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Tönisvorst
Sie brennen für das Ehrenamt

Tönisvorst: Sie brennen für das Ehrenamt
Lukas Volland (vorn, von links), Jakub Cierniak, Anne Hübbers, Stefan Heitmeier und Martin Pfannholzer sowie Heinz-Gerd Wolters (hinten), Rolf Peschken, Stafan Kottal, Norbert Caelers und Tony van Cleef freuen sich über den Erfolg der Kampagne. FOTO: Wolfgang Kaiser
Tönisvorst. Die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Tönisvorst hat drei neue Feuerwehrfrauen und acht neue Feuerwehrmänner. Das Besondere: Keiner der Neuzugänge kommt aus der Jugendfeuerwehr. Stadtbrandinspektor Rolf Peschken freut sich. Von Stephanie Wickerath

Damit haben die Verantwortlichen der Löschzüge Vorst und St. Tönis, Toni van Cleef und Heinz-Gerd Wolters, nicht gerechnet: Gleich elf Neuzugänge können ihre Löschzüge vermelden. "In Vorst haben wir mit Ann-Kathrin Golsteyn und Heike Weenen zwei neue Feuerwehrfrauen und mit Stefan Heitmeier und Martin Pfannholzer zwei neue Feuerwehrmänner", sagt Löschzugführer Toni van Cleef.

In St. Tönis sind es sogar sieben Neuzugänge, die Löschzugführer Heinz-Gerd Wolters vorstellen kann: Anne Hübbers, 24 Jahre, Jakub Cierniak, 22 Jahre, Lukas Volland, 23 Jahre, Helmut Wolf 51 Jahre, Nico Frass, 26 Jahre, und sein Bruder Moritz sowie Alexander Nichts, 43 Jahre. Sie alle kommen aus ganz unterschiedlichen Berufen und bringen ganz unterschiedliche Fähigkeiten und Erfahrungen mit. Ihnen allen gemeinsam ist aber der Wunsch, sich für andere einzusetzen und anderen Menschen zu helfen.

"Ich wohne direkt gegenüber von der Feuerwache", erzählt Stefan Heitmeier, "irgendwann ist mir das Plakat aufgefallen, das für das Mitmachen wirbt, und ich habe mich gefragt, warum ich das eigentlich nicht mache." Also entschloss sich der 34-jährige Prüfingenieur, sich zu bewerben. Zwei Monate ist das jetzt her. Seitdem hat Heitmeier schon ein paar Einsätze mitgemacht und ist beeindruckt von den Fähigkeiten der Feuerwehrleute. "Es ist irre, wie schnell alles geht und wie gut die Einsätze organisiert sind", sagt der Vorster.

Auch Martin Pfannholzer ist mit Begeisterung dabei. "Anderen zu helfen, ist eine sinnvolle Aufgabe", sagt der 33-Jährige, der früher Pfadfinderleiter war. Auch Lukas Volland war früher bei den Pfadfindern. Jetzt studiert er Wirtschaftsinformatik und vermisst die Kameradschaft und das Ehrenamt. Anne Hübbers hingegen ist über ihren Partner zur Feuerwehr gekommen. "Als ich gehört habe, dass weitere Leute gesucht werden, war für mich direkt klar, dass ich das auch machen will", sagt die St. Töniserin. Jakub Cierniak hingegen hat sich einen Kindheitstraum erfüllt. "Ich wollte schon immer Feuerwehrmann werden", sagt der 22-Jährige.

Für Stadtbrandinspektor Rolf Peschken sind die vielen Neuzugänge eine echte Überraschung. "Erstens ist es ungewöhnlich, dass sich so viele melden und zweitens kommen unsere Neuzugänge sonst zu mehr als 50 Prozent aus der Jugendfeuerwehr", erzählt der Leiter. Bis die neuen Feuerwehrleute voll einsetzbar sind, wird es noch eine Weile dauern, denn nach der ärztlichen Untersuchung kommen jetzt zwei Lehrgänge mit je 80 Ausbildungsstunden, denn außer Ann-Kathrin Golsteyn, die bereits bei einer Betriebsfeuerwehr tätig war, hat bisher niemand in der Runde Erfahrung gemacht mit retten, löschen und bergen.

"In den beiden Lehrgängen lernen die Feuerwehrfrauen und -männer Rechtsgrundlagen kennen, die Kenntnisse der Ersten Hilfe werden aufgefrischt, und das Verhalten bei Gefahr wird geübt", erzählt Heinz-Gerd Wolters. Auch Fahrzeug- und Gerätekunde gehören zur Ausbildung. Der zweite Lehrgang beschäftigt sich dann ausschließlich mit der Technik.

Die "Neuen" dürfen aber auch schon vorher mit zu Einsätzen. "Der Gruppenführer entscheidet, wer mitfährt", sagt Rolf Peschken. Im ersten Wagen säßen ausschließlich ausgebildete Kräfte, je nach Art des Einsatzes führen Neuzugänge dann im zweiten Wagen mit. Im Löschzug St. Tönis sind derzeit 62 Aktive, in Vorst sind es 42 Ehrenamtler.

Quelle: RP
 
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