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Tönisvorst
Tönisvorster Realschüler kennen sich mit Benimmregeln aus

Tönisvorst: Tönisvorster Realschüler kennen sich mit Benimmregeln aus
Auch der gedeckte Tisch war ein Thema im Knigge-Workshop. In Gruppen erarbeiteten die Realschüler Rollenspiele, in denen sie vorführten, was geht und was nicht geht. FOTO: NORBERT PRÜMEN
Tönisvorst. "Mit Knigge an den Start gehen" heißt ein Workshop, an dem die drei Abschlussklassen der Tönisvorster Realschule Leonardo da Vinci teilgenommen haben. Von Stephanie Wickerath

Dass "Ey Digger" nicht geeignet ist, um die Chefin oder den Lehrer zu begrüßen, wussten die 25 Jugendlichen der Klasse 10a schon vorher. Wer in einer Dreierkonstellation aber wem zuerst die Hand zur Begrüßung reicht und wer wen vorstellt, das gehörte zu den kniffligeren Aufgaben, die die Schülerinnen und Schüler der Tönisvorster Realschule Leonardo da Vinci bei ihrem vierstündigen Knigge-Workshop zu bewältigen hatten.

"Mit Knigge an den Start gehen" heißt der Workshop, den die Benimmtrainerin Marlott Rotthoff-Wiegel auf Initiative der Realschulrektorin Monika Ricken in allen drei Abschlussklassen der Tönisvorster Schule anbietet. In verschiedene Gruppen eingeteilt, beschäftigen sich die 15- bis 18-Jährigen mit den Fragen, was einen respektvollen Umgang miteinander ausmacht, welche Tischsitten es einzuhalten gilt, welche Kleidung zu welchem Anlass angemessen ist und was Sprache, Mimik und Gestik über einen Menschen verraten.

Vieles allerdings wissen die Jugendlichen bereits. "Die Schüler sind gut vorbereitet, die Klasse ist teamfähig und konzentriert bei der Sache. Außerdem haben ihre Eltern ihnen bereits viel mit auf den Weg gegeben", lobt die Benimmtrainerin die Tönisvorster Jugendlichen und fügt hinzu: "Ich erlebe das in anderen Städten auch ganz anders." Auch für die Schule hat die Workshop-Leiterin lobende Worte. "Die Schule achtet offensichtlich auf den sozialen Umgang und hat gute Arbeit geleistet."

Klassenlehrerin Christiane Küsters kann sich ebenfalls nicht über ihre Schülerinnen und Schüler beklagen. "Mir gegenüber hat sich noch niemand im Ton vergriffen", sagt die Lehrerin, stellt aber zugleich fest, dass die Sprache untereinander oft rau bis beleidigend sei. Auf die Frage, warum das so ist, sagen die Schüler, Sprache diene auch dazu, sich abzugrenzen, beziehungsweise zu signalisieren, dass man zu einer Gruppe gehöre. "Aber natürlich ist auch klar, dass man mit Kindern oder Erwachsenen anders spricht", sagen Katharina Hartwig und Barbara Hüskes, die sich in ihrer Gruppe mit dem Thema beschäftigt haben und ebenso wie die anderen Gruppen in kleinen Rollenspielen zeigen, wie es geht und wie es nicht geht.

Für die meisten Schüler der 10a stellt der Benimmkursus eine Auffrischung des Wissens dar, das sie schon vorher hatten. "Wenn die Eltern gute Erziehungsarbeit geleistet haben, weiß man eigentlich, wie man sich zu benehmen hat", sagt ein Schüler. Dennoch, da ist Marlott Rotthoff-Wiegel sicher, schade es nicht, das Wissen zu vertiefen und ein paar Tipps mitzunehmen. "Für die Jugendlichen beginnt bald ein neuer Abschnitt, bei dem es auch darum geht, einen guten ersten Eindruck zu machen", sagt die Trainerin.

Für die Schüler, die nach der Realschule in den Beruf gehen, bietet Marlott Rotthoff-Wiegel noch einen weiteren Workshop an. Dabei geht es gezielt um Kommunikationsformen im Betrieb, Kleiderordnung, Umgang mit Vorgesetzten, Teamwork, Zeitmanagement und das richtige Verhalten bei Kritik und Konflikten.

Quelle: RP
 
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