, wo der Duft frischer Erdbeeren in der Luft liegt. Auf dem Obsthof Unterweiden gibt es eine Rundfahrt durch die Plantagen, wo die ersten Äpfel bereits wachsen. Und im Milchviehbetrieb der Familie Driehsen schließlich wartet frisch gemolkene Milch auf die Gäste.

Etwa 6000 Menschen nahmen gestern das Angebot der fünf Tönisvorster Höfe an, sich über Anbau und Viehhaltung, über Obstschnitt und Blumenpracht, Direktvermarktung und nachhaltige Landwirtschaft zu informieren. Etliche Besucher sind dabei mit dem Fahrrad unterwegs. Etwa 20 Kilometer legen sie zwischen den Höfen zurück. Die vielen köstlichen Angebote zur Stärkung werden gerne genommen. Außerdem gibt es rund um die Betriebsführungen Programm. So spielen die Jagdhornbläser der Kreisjägerschaft, es gibt Strohburgen, Stockbrotbraten und Bastelecken, auch Blumenangeln und Ponyreiten gehören dazu.

In der Gärtnerei Dierkes bewundern die Besucher der Tönisvorster Höfetour die Farbenpracht und Vielfalt der 42.000 Gerbera, die die Gärtnerei als Schnittblumen verkauft. FOTO: Wickerath stephanie

Der Schwerpunkt aber liegt der Landwirtschaft, die Betriebsführungen sind gut besucht. "Ich hätte nicht gedacht, dass Tannenbäume so langsam wachsen", sagt Petra Engels, nachdem sie mit Rudolf Platen an dessen 40.000 Bäumen vorbeigegangen ist. "Das erklärt jetzt natürlich auch den Preis, den so eine Nordmanntanne hat", sagt die Frau aus Uerdingen. Außerdem erfahren die Besucher, darunter auch Tönisvorsts Bürgermeister Thomas Goßen, Landrat Andreas Coenen und Bundestagsmitglied Uwe Schummer, dass die Familie Platen die Bäumchen bekommt, wenn sie drei Jahre alt sind. 15 bis 20 Zentimeter sind sie dann erst groß. "Acht bis zehn Jahre stehen die Bäume hier, ehe wir sie als Weihnachtsbaum verkaufen", erklärt der Landwirt, der seit 1992 neben Ackerbau und Schweinemast die Tannenaufzucht betreibt.

Während der Weihnachtsbaumverkauf bei Platen eine saisonale Angelegenheit ist, verkaufen Jörg und Elsbeth Dierkes ihre Blumen das ganze Jahr über an den Großhandel. "Wir haben 42 verschiedene Sorten Gerbera in unserem Gewächshaus, die das ganze Jahr über blühen", erklärt Jörg Dierkes, der den Betrieb seit 1991 führt. Auf Kokosraspeln wächst die Blütenpracht, die optimal mit Dünger, Wasser, flüssigem CO2, Wärme und Licht versorgt wird. Auch wenn das größtenteils die Technik übernimmt, gibt es bei Dierkes viel Handarbeit. "Jede Blume muss von Hand gezogen werden", erklärt der Gärtner. Dass die Schnittblume nicht geschnitten, sondern gezupft wird, verwundert Besucherin Britta Seja, die Jörg Dierkes trotz der vielen Mühe, die die Blumen machen, um seinen Arbeitsplatz im Gewächshaus beneidet: "Das ist doch ein traumhafter Anblick."

Blüten gibt es auf den Feldern des Obstguts Tackheide nicht mehr. Für Familie Schmitz ist jetzt Hochsaison: Die ersten Himbeeren und Erdbeeren sind reif und müssen gepflückt werden. "Bis zu 80 Saisonkräfte stellen wir dafür ein", sagt Agnes Schmitz, deren Mann Hans-Albert den Betrieb gemeinsam mit Tochter Britta leitet. Auf 30 Hektar pflanzen die Schmitz' sieben verschiedene Sorten Erdbeeren an. Zum Sortiment gehören auch Pflaumen, Aprikosen, Himbeeren, Blaubeeren, Brombeeren, Johannisbeeren, Kiwi.

Verkauft werden die Früchte im eigenen Hofladen und in der St. Töniser Fußgängerzone. "Durch die Direktvermarktung können wir Sorten anbauen, die langen Transport nicht vertragen, dafür aber besonders süß sind", erklärt Britta Schmitz.

Quelle: RP
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