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Tönisvorst
SPD unterliegt mit Kulturrabatt

Tönisvorst. Die Einführung eines Kulturrabatts und einer Generationenkarte beantragte die SPD-Fraktion im Fachausschuss. Der Stadtkulturbund zeigte sich wenig begeistert von der Idee. Von Stephanie Wickerath

Für Schüler und Studenten, für Auszubildende, für Menschen, die ein freiwilliges soziales Jahr absolvieren und für Schwerbehinderte soll er gelten, der Kulturrabatt, den die SPD-Fraktion im Schul- und Kulturausschuss zur Abstimmung stellte. Wer zu dieser Personengruppe gehört, soll für die Karten zu den Aufführungen des Stadtkulturbundes nur die Hälfte bezahlen. Ausgeglichen werden sollen die Mindereinnahmen des Vereins aus dem allgemeinen Haushalt der Stadt.

Auch eine Generationenkarte stellten die Sozialdemokraten zur Diskussion. "Wenn ein Enkel eine Karte kauft, soll es über die Generationenkarte eine Freikarte für ein Großelternteil geben. So sollen neue Interessenten an die Kultur herangeführt werden", heißt es in der Begründung zum Antrag. Dominique Huth, der als Vertreter des Stadtkulturbundes im Ausschuss saß, gab zu, dass diese Rabatte verlockend klängen, aber doch viele Fragen aufwürfen. "Wir sind ein eingetragener Verein, der unabhängig von der Stadt ist", betonte das Vorstandsmitglied, "die Politik sollte nicht in unsere Preisgestaltung eingreifen." Außerdem gebe es bereits das Sozialticket, das Schülern, Studenten und Menschen mit geringem Einkommen oder kleiner Rente ermöglicht, vergünstigte Karten zu erwerben. Den Kreis um Menschen mit einer Schwerbehinderung zu erweitern, sei schwierig, weil genau festgelegt werden müsse, ab welchem Grad jemand als schwerbehindert gelte. Bei der Generationenkarte sei es fast nicht möglich, zu kontrollieren, welche Großeltern zu welchem Enkel gehören.

"Wir arbeiten alle ehrenamtlich, die Einführung dieser Rabatte sprengt unsere Kapazitäten", sagte Huth. Außerdem sei der Verein an die Gagen der Künstler gebunden und bestimmt die Eintrittspreise nicht selber. "Das heißt, die Stadt müsste uns einen unbekannten Betrag zur Verfügung stellen, damit wir das Defizit ausgleichen können, das durch die ermäßigten Karten entstehen würde."

Bisher hat die Stadt das Defizit, das dem Verein durch das Sozialticket entstand, beglichen. 2000 Euro sind dafür im städtischen Haushalt vorgesehen. "Wir haben den Eindruck, dass die 2000 Euro nicht ausgeschöpft worden sind und wollen daher den Personenkreis erweitern", erklärte Christa Voßdahls den Hintergrund des Antrags. Die Ausschussvorsitzende Angelika Hamacher wies darauf hin, dass der Verein das Geld bisher nicht pauschal bekommen habe, sondern immer korrekt mit der Stadt abgerechnet worden sei. Bei der Abstimmung sprach sich die Mehrheit aus CDU, UWT und FDP gegen die Einführung eines Kulturrabattes und gegen eine Generationenkarte aus.

Quelle: RP
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