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Tönisvorst
Mit traditioneller Jazzmusik begeistern

Tönisvorst: Mit traditioneller Jazzmusik begeistern
Das Jazzband Muckefuck aus Neuss lässt den Jazz der 20er und 30er Jahre wieder aufleben. Die Jazzcombo begeistert mit Dixieland-, Swing und New Orleans-Jazz bei ihren Auftritten wie hier in Büttgen, kommt gerne nach ST. Tönis. FOTO: BERNS
Tönisvorst. Sie stehen nicht im Rampenlicht, ihre Namen tauchen nirgendwo auf, aber zu ihren Veranstaltungen kommen regelmäßig gut 100 Besucher. In der Vereinsserie stellen sie sich vor, die Mitglieder des Jazz-Clubs Tönisvorst. Von Stephanie Wickerath

Wenn der Jazz-Club Tönisvorst einlädt, wird es eng im Saal von "Ravvivi", dem ehemaligen Haus Wirichs an der Hochstraße in St. Tönis. Um die 100 Besucher kommen im Schnitt zu den Jazzabenden, die Falk Oelmann und Horst Beicher federführend ausrichten. Der Vorsitzende und sein Geschäftsführer sind seit fast 25 Jahren Mitglieder im Jazz-Club Tönisvorst und gehören damit zu den Männern der ersten Stunde.

"1991 hat sich der Jazz-Club gegründet, 1992 wurden er ins Vereinsregister eingetragen als Verein zur Förderung des Jazz in Tönisvorst", erzählt Falk Oelmann. Die Kultur in Tönisvorst um eine musikalische Komponente zu erweitern, das war das Ziel der Gründungsväter. Dabei spielen die meisten der heute 26 Mitglieder selber kein Instrument. "Aber wir lieben die Musik, wir sind quasi damit aufgewachsen", sagt der Vorsitzende. Besonders die traditionelle Jazzmusik von Ragtime, New Orleans, Dixieland, Chicago bis Swing interessiert die Macher.

Und so reisen Falk Oelmann und Horst Beicher auch mit 75, beziehungsweise 74 Jahren noch gerne durch den Niederrhein, das Ruhrgebiet und nach Holland, um sich Jazzbands anzuhören, die sie nach Tönisvorst einladen könnten. "Besonders in den Niederlanden kennen wir einige tolle Gruppen, die gerne immer wieder zu uns kommen", sagt Beicher. Zwar lockt in Tönisvorst nicht das große Geld, denn die Jazz-Abende bei "Ravvivi" sind eintrittsfrei, aber wegen der guten Stimmung kommen die Musiker gerne in den kleinen Ort. "Bei uns ist es unmittelbar, es gibt keine Bühne, Musiker und Zuhörer kommen sich mitunter sehr nahe", schmunzelt der Vorsitzende.

Vier bis fünf Konzerte veranstaltet der Jazz-Club jedes Jahr in St. Tönis, ein Konzert, meistens im Sommer, findet traditionell in Vorst in der "Kleinen Kneipe" statt. "Auch dort ist immer eine tolle Stimmung", sagt Oelmann. Mehr als die Hälfte der Besucher gehört zum Stammpublikum. Aber es kommen auch immer wieder neue musikinteressierte Gäste zu den Jazz-Abenden. Finanziert werden die Konzerte über die Mitgliederbeiträge und eine Spendensammlung am Abend selber. "Auch die Wirte unterstützen uns", sagt Horst Beicher, dessen Frau Heidi als Kassenwartin den Überblick behält. Als gemeinnütziger Verein darf der Jazz-Club keine Gewinne erzielen. "Das wollen wir auch gar nicht, wir kommen meistens mit Plus-Minus-Null raus", sagt der Vorsitzende. Im Mittelpunkt stehe die Freude an der Musik und die Freude daran, dass die Jazz-Abende so gut angenommen werden. "Die gute Stimmung und der Spaß, den die Bands mit den Auftritten bei uns haben, das ist unsere Motivation", sagt der St. Töniser. Ans Aufhören denken die beiden Senioren deshalb noch lange nicht. "Wir wollten das noch 20 Jahre so weiter machen", scherzt Oelmann.

Quelle: RP
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