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Tönisvorst
Raubmord: Erster Angeklagter äußert sich vor Gericht

81-Jähriger getötet: Prozess nach Raubmord in Tönisvorst
81-Jähriger getötet: Prozess nach Raubmord in Tönisvorst FOTO: Thomas Lammertz
Tönisvorst. Im Prozess um den Tod eines Rentners hat sich der Verteidiger eines Angeklagten gestern für seinen Mandanten zu den Vorwürfen eingelassen. Der 21-Jährige aus Strahlen gab zu, am Tatort gewesen zu sein.

Ursprünglich habe er nur "Schmiere" stehen sollen. Spektakulär war das Geständnis nicht, denn weitere Fragen wurden dem Gericht nicht gestattet. Der 21-Jährige war der erste der fünf Angeklagten, die vor Gericht Angaben machen wollten. Weitere Einlassungen könnten am kommenden Verhandlungstag folgen.

Raubmord in Tönisvorst: 81-Jähriger tot FOTO: Lothar Strücken

Der Rentner war vor gut einem Jahr in seinem Haus misshandelt worden. Die Täter hatten darauf spekuliert, dass sich im Tresor Geld befindet. Der Tipp soll aus dem Rotlicht-Milieu stammen. Die Kammer erteilte darüber hinaus einen rechtlichen Hinweis, nach dem nicht zwingend Raubmord in Betracht kommt. Möglicherweise könnten sich die Angeklagten auch wegen Raubes mit Todesfolge in Tateinheit mit versuchtem Totschlag durch Unterlassen schuldig gemacht haben. Zum Einen, weil sie den Tod durch die Misshandlung billigend in Kauf genommen hätten. Zum Anderen, weil sie den Mann trotz seiner schweren Verletzungen hilflos in der Wohnung zurückließen. Da man aber nicht feststellen könne, ob der Rentner schon tot war, dürfe man aber nur vom Versuch ausgehen.

Zwei Verteidiger forderten daraufhin eine zweiwöchige Unterbrechung der Verhandlung. Man müsse sich erst auf die geänderte Sach- und Rechtslage einstellen. Das lehnte die Kammer ab. Für eine Unterbrechung bestehe kein Grund. Der Prozess wird wie geplant am Donnerstag, 26. November, fortgesetzt. Dann sollen Auszüge aus den Bundeszentralregistern vorgelesen werden. Einige Angeklagte sind schon vorbestraft. Die 21-Jährige soll schon seit 2010 bei der Justiz bekannt sein.

Großeinsatz der Polizei in Weeze und Straelen FOTO: Guido Schulmann
(BL)
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