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Tönisvorst
Täter wüteten in der Schule

Tönisvorst: Täter wüteten in der Schule
Bilder der Verwüstung: Zwei junge Männer haben in der Nacht von Samstag auf Sonntag im Schulzentrum am Corneliusfeld gewütet. Sie wurden gefasst und vernommen. Sie werden für die Kosten aufkommen müssen. FOTO: SCHULE
Tönisvorst. In der Nacht von Samstag auf Sonntag haben zwei Jugendliche eine Spur der Verwüstung im Michael-Ende-Gymnasium hinterlassen. Gestern fiel der Unterricht aus, für heute und morgen gibt es einen Notfallstundenplan. Von Stephanie Wickerath

Auch Tage nach der Tat steht Paul Birnbrich, Schulleiter des Michael-Ende-Gymnasiums Tönisvorst, der Schreck noch ins Gesicht geschrieben. Obwohl der Schulleiter, der Hausmeister und einige Lehrer am Sonntag 13 Stunden lang und auch am Montag aufgeräumt, gesaugt und geputzt haben, sieht es noch schlimm aus in den Verwaltungsräumen und einigen Klassenräumen des Gymnasiums an der Corneliusstraße in St. Tönis.

Sämtliche Bürotüren und einige Klassenraumtüren haben die beiden Täter, die die Feuerwehr am Sonntag stellen und bis zum Eintreffen der Polizei festhalten konnte, eingetreten und aufgebrochen. Der 17- und der 20-Jährige, einer von beiden ist ein ehemaliger Schüler des Gymnasiums, haben Drucker und Kopierer im Wert von mehreren tausend Euro zerstört, elektronische Tafeln, sogenannte Whiteboards, von der Wand gerissen, Schubladen durchwühlt, Schränke ausgeleert, Akten und Unterlagen auf dem Flur verstreut, Klassenbücher zerrissen, einen Glasschrank zerschlagen, Kondensmilch an die Decke gespritzt, Bilder von der Wand gerissen, im Kaninchengehege gewütet und schließlich die Feuerlöscher geleert.

FOTO: MEG

Der Alarm, der dadurch am Sonntag um 5.54 Uhr ausgelöst wurde, rief die Freiwillige Feuerwehr auf den Plan, die mit 21 Mitgliedern am Sonntagmorgen um kurz vor 6 Uhr am Tatort eintraf. Während die Wehrleute einen Täter in der Schule stellen konnten, verfolgten sie den zweiten bis ins Wohngebiet Am Westend, wo sie ihn ebenfalls schnappten. Zwei Wehrmänner wurden dabei leicht verletzt. Von der Polizei und dem Leiter des Ordnungsamts Wolfgang Schouten gab es für diesen beherzten Einsatz viel Lob. Auch eine Geldbörse mit 70 Euro vom "Gesunden Frühstück" fanden die Feuerwehrleute.

Die Polizei spricht dennoch nicht von einem klassischen Einbruch, denn um große Beute sei es den beiden jungen Männern nicht gegangen. "Vielmehr wollten sie verwüsten und zerstören", sagt Wolfgang Görtz von der Pressestelle der Polizei. Weitere Motive sind der Polizei nicht bekannt. Ob Drogen im Spiel waren, steht noch nicht fest. "Das Ergebnis der Blutabnahme steht noch aus", sagt Görtz. Auch sei das Verhör noch nicht ausgewertet. Die Täter sind nach der Vernehmung am Sonntag wieder auf freiem Fuß. Über das Strafmaß muss ein Gericht entscheiden. Auf mutwillige Zerstörung und schweren Vandalismus stehen bis zu zwei Jahren Freiheitsstrafe. Außerdem werden die Täter die Kosten tragen müssen.

FOTO: MEG

Vermutlich sind die beiden St. Töniser durch ein Fenster im Erdgeschoss irgendwann in der Nacht von Samstag auf Sonntag in das Schulgebäude gelangt. Dort dürften sie eine ganze Weile gewütet haben, bis sie den Feueralarm auslösten. Wer den Schaden gesehen hat, kann kaum glauben, dass so viel Gewalt und Brutalität von nur zwei Personen ausgegangen ist. Der Polizei liegen aber keine Erkenntnisse über weitere Täter vor.

Unterricht war gestern am Dienstag noch nicht wieder möglich, weil die Brandschutzanlage defekt und Löschpulver in den Klassenräumen war. Heute finden die Abiturklausuren im Fach Mathematik statt, die Jahrgangsstufen 5 und 6 sowie die Oberstufen haben Unterricht, die Mittelstufe hat heute noch frei. Für morgen gibt es einen Notfallstundenplan. Ab Freitag können alle Räume vermutlich wieder genutzt werden.

Die Höhe des Schadens beziffert Wolfgang Schouten auf 60.000 bis 80.000 Euro. Ein großes Dankeschön der Stadt geht an Schulleiter, Hausmeister und die Lehrer, die die Aufräumarbeiten übernommen haben. Die Stadt als Schulträger will jetzt über schärfere Sicherheitsvorkehrungen nachdenken, um die Wiederholung einer solchen Tat zu verhindern.

Quelle: RP
 
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