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Tönisvorst
Mit vier Morgen Land fing bei Franken alles an

Tönisvorst. Der Mai hat für die Familie Franken in diesem Jahr eine besondere Bedeutung, sie feiert nämlich ein Jubiläum. Vor 50 Jahren legte Hans Franken mit seiner Frau Hermine den Grundstein für die Gärtnerei an der Stiegerheide 7 in Tönisvorst. "Ich komme von einem landwirtschaftlichen Betrieb, den später mein älterer Bruder übernahm. Ich selber wollte auch immer in die Landwirtschaft und habe von meiner Mutter nach meiner Gärtnerlehre vier Morgen Land erhalten", erzählt Johannes Franken. Dieser eine Hektar Land war die Grundlage für das Unternehmen.

"Es gab hier keinen Weg, keinen Strom, kein Wasser. Mein Mann hat das Jauchefass seines Bruders mit Wasser gefüllt, damit der Spieß für die Fundamente des ersten Treibhauses gemacht werden konnte. Ausgehoben haben wir den Boden für die Fundamente mit dem Spaten", erinnert sich Hermine Franken an die ersten, nicht immer einfachen Jahre. Im Mai 1966 startete die Gärtnerei Franken. Damals waren es Schnittblumen, die für die Versteigerungen in Straelen bestimmt waren. Noch im selben Jahr kam ein zweites Treibhaus dazu. Nachdem das dritte Treibhaus zwei Jahre später stand, bauten die Frankens ihr eigenes Haus direkt neben dem Betrieb. Gelebt hatte man bis dato zur Miete in der Nachbarschaft. Die Ölkrise in den 70er-Jahren zwang die Frankens umzudenken. Sie schwenkten von den Schnittblumen zur Topfware um. Eine Entscheidung mit Bestand.

Im Laufe der Jahre wuchs der Betrieb um ein Vielfaches. Heute bewirtschaftet Sohn Johannes Franken 5,5 Hektar, wobei zwei Hektar dem Freilandanbau und 2,8 Hektar unter Glas zur Verfügung stehen. Die restliche Fläche verteilt sich auf diverse Gebäude. "Wir sind heute ein zertifizierter Betrieb mit einer ökologischen Energieversorgung. Diese läuft nämlich auf Pflanzenölbasis", informiert Johannes Franken. Vier Millionen Töpfchen mit unterschiedlichen Beetpflanzen produziert die Gärtnerei pro Jahr für den Großhandel. Zehn Mitarbeiter sowie weitere Saisonkräfte sind dafür mit der Familie im Einsatz.

Johannes Franken übernahm 2006 den elterlichen Betrieb, nachdem er eine Gärtnerlehre in Anrath, Gesellenjahre daheim und den Meister gemacht hatte. "Für mich war es nie eine Frage, ob ich das Werk meines Vaters fortsetzen wollte. Ich wollte immer Gärtner werden", verrät Johannes Franken. Ein schwerer Schlag für das Familienunternehmen war 1999 das Hagelunwetter. Ein ganzer Treibhausblock wurde so zerschlagen, dass er abgerissen und neu gebaut werden musste.

Aber auch wenn es Rückschläge gab, Hans und Hermine Franken würden alles noch einmal genau so machen. Mit Jana (acht Jahre) und Robin (sechs Jahre) steht inzwischen die dritte Generation am Start.

(tre)
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