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Tönisvorst
Oschmann begeistert im Corneliusforum

Tönisvorst. Als Kabarett war er im Programm des Stadtkulturbundes angekündigt, der Auftritt von Ingo Oschmann im Corneliusforum in St. Tönis. Tatsächlich aber bot der Bielefelder Künstler, der seit ein paar Jahren in Düsseldorf lebt, eine Mischung aus Zaubershow und bester Unterhaltung, bei der das Publikum einbezogen wurde. Von Stephanie Wickerath

"Wort, Satz und Sieg" heißt das Programm des 46-Jährigen und wie bei einem Tennismatch fliegt der Ball zwischen Publikum und Oschmann, zwischen Themen und Tricks hin und her. Der Einstieg ist tatsächlich der Einstieg in einen beliebigen Kabarettabend: Der Mensch auf der Bühne erzählt launig aus seinem Leben. Bei Oschmann klingt das so: "Neulich habe ich meine Frau gefragt, ob ich zu dick bin. Sie hat geantwortet: 'Warte, ich komm rum."

Dann spricht er von Dingen, die man auf Autobahnen findet, wie einsame Schuhe, die "in einem Paralleluniversum wahrscheinlich zu den verlorenen Socken aus der Waschmaschine passen". Auch die Jugend in den 1980ern wird angerissen, als man sich noch nicht per "What's app" verabredet hat. "Wir sind hingegangen, haben geklingelt und solange genervt, bis einer rauskam. Ähnlich wie heute die Zeugen Jehovas."

Schließlich aber kommt Oschmann auf das Thema des Abends zu sprechen, die menschlichen Sinne und wie man sie täuschen kann. Im Nu bekommt der Abend eine neue Wendung. Wer sich schon auf einen ganz netten, aber austauschbaren Kabarettabend eingestellt hat, wird spätestens jetzt hellhörig oder - um im Bild zu bleiben - schärft seine Sinne. Was Oschmann zeigt, ist das Gesprächsthema in der Pause: Willkürlich werden drei Männer aus dem Publikum auf die Bühne gebeten. Sie stellen sich hinter Barhocker, auf denen "Garten", "Kamin" und "Sofa" steht. Vor den Hockern stehen geschlossene Holzkisten, deren Standort eine Zuschauerin zuvor bestimmt hatte.

Die Männer tauschen ihre Positionen mehrmals und nennen dann ihre Namen, die auf die Stühle geschrieben werden. Einer, Lukas, verteilt farbige Umschläge. Nach und nach öffnen die Männer den Umschlag und lesen vor: "Lukas hat den gelben Umschlag, steht im Garten und trinkt Wasser." Als Lukas die Holzkiste öffnet, kommt eine Wasserflasche zum Vorschein. So geht es weiter: Name, Farbe des Umschlags, Ort und Getränk, einmal Bier, einmal ein Piccolo, stimmen in allen drei Fällen überein.

Wie Ingo Oschmann das gemacht hat, bleibt sein Geheimnis. Es sich anzusehen, lohnt sich allemal.

Quelle: RP
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