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Tönisvorst
Action Medeor hält an Unterstützung für "Jugend rettet" fest

Tönisvorst. Das Schiff "Juventa" des Berliner Vereins "Jugend rettet", das eingesetzt wurde, um Flüchtlinge vor dem Ertrinken aus dem Mittelmeer zu retten, wurde jetzt von den italienischen Behörden im Hafen der Insel Lampedusa festgesetzt und beschlagnahmt. 

Besorgnis haben die Nachrichten von Lampedusa beim Medikamentenhilfswerk Action Medeor ausgelöst. Action Medeor unterstützt die Rettungsaktion dieser jungen Berliner Initiative von Anfang an mit der Ausstattung mit Medikamenten und Verbandsmaterialien. Mit ihrem Schiff, der Juventa, retten die jungen Deutschen seit dem 24. Juli 2016 Menschen aus Seenot. 2016 konnten 6.526 Menschen vor dem Tod bewahrt werden. Seit Anfang März 2017 war das Schiff wieder vor der Libybschen Küste aktiv.

Bernd Pastors, Vorstandssprecher von Action Medeor, hat volles Vertrauen in das, was "Jugend rettet" und die Juventa machen. Da Italien von der EU alleine gelassen werde und es keine Solidarität gebe, habe Italien anscheinend die Notbremse gezogen. Pastors vertraut "Jugend rettet" und glaubt, dass sich die erhobenen Vorwürfe - die NGOs arbeiten mit Schleuserbanden zusammen - als nicht stichhaltig erweisen werden. Auf Facebook teilte "Jugend rettet" gestern mit, dass jetzt auf allen Ebenen Informationen gesammelt werden. Man hofft auf zeitnahe und klärende Gespräche mit den italienischen Behörden. Mit einer Bewertung hält man sich zurück.

Bernd Pastors, ebenfalls Vorstandssprecher des Bündnisses "Aktion Deutschland hilft", verwies auf die großen Herausforderungen durch die Hungersnot in Ostafrika und die Choleraepedemie im Jemen. Durch Armut und Bürgerkriege stiegen die Ursachen für die Flucht, auch nach Europa. Schleuserbanden haben dieses Problem zu einem Geschäftsmodell gemacht. Im Kongo und in Burundi herrschten ungeklärte Konflikte vor. Die Lage sei extrem schwierig.

(hb)
 
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