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Tönisvorst
Pfleger bekommen einen jungen Chef

Tönisvorst: Pfleger bekommen einen jungen Chef
Pflegedirektor Udo Gretenkordt (links) und Krankenhaus-Geschäftsführer Michael Wilke (rechts) verabschiedeten Pflegedienstleiterin Heidi Badakhschi-Thelen in den Ruhestand und begrüßten ihren Nachfolger Elias Demuß. FOTO: Wolfgang Kaiser
Tönisvorst. Elias Demuß ist der neue Pflegedienstleiter am St. Töniser Krankenhaus. Seine Vorgängerin Heidi Badakhschi-Thelen geht in den Ruhestand. Die Geschäftsleitung betont, dass sie den Standort erhalten will. Von Willi Schöfer

Etwas verfrüht hat sich im St. Töniser Krankenhaus Heidi Badakhschi-Thelen verabschiedet. Die 62-jährige Anratherin ist nämlich noch nicht weg, sondern geht erst am 31. Dezember in ihren wohlverdienten Ruhestand. Sie war bisher die Pflegedienstleiterin der Alexianer-Krankenhäuser in Krefeld und Tönisvorst. Seit gestern haben die rund 100 Pflegekräfte in der St. Töniser Klinik einen neuen Chef: den 37-jährigen Krefelder Elias Demuß. Seine Vorgängerin wird noch einige Monate im Krefelder Hospital als leitende Angestellte arbeiten.

Nun wurde Demuß vom Pflegedirektor und dem Geschäftsführer der Alexianer Tönisvorst GmbH, Udo Gretenkord und Michael Wilke, vorgestellt. Elias Demuß, in Dülken geboren, hatte sich bei den Alexianern seit 1998 kontinuierlich und mit viel Fleiß nach oben gearbeitet, war nach zahlreichen Weiterbildungen und Examina vom Krankenpfleger in die verschiedensten Leitungsfunktionen aufgestiegen. Jetzt folgte die nächste Stufe. "Und ich wünsche ihm, dass er von den Mitarbeitern genauso herzlich aufgenommen wird, wie ich im April des vergangenen Jahres", gab ihr Heidi Badakhschi-Thelen mit auf den Weg. Die Anratherin ist seit 1974 Mitarbeiterin der Alexianer Krefeld GmbH. "Unser Rückgrat", sagte Wilke.

Der "Neue", ein Alexianer-Eigengewächs, nennt einige seiner Schwerpunktaufgaben in der Apfelstadt. Zum Einen will Demuß den Fachkrankenpfleger Steffen Fischer bei seiner neuen Aufgabe begleiten. Denn Fischer wird ab sofort in der St. Töniser Klinik für eine qualifizierte Pflegeüberleitung zuständig sein, wie sie bereits seit zwei Jahrzehnten in Krefeld besteht. Udo Gretenkord erläutert: "Wir werden die pflegebedürftigen Patienten nach der Entlassung aus dem Krankenhaus nicht aus den Augen verlieren, sondern ihnen Hilfestellungen geben, sodass sie möglichst lange in der häuslichen Umgebung bleiben können." Das können zum Beispiel Gespräche mit den Angehörigen oder konkrete Hilfen sein, die für mehr Barrierefreiheit in den eigenen vier Wänden sorgen, so zum Beispiel durch einen Badewannenlift oder eine Toilettensitz-Erhöhung.

Zum Anderen will sich Elias Demuß um die neurologische Qualifizierung des Pflegepersonals mit kümmern. Vor allem vor dem Hintergrund, dass sich die Alexianer in St. Tönis in geplanter Kooperation mit dem Allgemeinen Krankenhaus (AKH) Viersen darum bemühen, dass bald Schlaganfall-Patienten im AKH weiter intensiv, aber im Anschluss in St. Tönis stationär weiterversorgt werden. Dazu Geschäftsführer Wilke: "Der Antrag ist gerade in Bearbeitung, wir denken dafür an etwa 25 zusätzliche Betten in St. Tönis."

Allesamt Maßnahmen, die für eine sichere Zukunft des St. Töniser Krankenhaus sprechen sollen - so wie der zuletzt erfolgte Bau der neuen Notaufnahme und des aus eigenen Mitteln finanzierten neuen OP-Zentrums. Und für Wilke ist es alles andere als eine Vision: "dass irgendwann einmal die beiden Krankenhäuser mit dem Personal auch rechtlich unter einem Dach vereint sind." Was dann eine größere Flexibilität bedeute, wovon die Patienten profitieren könnten. Aber da stünden noch einige intensive Verhandlungen unter anderem mit den Zusatzversorgungskassen an.

Noch etwas hat es bisher im St. Töniser Krankenhaus nicht gegeben, aber wird in den nächsten Monaten zur Regel: Die Auszubildenden werden künftig nicht ausnahmslos im Krefelder Haus ihren praktischen Unterricht bekommen, sondern dann auch für einige Monate ihrer größtenteils dreijährigen Ausbildung die Fachbereiche im St. Töniser Krankenhaus kennenlernen. Wilke: "Auch dies spricht dafür, dass die beiden Krankenhäuser immer näher zusammenrücken."

Quelle: RP
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