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Tönisvorst
Prüfanstalt: Eine Grundschule schließen

Tönisvorst: Prüfanstalt: Eine Grundschule schließen
Die Gemeindeprüfanstalt findet, dass das Gebäude der Grundschule in Vorst viel zu groß ist für die Zahl der Schüler. FOTO: Kaiser
Tönisvorst. Tönisvorst wird in absehbarer Zukunft auf eine der vier Grundschulen verzichten können. Das ist eins der Ergebnisse, zu denen die Gemeindeprüfanstalt gekommen ist. Die Landesbehörde hat die Schulen im Stadtgebiet untersucht. Von Stephanie Wickerath

"Optimierungspotenziale" soll sie ermitteln, die Gemeindeprüfanstalt, kurz GPA, des Landes Nordrhein-Westfalen. Ziel ist es, den Kommunen dabei zu helfen, Geld zu sparen und den städtischen Haushalt zu konsolidieren. Jetzt hat die GPA sich verschiedene Bereiche des öffentlichen Lebens in Tönisvorst angesehen. Die vier Grund- und die weiterführenden Schulen gehören ebenso dazu wie die Turnhallen.

Allerdings beziehen sich die Flächen- und Schülerzahlen auf das Schuljahr 2013/14. Wie sich der Bedarf an Raum durch den Zuzug der Flüchtlinge, die mögliche Umwandlung der Sekundarschule in eine Gesamtschule mit eigener Oberstufe und größere Neubaugebiete wie Vorst-Nord verändert, ist in den Berechnungen nicht erfasst.

"Wie in vielen anderen Kommunen auch haben die Grundschulen von Tönisvorst einen deutlichen Rückgang an Schülerzahlen zu verzeichnen", schreibt die GPA in ihrem Abschlussbericht. So sei die Zahl der Grundschüler zwischen 2000 und 2013 um 40 Prozent gesunken. Bis 2020 sei ein weiterer Rückgang von mehr als sechs Prozent zu erwarten. Weil der Flächenüberhang in den St. Töniser Grundschulen schon jetzt rund 1000 Quadratmeter betrage, so die Rechnung der GPA, und ein Raumüberhang von sieben Klassen- und drei Mehrzweckräumen zu verzeichnen sei, könne ein Standort im Stadtteil aufgegeben werden. Welcher das sein soll, sagt die GPA nicht. Das muss die Stadt entscheiden.

In Vorst sei das Grundschulgebäude viel zu groß für die 192 Schüler (Stand 2013/14). Der Flächenüberhang betrage fast 2000 Quadratmeter. Die Stadt solle deshalb eine Neuordnung des gesamten Gebäudekomplexes vornehmen, rät die Landesanstalt, um Teile des Gebäudes vermieten oder abreißen zu können.

Anders sieht es beim Schulzentrum Corneliusfeld in St. Tönis aus, in dem zwei der weiterführenden Schulen untergebracht sind. Zwar sei die Berechnung schwer, gibt die GPA zu, weil die Sekundarschule sich im Aufbau befinde, fest stehe aber schon jetzt, dass die Klassen- und Fachräume im Schulzentrum für das Gymnasium und die Sekundarschule bis mindestens 2023 nicht ausreichten. Bis dahin müsse die Stadt das Gebäude Kirchenfeld mitnutzen. Danach sei die Nutzung vermutlich nicht mehr erforderlich, meint die GPA.

Ein überdurchschnittliches Angebot habe die Stadt im Vergleich zu anderen Kommunen bei den Turnhallen, die von den Schulen genutzt werden. Durch die prognostizierten rückläufigen Schülerzahlen steige der Überhang noch an. Weil dieser Überhang die Stadt jedes Jahr 310.000 Euro koste, rät die GPA, Hallen an Sportvereine zu übertragen und eine Hallennutzungsgebühr einzuführen.

Auch die Schulsekretariate haben die Prüfer in Augenschein genommen. Hier kommen sie zu dem Ergebnis, dass die Präsenzzeiten in den Sekretariaten der Grundschulen "mit dem Ziel der Reduzierung" überprüft werden sollten. Auch die Entlohnung der städtischen Mitarbeiterinnen in diesem Bereich sei vergleichsweise hoch.

Die Ergebnisse aus den Berichten der Landesprüfanstalt werden in die Haushaltsdebatte der Stadt, die Verwaltung und Politiker traditionell am Jahresende führen, einfließen.

Quelle: RP
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