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Tönisvorst
Schüler wachsen über sich hinaus

Tönisvorst: Schüler wachsen über sich hinaus
Eine tolle Leistung boten die Kinder der Katholischen Grundschule St. Tönis zum Abschluss ihres Theaterprojektes: Auf der Bühne des Corneliusforums präsentierten sie das Stück "Ronjas Räubertochter". FOTO: Norbert Prümen
Tönisvorst. In nur vier Tage haben die 200 Kinder der Katholischen Grundschule Schulstraße das Stück "Ronja Räubertochter" mit dem Kölner Spielecircus einstudiert. Die beiden Aufführungen sahen 650 begeisterte Zuschauer. Von Stephanie Wickerath

Es war ein ambitioniertes Vorhaben: Nur vier Vormittage hatten die 200 Schüler der Katholischen Grundschule Zeit, um das Theaterstück "Ronja Räubertochter" einzustudieren. Viele Eltern bezweifelten, dass ein so großes Stück mit so vielen Kindern in so kurzer Zeit gelingen kann. Am Samstag wurden sie eines Bessern belehrt. "Ich bin total geflasht", sagt eine Mutter, als sie aus dem Saal des Corneliusforums kommt. "Mir stehen die Tränen in den Augen, die haben das so toll gemacht", sagt eine andere.

Tatsächlich ist es Herbert Hasters und Susa Beschoner vom Kölner Spielecircus gelungen, die Buchvorlage von Astrid Lindgren so einzukürzen, dass alle wichtigen Szenen in 60 Minuten untergebracht sind. Außerdem haben die beiden die Dialoge der Kinder auf ein Minimum reduziert und die Hauptrollen mehrfach besetzt, so dass jede "Ronja" und jeder "Birk" nur ein paar Passagen zu spielen hatte. Nebenbei war es durch diesen Kniff möglich, alle Kinder auf die Bühne zu holen. "Jedes Kind soll den Moment erleben, in dem es klick macht und man in der Rolle aufgeht", nennt Hasters das Ziel des Projekts.

Seit 33 Jahren gibt es den Kölner Spielecircus, seit zehn Jahren setzen die Mitarbeiter neben Zirkusprojekten auch Theaterprojekte mit Kindern um. Entsprechend gut sind sie mit Requisiten und Kostümen ausgestattet. Und ganz alleine mussten die beiden Kölner das Projekt in St. Tönis nicht stemmen. Alle zwölf Lehrerinnen aus dem Kollegium, die Mitarbeiterinnen der Offenen Ganztagsbetreuung sowie zehn Mütter und eine Tante haben die Profis bei der Arbeit unterstützt. Schulleiterin Sabrina Broll ist voll des Lobes für alle Beteiligten. "Der Spielcircus ist sehr gut organisiert, die Eltern haben uns toll unterstützt und die Kinder sind über sich hinausgewachsen", sagt die 37-Jährige, die erstaunt registriert hat, dass einige Schüler, die sonst eher schüchtern und unsicher seien, Führungsrollen übernommen haben. "Und es ist toll, dass wir im Corneliusforum einen professionellen Rahmen für die Aufführungen haben", sagt Broll und dankt Stadt und Schulleitern im Schulzentrum für die Möglichkeit, die große Bühne zu nutzen.

Über die tippeln am Samstag süße Rumpelwichte, originelle Graugnome, fast durchsichtige Nebelgeister, bedrohliche Wilddruden und natürlich jede Menge laute, wilde Räuber. Insgesamt sehen 650 Zuschauer die beiden Aufführungen, bei der jeweils 100 Kinder auf der Bühne stehen. Dabei ist es dem Spielecircus gelungen, einfachste Mittel effektvoll umzusetzen. Ein paar weiße Tücher in bläuliches Licht getaucht, werden von Kindern in weißen Gewändern bewegt und schon ist der Nebel da. In einem bezaubernden Schattenspiel sieht man zwei Kinder, die den Sommer im Mattiswald spielend verbringen.

Natürlich sind auch die Schülerinnen und Schüler mit ihren Gesten und der Mimik großartig. "Wenn die Kinder verstanden haben, worum es geht, machen sie automatisch alles richtig", sagt Herbert Hasters und hat damit genau das ausgedrückt, was Astrid Lindgren wichtig war: Sie plädierte stets dafür, dass Erwachsene Vertrauen in die Fähigkeiten der Kinder haben sollen, um so das Selbstvertrauen der Kinder zu stärken. Mit dem Theaterprojekt ist das der Katholischen Grundschule aufs Wunderbarste gelungen.

Quelle: RP
 
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