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Tönisvorst
Netzausbau ist für Unternehmen existenziell

Tönisvorst: Netzausbau ist für Unternehmen existenziell
Der Impulsvortrag über Cyberkriminalität im Rahmen des Unternehmensfrühstücks "Tönisvorstum8" fiel wegen Erkrankung aus. Die rund 60 Gäste im Restaurant Ravvivi diskutierten stattdessen den Ausbau des Internetnetzes. FOTO: WOLFGANG KAISER
Tönisvorst. Rund 60 Gewerbetreibende kamen zum Unternehmerfrühstück "Tönisvorst um acht" ins Restaurant Ravvivi. Von Heribert Brinkmann

Zum zweiten Unternehmerfrühstück im Januar 2014 hatte Wirtschaftsförderer Markus Hergett eine große Karte mit dem Gewerbegebiet Mühlenstraße, ehemals Cray Valley-Werk, mitgebracht. Und die Skizze mit der Musterplanung fand reges Interesse bei zahlreichen Handwerkern und Gewerbetreibenden. Passiert ist seitdem nicht viel. Gestern, beim aktuellen Unternehmerfrühstück im Restaurant Ravvivi in St. Tönis, war Markus Hergett trotzdem zuversichtlich. Zwar sei ein Treffen am 20. September geplatzt, weil zwei Air-Berlin-Flüge von Berlin nach Düsseldorf annuliert wurden, aber mit dem 17. Oktober sei ein neuer Termin abgesprochen. Dann könne die städtebauliche Leitplanung "final verhandelt" werden. Der Ball liege aber bei Total.

Eine Absage gab es auch für das Unternehmerfrühstück gestern. Ein Berater der Bundesregierung sollte dort einen Impulsvortrag über Cyberkriminalität halten. Am frühen Morgen sagte er ab, weil er ins Krankenhaus musste. Bürgermeister Thomas Goßen nahm's mit Humor. Für seine Bemerkung, vor der Cyberkriminalität müssten in Tönisvorst erstmal die Leitungen liegen, hatte er die Lacher auf seiner Seite. Ohne seinem Bericht im nächsten Hauptausschuss vorzugreifen, informierte Goßen, dass die Analyse der Breitband-Versorgung vor Ort - die Stadt Tönisvorst und der Kreis Viersen arbeiten dabei zusammen - im November abgeschlossen sei. Schon jetzt sei deutlich geworden, dass beim Breitband-Ausbau viel in Bewegung geraten sei, die Förderprogramme von Bund und Land allerdings schwer zu verstehen seien. Wenn man die 600 förderfähigen Firmen als Punkte auf einer Karte verteile, dann ergebe das die Optik eines Streuselkuchens. Und wenn dann die Telekom sich einige Bereiche für sich selber vorbehalte, werde es noch schwieriger, zu einer Lösung zu kommen. Ländliche Gebiete hätten es eben besonders schwer.

Veronika Rehse aus der Geschäftsleitung der Firma Rehse Reklame GmbH, FOTO: Heribert Brinkmann

Ein erster konkreter Schritt in die Datenzukunft passiert gerade im Gewerbegebiet Tempelshof. In Zusammenarbeit mit der Stadt sucht die Deutsche Glasfaser dort zurzeit Interessenten für eine Versorgung mit Glasfaserleitungen. Das erste Unternehmen, das mit der Deutschen Glasfaser einen Vertrag abgeschlossen hat, ist die Rehse Reklame GmbH am Lenenweg. Veronika Rehse, Mitglied der Geschäftsleitung, machte gestern bei den Kollegen vom Tempelshof Werbung dafür, es ebenso zu tun. Sie hofft, dass sich genügend Interessenten melden. Die Deutsche Glasfaser hat bisher drei Verträge unterschrieben, zwölf Angebote rausgeschickt und noch 20 Gespräche vor Ort vereinbart. Veronika Rethel hat im Unternehmen negativ erfahren müssen, dass Mails nicht ankommen oder zwei Stunden "dauern". Als der bisherige Betreiber ankündigte, das bisherige Telefonnetz nach ISDN zum Jahresende einzustellen, war die Aufregung groß. Auf die Kommunikationsmedien sind Unternehmen existenziell angewiesen. Insofern sei das Angebot der Deutschen Glasfaser gerade im richtigen Augenblick gekommen.

Spontan hatte Mehmed Gül, Key Account Manager Business der Deutsche Glasfaser Unternehmensgruppe, zugesagt, für den Impulsvortrag einzuspringen. Ehrgeiziges Ziel des Unternehmens ist es, ein bedeutender Marktführer im Bereich Glasfaserausbau in Deutschland zu werden. Es entwickelt, baut und betreibt zukunftsfähige Glasfasernetze und trifft Vorsorge für die dynamische Breitband-Entwicklung der kommenden Jahrzehnte. Dabei ist die Deutsche Glasfaser erst 2010 gegründet worden. Zu den Gründern gehören niederländische Investoren, die bereits im Nachbarland rund zwei Millionen Anschlüsse verlegt haben. Inzwischen sind andere Investoren hinzugekommen. Bisher ist DG überwiegend in ländlichen Gebieten, díe schlecht versorgt sind, unterwegs. Während in Deutschland bisher nur über zwei Prozent Glasfaserleitungen verfügt, weise Japan eine Versorgung von 80 Prozent aus.

Mehmed Gül, Manager der Deutsche Glasfaser Unternehmensgruppe. FOTO: Heribert Brinkmann

Voll aufs Internet setzt auch Constanze M. Drescher aus Straelen. Auf ihrem Portal jobsuche-niederrhein.de will sie Unternehmen aus der Region vorstellen. Der Arbeitgeber steht dabei im Vordergrund. Reserviert sind 75 Internet-Adressen, auch eine für Tönisvorst wird eingerichtet. Als Unternehmerin, die viel herumkommt, machte sie für das Format "Tönisvorst um 8" der Stadt ein dickes Kompliment.

Constanze Drescher wirbt für Jobsuche im Internet. FOTO: H. BRINKMANN
Quelle: RP
 
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