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Tönisvorst
Sonnentage: Prächtige Aprikosenernte

Tönisvorst: Sonnentage: Prächtige Aprikosenernte
Auf dem St.Töniser Obsthof ist die Aprikosenernte in vollem Gange. Rudolf Steves und sein Sohn Markus Steves prüfen den Reifegrad der Früchte. Sie freuen sich über die überaus gute Ernte in diesem Sommer. FOTO: WOLFGANG KAISER
Tönisvorst. Die Aprikosenernte ist auf dem St. Töniser Obsthof von Rudolf Steves angelaufen. Sie verspricht sehr gut zu werden. Die Bäume hängen voll mit den aromatischen Früchten. Von Bianca Treffer

In den Obstplantagen des St. Töniser Obsthofes ist nur das leise Klackern der Leitern zu hören, wenn diese von den Pflückern umgestellt werden. Blitzschnell sind die Pflücker auf den Stufen und lassen den Blick über die gelb-rötlich glänzenden Aprikosen gleiten, bevor die reifen Früchte einzeln, Stück für Stück, vorsichtig abgepflückt und in den Korb gelegt werden. "Die Pflücker brauchen schon ein gutes Gefühl, um die entsprechend reifen Früchte zu ernten.

Bei den Äpfeln ist es einfacher. Wenn sie rote Backen haben, sind sie gut. Bei den Aprikosen ist gelb noch nicht gleich gelb", sagt Rudolf Steves. Der Grad reif-überreif ist ebenfalls sehr schmal. Die Ernte muss so zeitlich genau terminiert werden, wobei die Bäume nicht auf einmal abgeerntet werden, sondern in der Regel drei Mal durchgepflückt werden. Entsprechend aufwendig gestaltet sich die Erntearbeiten. Die Aprikosenbäume in den Obstplantagen der Familie Steves hängen dabei in diesem Jahr voller Früchte.

So große und so viele Früchte, wie es sie aktuell gibt, haben Rudolf Steves und sein Sohn Markus in all den Jahren des Aprikosenanbaus noch nicht erlebt, und der läuft immerhin schon seit dem Jahr 2005. Laut Schätzung der beiden trägt jeder Baum rund 50 bis 70 Kilogramm Frucht. Der Senior prognostiziert vorsichtig eine Ernte von 30 bis 40 Tonnen Aprikosen seiner vier Hektar großen Anbaufläche. Das aktuelle warme Wetter hat den Früchten dabei den entscheidenden Schub gegeben.

"Eigentlich lagen wir generell 14 Tage zurück. Aber mit den warmen Tagen haben wir dies aufgeholt und ernten seit der vorigen Woche Aprikosen", berichtet Rudolf Steves. Die starke Sonneneinstrahlung hat allerdings für absolut unterschiedliche Reifegrade gesorgt. Im Kopf der Bäume sind die Aprikosen reif, während sie weiter unten noch rund eine Woche hängenbleiben müssen, um die optimale Reife zu erreichen. "Wir haben den Schnitt der Bäume im vergangenen Jahr etwas umgestellt und längere Ruten gelassen", erklärt Markus Steves.

Auf diesem Weg versuchen die Fachleute Frostschäden zu minimieren. Denn Blüten, die höher sitzen, sind frostgeschützter. Das zahlt sich in diesem Jahr aus. Wobei Ende April eine Ausdünnung der Fruchtkörper vorgenommen wurde. Die zu diesem Zeitpunkt haselnussgroßen Früchte wurden per Hand abgepflückt. "Je eine Handbreit lässt man eine Aprikose sitzen, damit diese auch gut wachsen kann", informiert Rudolf Steves. Da Aprikosen tief wurzeln, brauchen sie auch bei den derzeitigen warmen Temperaturen keine Beregnung.

Würde man sie beregnen, dann würden sich die Aprikosen wie auch die Kirschen voll saugen und platzen. "Die Oberflächenspannung hält das nicht aus", erläutert Markus Steves. Was den Früchten jetzt auch überhaupt nicht bekommen würde, ist ein Starkregen. Dieser zöge ein Platzen der Früchte nach sich. Aufgrund der zehn verschiedenen französischen Sorten, die die Familie anbaut, zieht sich die Erntezeit noch über die nächsten acht Wochen hin. Wenn die Ernte abgeschlossen ist, folgt direkt der Schnitt der Bäume, denn Steinobst sollte immer mit Laub geschnitten werden.

Die frisch geernteten Aprikosen kommen übrigens beim St. Töniser Obsthof an der Düsseldorfer Straße 4 sofort ins Kühlhaus, wo sie Temperaturen von vier Grad empfangen. Bei Außentemperaturen von 35 Grad reifen die Früchte sehr schnell und müssen entsprechend schnell gepflückt und der Kühlung zugeführt werden. Verkauft werden die leckeren Früchtchen unter anderem in den hauseigenen Hofläden, wo der Kunde sich die Aprikosen entsprechend seines persönlichen Reifegeschmacks aussuchen kann.

Quelle: RP
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