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Tönisvorst
Paprika wachsen auch am Niederrhein

Tönisvorst: Paprika wachsen auch am Niederrhein
Im Gewächshaus der Firma Knodt lernten die Fünf- und Sechsjährigen jede Menge über Paprika. FOTO: Wolfgang Kaiser
Tönisvorst. Woher kommen unsere Lebensmittel? Die Vorschulkinder des Familienzentrums Marienheim St. Tönis gehen dieser Frage auf den Grund. Gestern besuchten sie das Unternehmen Knodt, das Paprika und Tomaten anbaut. Von Stephanie Wickerath

Es ist warm im Gewächshaus, und die Luft ist feucht. Das ist das Erste, was den 19 Vorschulkindern auffällt, als Beate Knodt und ihr Schwager Markus Knodt die Fünf- und Sechsjährigen in das große Gewächshaus führen. Und dann ist da noch dieser Geruch. "Das riecht lecker", findet Felix. Unzählige Paprikasträucher ranken nach oben. Dicke grüne Früchte hängen an den Pflanzen. "Die grünen Paprika sind noch nicht reif", erklärt Markus Knodt, "man kann sie essen, aber sie schmecken bitter." Vereinzelt sehen die kleinen Besucher aber auch schon rote und gelbe Früchte. "Reifen die grünen Paprika noch etwa eine Woche lang, werden sie rot oder gelb, je nach Sorte", erklärt der Gemüsebauer.

Auf vier Hektar baut das Familienunternehmen an der Straße Unterschelthof Tomaten und Paprika an. Auch ein paar Peperoni und Aubergine sind darunter. "Der Schwerpunkt aber sind die Paprika und die Tomaten", sagt Beate Knodt. Im optimalen Fall ernten die Knodts 1,3 Millionen Kilo Paprika und eine Million Kilo Tomaten im Jahr. Verkauft werden die Produkte aus den Tönisvorster Treibhäusern in den umliegenden Hofläden und den regionalen Supermärkten. Geerntet werden die Früchte von April bis November.

Der Gemüsebetrieb Knodt ist hochmodern. Computergesteuerte Wagen fahren durch die riesigen Gewächshäuser, die Wärme, die nötig ist, um die Lufttemperatur bei 18 bis 25 Grad zu halten, kommt von einem Holzkessel. Der Strom wird über eine Photovoltaikanlage erzeugt. "Im Juli 2004 hat der Tornado, der über den Niederrhein fegte, die alten Gewächshäuser komplett zerstört", erzählt Markus Knodt. Das Unternehmen hat die Gelegenheit genutzt, beim Wiederaufbau in moderne Technik zu investieren. Angebaut werden Tomaten und Paprika, beides Gemüse, das ursprünglich aus Südamerika stammt, aber bereits seit den 1940er-Jahren in Tönisvorst angebaut wird. Carsten Knodt und sein Bruder leiten den Betrieb heute in dritter Generation.

Führungen für Kindergartengruppen und Schulkinder bieten die Knodts immer wieder gerne an. "Es ist mir wichtig, den Kindern zu zeigen, wo das Gemüse herkommt und wie es wächst", sagt Beate Knodt. Das ist auch der Hintergrund des aktuellen Projekts im katholischen Familienzentrum Marienheim. "Wir möchten bei den Kindern ein Bewusstsein dafür wecken, Produkte aus unserer Region zu kaufen", erklärt Erzieherin Luisa Casula. Gestartet ist die Reihe im Supermarkt und bei Obst und Gemüse Brake in St. Tönis. "Wir haben uns angeschaut, was es alles gibt, gefragt, aus welchem Land die Früchte stammen, und auf einer Landkarte markiert, wo das ist", erklärt die Erzieherin.

Außer bei Knodt Gemüsebau waren die Vorschüler bei Dirk Schumacher, der in der Huverheide Äpfel anbaut. Beim Milchbauern Driehsen in Unterweiden konnten die Kinder das Melkkarussell bewundern und frische Milch kosten. Zum Abschluss steht noch ein Besuch im Naturmarkt an mit dem Thema "Vom Korn zum Brot". Die Produkte, die die Kinder von ihren Ausflügen mitbringen, werden im Kindergarten verarbeitet. "Heute machen wir Tomatenketchup und Tomatensalat", erzählt Felix. In besonders guter Erinnerung haben die Vorschulkinder den Apfelkuchen, den sie mit den Schumacher-Äpfeln gebacken haben.

Quelle: RP
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