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Tönisvorst
Pfadfinder durch den Netz-Dschungel

Tönisvorst: Pfadfinder durch den Netz-Dschungel
Yilmaz Inan, Beratungslehrer für Medien, erklärt den Schülern auch die "sozialen Medien". Auch für die Eltern gab es bereits einen Informationsabend zu den "neuen Medien". FOTO: ACHIM HÜSKES
Tönisvorst. An der Sekundarschule Tönisvorst ist die Arbeit der Medienscouts angelaufen. Eine Radiowerkstatt und ein Elternabend gehören zu den ersten Angeboten. Präsent sein und Vertrauen aufbauen sind die Ziele. Von Bianca Treffer

Wenn Hui Hui und Gizem von der Radiowerkstatt erzählen, dann ist ihren Stimmen die Begeisterung über den Workshop anzumerken. "Wir haben viel gelernt", kommentieren die beiden 14-jährigen Schülerinnen und ausgebildete Medienscouts den Vormittag mit einem Mitarbeiter von Exlex, dem Medienkompetenzzentrum am Linken Niederrhein.

Der Umgang mit der Technik, das Führen eines Interviews, das Erstellen eines Fragenkatalogs zu einem Thema - einen Vormittag lang stand Radio machen im Mittelpunkt. "Wobei unsere Schüler eine Stunde auf dem Schulgelände unterwegs waren und selber Interviews gemacht haben. Das Ganze, untermalt mit Musik und Fotos, ist dann vor Ort geschnitten worden und soll in nächster Zeit über unsere Schulhomepage abrufbar sein", berichtet Yilmaz Inan. Er ist nicht nur Klassenlehrer der 7b, die die Radiowerkstatt erlebte, sondern auch Beratungslehrer für Medien.

Zusammen mit seinem Kollegen Christoph Neutzling und fünf weiteren Schülern bilden sie eine Medieneinheit an der Sekundarschule Tönisvorst. Sie alle zusammen absolvierten gemeinsam die Ausbildung zum Medienscout bzw. zum Beratungslehrer für Medien über den Kreis Viersen, die in diesem Halbjahr ihren Abschluss fand. "Seitdem sind wir im Einsatz", sagt Inan. Ein erstes Projekt, das umgesetzt wurde, war der Workshop mit Exlex, wobei nicht nur die Medien-scouts das Angebot nutzten, sondern es für die ganze Klasse angeboten wurde. Nachdem die 7b bereits in den Genuss gekommen ist, soll der Workshop in der 7d, aus der die weiteren drei Medienscouts kommen, wiederholt werden. "Wir würden das Projekt gerne generell im Deutschunterricht verankern und arbeiten derzeit an der Umsetzung", sagt Inan.

Ein weiteres Projekt ging in Richtung der Eltern. Es gab nämlich aufgrund des Engagements der Beratungslehrer und Medienscouts einen Elternabend zum Themenschwerpunkt "Neue Medien". Diesmal habe man noch einen Referenten dazu eingeladen, aber im Prinzip seien die Schüler in der Thematik selber so fit, dass sie einen solchen Abend mit Lehrer-Unterstützung beim nächsten Mal eigenständig gestalten könnten, blickt Inan in die Zukunft. Überhaupt ist einiges in Planung, dass mit dem kommenden Schuljahr umgesetzt werden soll. Es soll ein Raum eingerichtet werden, den die Medienscouts zusammen mit der Schülervertretung für regelmäßige Sprechstunden nutzen können. Zudem ist mit Beginn des neuen Schuljahres eine Vorstellungstour mit den Medien-scouts durch alle Klassen geplant. "Wir müssen einfach präsent sein. Unsere Schüler müssen wissen, dass es die Medienscouts gibt und dass sie sich bei Problemen im Bereich Facebook, WhatsApp, Twitter und Co, an sie wenden können", sagt der Beratungslehrer. Eins ist dabei ganz wichtig, wie Medien-scout Daria bemerkt. "Die Schüler müssen eine Hemmschwelle überwinden und mit uns reden. Das geht nur, wenn sie Vertrauen zu uns haben", sagt die 13-Jährige. Aktuell haben die fünf Medienscouts gerade einen Fragebogen zur Mediennutzung erstellt. Dafür haben sich Hui Hui, Gizem, Daria, Niklas und Ben außerhalb des Unterrichts getroffen und einen Fragenkatalog erarbeitet, denn sie dann wiederum mit den beiden Medien-Beratungslehrern besprochen haben.

Nach den Sommerferien soll die Umfrage starten, bei der sich die Schüler anonym unter anderem über die Nutzung von Medien, in welcher Form und wie häufig äußern können. Die Aktion wird den Medienscouts zeigen, ob es Punkte gibt, die sie gezielt mit Infoveranstaltungen angehen können.

Quelle: RP
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