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Tönisvorst
Mit harter Arbeit und festem Glauben

Tönisvorst: Mit harter Arbeit und festem Glauben
Dustin Ripkens machte seine ersten Tanzerfahrungen mit der Gruppe "Dark Flames" am Michael-Ende-Gymnasium Tönisvorst. FOTO: Tim Waterman
Tönisvorst. Dustin Ripkens hat sich seinen Traum erfüllt. Seit drei Jahren lebt und arbeitet der Tönisvorster als Tänzer und Choreograf in der amerikanischen Metropole Los Angeles. Sein Motto lautet: Aktiv bleiben und nicht aufgeben. Von Stephanie Wickerath

Natürlich sei es auch ihm nicht immer leicht gefallen, seinen Weg zu gehen, sagt Dustin Ripkens, aber: "Ich wusste, was ich wollte, und habe mich nicht abhalten lassen." Seit drei Jahren lebt der 27-Jährige in Los Angeles. Seinen Lebensunterhalt verdient er als Tänzer, Schauspieler, Choreograf und Fitnesstrainer. Damit hat sich der gebürtige St. Töniser einen Traum erfüllt, für den er seit seiner frühen Jugend gearbeitet hat.

Dabei war es nicht immer einfach für den jungen Mann, sich nicht beirren zu lassen, denn tanzende Jungs finden andere Jugendliche oft nicht unbedingt cool. "Im Großen und Ganzen hielten sich die Hänseleien aber in Grenzen", sagt Ripkens, der seine ersten Tanzerfahrungen mit der Gruppe "Dark Flames" am Michael-Ende-Gymnasium Tönisvorst machte.

Als er 16 Jahre alt war, stand für den Jugendlichen fest, dass er seine Leidenschaft zum Beruf machen will. "Ich habe dann eine klassische Ballettausbildung in einer Krefelder Schule begonnen und mich in der Einsteigergruppe zwischen lauter acht- und neunjährigen Mädchen wiedergefunden", erinnert sich der junge Mann, der zu diesem Zeitpunkt zwar schon viel Bühnenerfahrung hatte, aber keine Tanzausbildung.

Ripkens lernte schnell und trainierte hart, sodass er schon bald mit Gleichaltrigen mithalten konnte. Als in der Oberstufe ein Praktikum absolviert werden musste, bewarb sich der St. Töniser zunächst im NRW Tanzhaus und bekam eine Absage. Ripkens sprach mit seiner Ballettlehrerin, einer gebürtigen Engländerin. Sie empfahl ihm ein Tanzcollege in London, wo Ripkens sich bewarb und prompt genommen wurde. "Da war ich sechs Wochen, und es war mehr ein Training als ein Praktikum", erinnert sich der Tänzer.

Im nächsten Jahr fuhr er wieder hin, um mehr zu lernen. Wie sich zeigen sollte, war das eine gute Idee, denn Ripkens lerne die richtigen Leute kennen, knüpfte Kontakte und konnte nach dem Abitur eine dreijährige Ausbildung zum Tänzer, Schauspieler und Choreografen in London absolvieren. "Ich war schon während der Abi-Klausuren beim Vorstellungsgespräch und konnte dadurch gleich nach der Schule dort starten." Aus eigener Erfahrung weiß Ripkens, dass, wer seinen Traum verwirklichen will, an sich glauben muss, hart arbeiten muss, ein Quäntchen Glück und einen guten Plan braucht, um das Ziel zu erreichen. "Und es ist wichtig, nicht aufzugeben, Ausreden gelten nicht. Jeder hat Potenzial, das genutzt werden will."

Gefragt nach dem größten Opfer, das er für die Verwirklichung seines Traums gebracht hat, muss Ripkens nicht lange überlegen: "Meine Familie zu verlassen, war hart, denn meine Familie hat mich bei allem, was ich gemacht habe, immer unterstützt." Aber nach den drei Jahren Ausbildung in London war für den Tänzer klar, dass seine berufliche Zukunft nicht in Deutschland liegt. "Amerika ist eigentlich für jeden Tänzer das Land schlechthin", sagt der 27-Jährige. Während New York besonders für Musicaldarsteller spannend sei, sei Los Angeles - auch wegen der Hollywood Filmstudios - die Stadt für Tänzer.

Ein Flugticket allein reichte aber nicht, um in Amerika Fuß zu fassen. "Ich brauchte ein Visum, und das gibt es nur, wenn man nachweisen kann, dass man besondere Fähigkeiten hat, die in Amerika gebraucht werden." Aber Dustin Ripkens ließ sich auch davon nicht abhalten. Er hat es geschafft, die Amerikaner von sich zu überzeugen. Seit drei Jahren ist er jetzt in Los Angeles, arbeitet in verschiedenen Ensembles, tourt mit einer Tanztheatershow durch die USA und ist als Fitnesstrainer tätig.

Und obwohl er sein Ziel erreicht hat, gibt es noch einen großen Traum: "Auf Welt-Tournee mit Lady Gaga oder Janet Jackson zu gehen - das wär's!" Wer weiß: Vielleicht erfüllen sich ja manchmal in einem Leben mehrere Träume.

Quelle: RP
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