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Tönisvorst
Tönisvorst ist kein preiswertes Pflaster

Tönisvorst: Tönisvorst ist kein preiswertes Pflaster
Die AWG-Spitze (v.l.): Hans Jürgen van den Boom, Michaela Karth, Dr. Dirk Haverkamp und Walter Schöner vor der Geschäftsstelle an der Hochstraße 63. FOTO: Hüskes, Achim (achu)
Tönisvorst. Michaela Karth ist neues geschäftsführendes Vorstandsmitglied. Die Allgemeine Wohnungsgenossenschaft strebt in den nächsten Jahren einen Bestand von 500 Wohnungen an. Im Komplex Corneliusplatz 56-60 entstehen 22 Wohnungen. Von Heribert Brinkmann

Die Allgemeine Wohnungsgenossenschaft Tönisvorst, besser bekannt unter ihrem Kürzel AWG, hat sich viel vorgenommen. Sie investiert zwei Millionen Euro in 22 Wohnungen, die im stadtnahen Komplex Corneliusplatz 56, 58, 60 entstehen. Das Haus, 1969 vorwiegend für Obdachlose errichtet, ist teilweise verwohnt, weil die Stadt seit Jahren nichts an der Immobilie getan habe. 2011 wurden die Häuser verkauft, einziger Interessent war die AWG, die zum Gutachterpreis zuschlug - und jetzt 22 moderne Wohnungen dort einbaut. Ende des Jahres beginnen die Umbauten und Renovierungen. So werden etwa eine neue Zentralheizung und auch Aufzüge eingebaut, das Dachgeschoss erhält mehr Fläche. Dafür eine Baugenehmigung zu erhalten, war nicht leicht, berichtet Vorstand Walter Schöler. Alle Wohnungen werden selbstverständlich barrierefrei gebaut.

Rund zwei Millionen Euro investiert die AWG in den Ausbau und die Modernisierung von 22 Wohnungen im Gebäudekomplex Corneliusplatz 56-60. Die Single- und Drei-Zimmer-Wohnungen sollen Ende 2016 bezugsfertig sein. FOTO: ACHIM HÜSKES

Der dreiköpfige Vorstand ist jetzt wieder komplett. Neben die beiden ehrenamtlichen Vorstände Schöler und Hans-Jürgen van den Boom ist jetzt Michaele Karth als geschäftsführender Vorstand dazugekommen. Die 39-jährige Kauffrau für Wohnungswirtschaft ist schon zweieinhalb Jahre im Unternehmen tätig. Die gebürtige Berlinerin, seit 1999 im Rheinland, ist in der über 100-jährigen Geschichte der Wohnungsgenossenschaft die erste Frau im Vorstand und mit vollem Herzen Genossenschaftlerin. Bereits ihre Ausbildung machte sie bei einer Wohnungsgenossenschaft. Aufsichtsratsvorsitzender Dr. Dirk Haverkamp und das Vorstands-Trio haben sich für die Zukunft viel vorgenommen: Die AWG will in den nächsten Jahren einen Bestand von 500 Wohnungen erreichen (aktuell 425). Trotzdem riskiert die Genossenschaft keine finanziellen Abenteuer, sondern investiert weiter in den Bestand und operiert am Markt eher vorsichtig. Für den Kirchplatz habe man erst gar nicht mitgeboten. Die klammen Kommunen wollen für ihre Grundstücke das Meistmögliche herausholen, und auch der private Wohnungsbau mischt vor Ort munter mit, setzt aber vor allem auf Eigentumswohnungen.

Ziel der Genossenschaft ist es, ihren Mitgliedern günstigen Wohnraum zur Verfügung zu stellen. Der Mietspiegel für Tönisvorst liege aktuell bei über 9 Euro pro Quadratmeter und bewege sich in Richtung 10 Euro. Tönisvorst, so Schöler weiter, sei kein preiswertes Pflaster, weil es im Speckgürtel der Großstädte Düsseldorf, Krefeld und Mönchengladbach liege. Die Durchschnittsmiete der AWG-Bestandswohnungen liege dagegen unter 5 Euro (4,61 Euro). Die Miete in den neu entstehenden Wohnungen am Corneliusplatz werden je qm bei 7-8 Euro liegen. Die AWG ist mit Ausnahme weniger Objekte in Vorst vorwiegend in St. Tönis tätig. In Vorst war mehr die GWG Kreis Viersen mit 149 Wohnungen engagiert. In ihrer Geschichte hat sie nach 1945 Wohnraum für viele Flüchtlinge bereitgestellt. Später kamen die Russlanddeutschen und die Flüchtlinge vom Balkan dazu. Auch jetzt würden wieder Flüchtlinge zu neuen Mietern. Die AWG arbeite gut mit der Stadt zusammen. Aber die AWG sei nicht dazu da, die Behörden zu ersetzen.

Quelle: RP
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