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Tönisvorst
Tönisvorster Hilfe erhält Hilfe

Tönisvorst: Tönisvorster Hilfe erhält Hilfe
Erntedank für die Tönisvorster Hilfe: Im Marienheim übergaben rund 100 Kinder der katholischen Grundschule und der beiden katholischen Kindergärten Gemüse und eine Geldspende an den Hilfsverein. FOTO: WOLFGANG KAISER
Tönisvorst. Familien von Grundschülern und Kindergartenkindern spenden dem Verein Lebensmittel und Geld. Von Stephanie Wickerath

Rund 100 Kinder zogen gestern Vormittag von der katholischen Pfarrkirche St. Cornelius zum Marienheim an der Friedensstraße. In den Händen hielten sie Körbe voller Tomaten und Äpfel, verschiedene Kohlsorten, Salat und Kürbisse, Sellerie und Lauch. Im großen Saal des Marienheims nahmen Jürgen Beyer und Reinhard Bismanns von der Tönisvorster Hilfe die frischen Lebensmittel entgegen. Außerdem hatten die Kinder einen symbolischen Scheck in Höhe von 400 Euro dabei. Das Geld hatten die Eltern gespendet.

"Wir sind euch sehr dankbar für die Spenden", wandte Jürgen Beyer sich an die Kinder, die von der katholischen Grundschule an der Schulstraße und aus den beiden katholischen Kindergärten St. Tönis kamen. "In unserer Stadt gibt es 800 Menschen, darunter 180 Kinder, die so arm sind, dass sie sich nicht jeden Tag etwas zu essen kaufen können. Einige davon werden morgen zu unserer Lebensmittelausgabe kommen und sich bestimmt sehr über die Gaben freuen."

Der Förderverein der katholischen Grundschule St. Tönis hatte die Obst- und Gemüsesorten gekauft. Teilweise waren die Lebensmittel auch von verschiedenen Höfen gespendet worden. In der Kirche hatten sie am Morgen als Dekoration für den Erntedank-Gottesdienst der Schule und der Kindergärten gedient. "In den Vorjahren haben wir den Kindern die Lebensmittel mit nach Hause gegeben", erzählte Lehrerin Claudia Heitmann. Angesichts der steigenden Zahl bedürftiger Menschen in der Stadt sei es aber sinnvoller erschienen, Obst und Gemüse zu spenden.

Tatsächlich stößt die Tönisvorster Hilfe mittlerweile an ihre Grenzen, wie Jürgen Beyer weiß. "181 Menschen waren vor zwei Wochen bei der Ausgabe. Das ist Rekord. Und wir haben weitere Anmeldungen", erzählt der Mitgründer. Der Verein wisse nicht mehr, wie er all die Menschen versorgen soll. "Im November haben wir wieder eine Tüten-Aktion im Rewe-Markt, aber bis dahin wird es knapp." Ein weiteres Problem seien die verschiedenen Lagerräume, die die Hilfe nutzt. Ein Container im Gewerbegebiet Tempelhof, eine Garage am katholischen Pfarrhaus und eine Tiefkühltruhe im Marienheim seien die drei Standorte, an denen die Ehrenamtler der Hilfe die gespendeten Lebensmittel lagern. "Wir haben noch weitere Kühltruhen, aber keinen Platz, um sie aufzustellen", sagte Beyer.

Im September 2011 haben Privatleute die Tönisvorster Hilfe gegründet. Schnell fanden sich 40 Mitstreiter, die gespendete Lebensmittel bei den ortsansässigen Bäckern, auf Bauernhöfen und in Supermärkten einsammeln und an die Menschen, die jeden zweiten Mittwoch im Monat zur Ausgabe kommen, verteilen. Waren es zunächst um die 150 Tönisvorster, die die Hilfe in Anspruch nahmen, sind es jetzt 800.

Quelle: RP
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