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Tönisvorst
Neubaugebiet nimmt konkrete Züge an

Tönisvorst: Neubaugebiet nimmt konkrete Züge an
Die Anwohner der umliegenden Straßen sehen mit Sorge auf das Neubauprojekt. Sie fürchten ein höheres Verkehrsaufkommen und einen Parkplatzmangel. FOTO: Wolfgang Kaiser
Tönisvorst. Die Pläne für das Neubaugebiet Schäferstraße werden jetzt offengelegt. Bürger haben erneut die Möglichkeit, das Vorhaben einzusehen. Auf der ehemaligen Friedhofserweiterungsfläche sollen zehn Wohngebäude entstehen. Von Stephanie Wickerath

Weit fortgeschritten ist das Vorhaben der Stadt, auf der ehemaligen Friedhofserweiterungsfläche ein Neubaugebiet anzusiedeln. Zehn Häuser sollen auf dem 2,11 Hektar großen Grundstück gebaut werden, acht Doppelhäuser und zwei Reihenhäuser in zweigeschossiger Bauweise. 40 Wohneinheiten können entstehen. Im Nordosten bekommt das Neubaugebiet einen Kleinkinderspielplatz, von dem auch die bereits vorhandenen Anwohner profitieren sollen. Die Politiker im Planungsausschuss stimmten dem Vorhaben in ihrer jüngsten Sitzung zu.

"Wir gehen jetzt in die Offenlage", erläuterte Marcus Beyer von der Verwaltung die weitere Vorgehensweise. Sollten keine Bürgereinwände kommen, könne der Bebauungsplan im Dezember vom Stadtrat beschlossen werden. "Und dann könnten wir im Januar 2016 mit der Vermarktung beginnen", gibt Beyer den Zeitplan vor. Interessenten seien bereits vorhanden. Wie hoch die Einnahmen durch den Verkauf der Grundstücke für die Stadt sind, stehe noch nicht fest. Tatsache sei aber, dass der Verkauf von Bauland eine der wenigen Möglichkeiten sei, den städtischen Haushalt zu konsolidieren.

Das Neubaugebiet befindet sich im Nordwesten der Innenstadt zwischen Friedrichstraße im Norden, städtischem Friedhof im Osten, Schelthoferstraße im Süden und der Schäferstraße im Westen. Von der Schäferstraße ausgehend, die dafür ausgebaut und am Wendehammer geöffnet wird, soll die Erschließung des reinen Wohngebiets über die Friedrichstraße erfolgen.

Die Anwohner der beiden Straßen sehen mit Sorge auf das Neubauprojekt. Immer wieder hatten sie in der Vergangenheit dafür plädiert, alternative Zu- und Abfahrten für die zu erwartenden 50 Autos, die vermutlich täglich das Wohngebiet anfahren, zu suchen. Denn sowohl auf der Schäferstraße als auch auf der Friedrichstraße komme es bereits jetzt immer wieder zu Engpässen, sagen die Anwohner. Auch Parkplätze seien Mangelware.

"Ein noch höheres Verkehrsaufkommen können die Straßen nicht verkraften", schrieben die Bürger im Mai an den Bau- und Verkehrsausschuss, der ebenfalls über den Bebauungsplan abstimmte. Die Verwaltung hatte zuvor die von den Bürgern vorgeschlagenen Alternativwege geprüft und für nicht realisierbar befunden.

Die Idee, die mehr als 20 000 Quadratmeter große Friedhofserweiterungsfläche aufzugeben und daraus ein Wohngebiet zu machen, hatte die Verwaltung, weil sich die Bestattungskultur geändert hat. Immer häufiger werden Feuerbestattungen durchgeführt. Die Urnengräber brauchen wesentlich weniger Fläche als die bisherigen Reihen- und Einzelgräber bei der Erdbestattung.

Damit die Neubürger nicht gleich neben den Gradfeldern wohnen, ist im Bebauungsplan ein 30 Meter breiter Grünstreifen zwischen der neuen Wohnbebauung und dem Friedhof vorgesehen. Auch zur Schäferstraße hin hat das Neubaugebiet einen zehn Meter breiten Grünstreifen. Dort werden, auf Wunsch der Anwohner, auch die Platanen erhalten bleiben.

Quelle: RP
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