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Tönisvorst
Raubmord in St. Tönis: Ein Teilgeständnis abgelegt

Tönisvorst: Raubmord in St. Tönis: Ein Teilgeständnis abgelegt
Zwei der fünf Angeklagten zu Prozessbeginn in Krefeld. FOTO: LAMMERTZ
Tönisvorst. Im Prozess um den gewaltsamen Tod eines Rentners in St. Tönis im Oktober 2014 hat gestern einer der fünf Angeklagten ein Geständnis abgelegt. Er sah sich von den anderen unter Druck gesetzt. Das Geständnis betraf allerdings nur den Raub. Die anderen hätten ihm erzählt, dass das spätere Opfer damit prahlte, vermögend zu sein. Von Birgit Lameyer

Man habe nur das Geld haben und dem Mann Angst machen wollen. "Wir wollten ihn festhalten und eventuell fesseln.", davon habe er gewusst. Vor der Türe des Hauses, in dem der Rentner wohnte, sei er, wie alle anderen auch, richtig nervös geworden. Er habe eigentlich umkehren wollen, sich aber nicht getraut. "Die anderen machten richtig Druck", las er weiter seine Einlassung vor. Also sei er mitgegangen, habe auf Anweisung die Rollläden heruntergelassen und die Zimmer durchsucht. Dann sei er hinausgestürmt. An der Misshandlung und Tötung des Mannes will er in keiner Weise beteiligt gewesen sein. Auch dass der Mann schwer verletzt gewesen sein soll, will er beim fluchtartigen Verlassen der Wohnung nicht gesehen haben. Er habe einen "Tunnelblick" gehabt und statt des am Boden liegenden Rentners nur die Türe gesehen.

81-Jähriger getötet: Prozess nach Raubmord in Tönisvorst FOTO: Thomas Lammertz

"Nach der Tat hatte ich jede Nacht Alpträume", sagte der 18-Jährige. Er habe sich aber nicht getraut, zur Polizei zu gehen, damit man ihn nicht für den Tod des Mannes verantwortlich mache. Auf Rückfragen des Gerichts wollte der Straelener sich nicht einlassen. Das Gericht kam dem Antrag seines Verteidigers nach, ein psychiatrisches Gutachten einzuholen. Grundlage war die Aussage einer Gefängnispsychologin, die den Mann als behandlungsbedürftig einstufe. Sein Mandant sei so beeinflussbar und nachgiebig, dass es klinisch relevant sei. Dadurch ergebe sich eine verminderte Schuldfähigkeit, sagte der Verteidiger.

Ein weiterer Beweisantrag kam von der Verteidigerin der 21-jährigen Mitangeklagten aus Bergheim. Sie forderte, das Verfahren gegen ihre Mandantin abzutrennen. Das begründete sie mit prozesswidriger überlanger Verfahrensdauer, die ihrer Mandantin nicht zuträglich sei. Die Staatsanwältin argumentierte, dass bei der Vielzahl von Beteiligten schon alleine aufgrund der Terminabstimmung und des Aussageverhaltens eine lange Verhandlungsdauer gegeben ist, auf die das Gericht keinen Einfluss habe. Die Verhandlung wird am 11. Januar fortgesetzt.

Raubmord in Tönisvorst: 81-Jähriger tot FOTO: Lothar Strücken
Quelle: RP
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