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Tönisvorst
Pfarrerin in besonderer Mission

Tönisvorst: Pfarrerin in besonderer Mission
Pfarrerin Regine Schmelzer fühlt sich in St. Tönis pudelwohl. "Hier ist ein tolles Team, mit tollen Mitarbeitern und einem funktionierenden Gemeindebüro", sagt sie. FOTO: Wolfgang Kaiser
Tönisvorst. Regine Schmelzer übernimmt seit Juli die Vertretung der noch vakanten zweiten Pfarrstelle in der evangelischen Kirchengemeinde St. Tönis. Weil die Stelle noch nicht besetzt ist, muss auch Pfarrer Renz U. Schaeffer weiter mit ran. Von Willi Schöfer

James Bond, den Agenten für besondere Aufgaben kennt man. Regine Schmelzer ist tatsächlich so eine "Agentin", die derzeit in St. Tönis in besonderer Mission unterwegs ist. Sie hatte in ihrer Landes-Pfarrstelle das Kürzel "mbA" stehen. Eine Abkürzung, die für "mit besonderem Auftrag" steht. Die 58-Jährige ist derzeit eine "Springerin" und hat seit Juli die Vertretung der noch vakanten zweiten Pfarrstelle in der evangelischen Kirchengemeinde St. Tönis übernommen.

Wahrscheinlich erst Anfang des kommenden Jahres dürfte die Nachfolge des eigentlich schon längst im Ruhestand befindlichen Pfarrers Renz U. Schaeffer feststehen. Auch er ist beim Gespräch unserer Redaktion mit Regine Schmelzer im Gemeindebüro zugegen - beim allwöchentlichen Mitarbeiter-Treffen. Schaeffer muss in den nächsten Wochen ebenfalls wieder mit ran: Denn Pfarrerin Daniela Büscher-Bruch hatte sich bei einem Unfall vor einigen Tagen kurz vor dem Schul-Gottesdienst im Michael-Ende-Gymnasium so stark verletzt, dass eine Knie-OP notwendig wurde und sie für einige Wochen ausfallen dürfte.

"Eigentlich sollte sich Daniela Büscher-Bruch im Schwerpunkt mit ihrem Mann um die Jugendarbeit kümmern und ich mich um die Älteren, um die Kranken und Sterbenden", schildert Regine Schmelzer, die mit ihrem Mann in Krefeld-Linn wohnt. Eigene Kinder hat sie nicht, aber: "Meine Kinder, das sind meine Gemeindemitglieder", sagt sie.

Die gebürtige Duisburgerin hatte schon als Kind und Jugendliche die Gemeindearbeit früh kennen und schätzen gelernt. "Schon mein Opa Kurt war in Duisburg-Ruhrort Gemeindeamtsleiter, und meine Eltern waren viele Jahre in der evangelischen Kirchengemeinde in Bissingheim teilweise im Presbyterium und in der Telefonseelsorge tätig." Regine Schmelzer erinnert sich auch daran, dass sie schon früh aktiv mit eingebunden war, sei es im Bibelkreis, im Posaunenchor, bei den Vorbereitungen auf die Konfirmation oder auf Kindergottesdienste.

In der elften Klasse eines Duisburger Gymnasiums lernte sie bei einem mehrwöchigen Praktikum Pfarrerin Renate Schart, das Diakonische Werk und die breitgefächerten Aufgaben kennen, von der Jugendgerichtshilfe bis zur Obdachlosenarbeit, die ambulante wie die stationäre Alten- und Krankenhilfe. Die Vielfalt hat sie fasziniert, sodass ihr Entschluss nach dem Abi feststand: Keine Gymnasiallehrerin, sondern die direkte Seelsorge und das Kümmern um andere Menschen sollten es sein.

Regine Schmelzer studierte Evangelische Theologie an der Kirchlichen Hochschule Wuppertal sowie den Universitäten in Kiel und Hamburg und hatte im März 1985 auch das zweite Examen geschafft. Kurz darauf wurde sie zur Gemeindepfarrerin in Hüttenheim-Huckingen gewählt, hatte dieses Amt auch bis 1998 inne.

Die frühere Arbeit in der Diakonie hat sie nie vergessen. Als dann die evangelische Kirche in Duisburg sparen und Aufgaben bündeln musste, entstand bei ihr der Wunsch, sich künftig verstärkt auf die Krankenhaus- und Altenheimseelsorge zu konzentrieren. Ab 2000 arbeitete sie mehr als 14 Jahre lang für die Krefelder Diakonie, war für drei Seniorenheime zuständig und wurde zur Senioren-Beauftragten im Kirchenkreis Krefeld-Viersen.

Zuletzt lief die befristete Landes-Pfarrstelle im November 2014 aus. Ihre erste Stelle als Vakanz-Vertretung hatte sie dann in der Fischelner Gemeinde des Superintendenten Burkhard Kamphausen. Diese Stelle ist inzwischen wieder besetzt, sodass sie damit für andere Aufgaben frei war.

"Hier ist ein tolles Team, mit tollen Mitarbeitern und einem funktionierenden Gemeindebüro, hier fühle ich mich pudelwohl", schildert Regine Schmelzer ihre ersten Eindrücke.

Quelle: RP
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