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Tönisvorst
Preis für jahrzehntelanges Ehrenamt

Tönisvorst: Preis für jahrzehntelanges Ehrenamt
Pfarrer Ludwig Kamm (links) und Christa Thomaßen, Vorsitzende des Pfarreirats, überreichten den Godehard-Preis an Hildegart Heidenfels und Werner Vitt. FOTO: Achim Hüskes
Tönisvorst. Hildegart Heidenfels und Franz Werner Vitt heißen die Godehard-Preisträger 2016. Wie jedes Jahr vergab der Pfarreirat den Preis für besonderes ehrenamtliches Engagement beim Neujahrestreff der Pfarrgemeinde im Haus Vorst. Von Stephanie Wickerath

Hildegart Heidenfels schüttelt ungläubig den Kopf, als Pfarrer Ludwig Kamm sie zur Preisverleihung auf die Bühne bittet. "Ihr habt sie ja nicht alle", rutscht es der 72-Jährigen heraus. Auch Franz Werner Vitt, der ebenfalls vom Pfarrer auf die Bühne gebeten wird, ist völlig überrascht. "Damit habe ich ja gar nicht gerechnet", sagt der 78-Jährige.

Tatsächlich gehört es zu den bestgehüteten Geheimnissen in Vorst, wer alljährlich beim Neujahrsempfang der Pfarre den Godehard-Preis bekommt. Dass es gleich zwei Preisträger sind, hat es in den 19 Jahren, in denen der Preis für besonderes ehrenamtliches Engagement bereits verliehen wird, noch nicht gegeben. "Ehepaare hatten wir schon, Gruppen, sogar eine Aktion, aber gleich zwei Preisträger in einem Jahr - das ist neu", sagt Pfarrer Kamm, der den Preis mit ins Leben gerufen hat.

Tatsächlich konnte der Pfarreirat, der den Preisträger auswählt, sich nicht entscheiden. Und so wurden gleich zwei Preisträger ausgelobt, denen aber gemeinsam ist, dass sie sich seit mehr als 40 Jahren für das kirchliche Gemeindeleben in Vorst einsetzen. "Du hältst den Laden an loppe", sagt Heinz-Josef Köhler vom Heimatverein in seiner Laudatio auf Hildegart Heidenfels.

Seit 40 Jahren ist die Vorsterin als Lektorin an der Messgestaltung beteiligt, begleitet die Sternsinger zu den abgelegenen Höfen und sorgt für deren Verpflegung. Bei der alljährlichen Mundartmesse übersetzt die Seniorin die liturgischen Texte in Vörschter Platt. Außerdem war Hildegart Heidenfels lange Mitglied im Pfarrgemeinderat und ist noch heute aktiv im Heimatverein und bei der Frauengemeinschaft, wo sie Besuchsdienste übernimmt, Vorstandsarbeit leistet und die Karnevalssitzung mitgestaltet. "Du bist pragmatisch, humorvoll und zuverlässig", schließt Köhler die Lobesrede vor den rund 300 Versammelten, der die Preisträgerin mit hochroten Wangen lauscht.

Martin Dahmen, der zweite Vorsitzende des Kirchenvorstands, übernimmt die Laudation auf Franz Werner Vitt. Seit mehr als 40 Jahren sammelt der Landwirt für den Martinsverein Spenden, zwölf Jahre lang war er als Fahrer in der Rumänienhilfe aktiv. Auch als eine beschädigte Kirchenglocke zur Reparatur nach Ulm gebracht werden musste, war es Franz Werner Vitt, der die Tour übernahm. Seit zwölf Jahren ist der 78-Jährige Mitglied im Kirchenvorstand. Er baut die Weihnachtkrippe in der Kirche mit auf und ist immer zur Stelle, wenn etwas repariert oder ausgebessert werden muss. "Den Paketboden hier im Saal von Haus Vorst zum Beispiel hat er abgeschmirgelt", erzählt Martin Dahmen.

Im Rampenlicht habe Vitt dabei nie gestanden, vielmehr immer hinter den Kulissen gewirkt. Und eben diese Menschen sind es, die jedes Jahr mit der etwa 40 Zentimeter großen, aus Holz geschnitzten Godehard-Figur ausgezeichnet werden. Dass dem Pfarreirat die Kandidaten für die Auszeichnung ausgehen könnten, steht nicht zu befürchten. "Viele Namen sind genannt worden bei der Suche nach dem diesjährigen Preisträger", sagt Pfarrer Kamm. Vier der Namen seien schließlich in die engere Auswahl gekommen. "Wir haben also für das nächste Jahr noch mindestens zwei Namen auf der Liste."

Auch beim Jahresrückblick, den Christa Thomaßen, Vorsitzende des Pfarreirats, gemeinsam mit Frederike Winkens hielt, wurde deutlich, wie viele Menschen sich für das Gemeinwohl in Vorst engagieren.

Quelle: RP
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