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Tönisvorst
Neubaugebiet auf historischem Grund

Tönisvorst. Die archäologischen Ausgrabungen in Vorst-Nord sind abgeschlossen. Melanie Eigen von der Firma "Arch-Bau" stellte die Ergebnisse im Planungsausschuss vor. Spektakuläre Funde sind nicht dabei. Von Stephanie Wickerath

Die Auswertung der archäologischen Untersuchungen in Vorst-Nord stellte Melanie Eigen von der Firma "Arch-Bau" im Planungsausschuss vor. Viele Jahre haben Archäologen historische Zeugnisse auf der landwirtschaftlichen Fläche dokumentiert, auf der die Stadt ein Neubaugebiet mit 80 Wohneinheiten entstehen lassen will. Nun aber sind die Grabungen abgeschlossen und ausgewertet.

Etwa 5,5 Hektar ist die Fläche groß, die die Archäologen auf Zeugnisse aus der Vergangenheit untersucht haben. Ein wirklich spektakulärer Fund ist nicht dabei, aber es wurden Pfostengruben und Wandgräben aus der Eisenzeit gefunden, die sich zu Hausgrundrissen rekonstruieren lassen und belegen, dass bereits im sechsten Jahrhundert vor Christus Menschen im heutigen Vorst gesiedelt haben.

Auch Hausgrundrisse und ungewöhnliche viele Brunnen aus dem ersten und zweiten Jahrhundert nach Christus, sowie Keramikfragmente aus dem 12. Jahrhundert wurden gefunden. Überraschend sind diese Funde für die Archäologen nicht, denn schon in den 1970er Jahren war ein Grubenhaus aus der Eisenzeit auf dem Acker zu Tage getreten. Bei Straßenbauarbeiten an Hinkes Weißhof, etwa 600 Meter von dem geplanten Neubaugebiet Vorst-Nord entfernt, war 1984 außerdem ein römisches Gräberfeld gefunden worden. Die Siedlung dazu vermuteten die Archäologen im Bereich des jetzt untersuchten Feldes.

Tatsächlich hat das Team von "Arch-Bau" im nördlichen Randgebiet des Areals Siedlungsfragmente aus der Römerzeit gefunden. Melanie Eigen riet dem Planungsausschuss und der Stadt scherzhaft, das Neubaugebiet besser nicht nach Norden zu erweitern, weil sie dort die komplette römische Siedlung vermutet. "Wenn sie den Bebauungsplan dahingehend ausweiten, wird es Sie dicke treffen", sagte die Archäologin. Die Politiker haben keine derartigen Pläne. Sie sind froh, wenn das Neubaugebiet Vorst-Nord, auch Försterhof genannt, nachdem es jetzt auch aufgrund der archäologischen Untersuchungen zehn Jahre lang in der Schublade geschlummert hat, endlich umgesetzt wird. Wie berichtet, verzögert sich die Vermarktung aber aufgrund eines formalen Fehlers, der dem Stadtplanungsamt unterlaufen ist, noch einmal bis Anfang nächsten Jahres.

Quelle: RP
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