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Tönisvorst
Tönisvorsterin holt Liebe ins Standesamt

Tönisvorst: Tönisvorsterin holt Liebe ins Standesamt
Mit ihren Aquarellen, links "die Liebe" in leuchtendem Pink, schmückt Beate Ziemes bis Ende Juni das Trauzimmer im Alten Rathaus. FOTO: WOLFGANG KAISER
Tönisvorst. Beate Ziemes zeigt bunte Aquarelle von Reisen und Liebe, die das Trauzimmer zum Strahlen bringen. Von Daniela Buschkamp

Wer jetzt im Trauzimmer von St. Tönis die Eheringe tauscht, hat die Liebe direkt vor Augen. Sie hängt vor dem Brautpaar, gemalt hat das gleichnamige Aquarell die Tönisvorsterin Beate Ziemes (60). Ihre farbenfrohen abstrakten und gegenständlichen Bilder bringen noch bis Ende Juni Leben und Liebe in die das Alte Rathaus an der Hochstraße 20a.

"Blau, Rot und Grün begegnen sich" hat Ziemes ihre aktuelle Präsentation mit rund 15 Arbeiten überschrieben. Eine verregnete Straße in Havanna, ein Balkon eines Altbaus in Düsseldorf, verfremdete Flaschen und natürlich die Liebe in leuchtendem Pink - das sind nur einige der in strahlenden Farben gehaltenen Motive. Anregungen findet Ziemes auf Reisen, beim Betrachten von Fotos oder in der eigenen Fantasie. "Erdfarben sind nicht so mein Ding. Zurzeit liebe ich die Rot-, Blau- und Grüntöne", sagt die gebürtige Krefelderin, die zur Ausstellungseröffnung eine Jacke in leuchtender Koralle trägt. Landschaften abstrahiert sie gern: Mal erstrahlt ein Himmel grün, mal verläuft ein Fluss in Rot durch das Bild.

Manfred Küsters, seit 32 Jahren Standesbeamter in Tönisvorst, freut sich über diese sechste Auflage der Reihe "Kunst im Trauzimmer". Vor drei Jahren hatte der Beamte, der selbst künstlerisch kreativ ist, die Idee, Kunst in das in tristen Braun- und Beige-Tönen gehaltenen Standesamt zu holen. Für jeweils sechs Monaten stellen Künstler an Wänden und Schränken ihre Arbeiten aus. Wolfgang Schouten, Fachbereichsleiter für das Standesamt, zeigte sich von Beate Ziemes' opulenter Farbenpracht begeistert: "Jedes Brautpaar erhält zudem ein Bild der jeweils aktuellen Ausstellung von ,Kunst im Trauzimmer' für Stammbuch".

Bereits seit ihrer Kindheit lebt Ziemes ihre Liebe zur Malerei, insbesondere zum Aquarell: "Ich habe bereits in der Schule gern gemalt und gezeichnet." Auch der spätere Beruf als technische Zeichnerin zeigt ihre Begeisterung für klare Linien und Formen. Vor 30 Jahren eroberte sich die Malerei eine größere Rolle in ihrem Leben zurück. Damals suchte Beate Ziemes nur einen Weg, um zu entspannen - und fand so viel mehr. Zunächst belegte sie Kurse bei Mauga Houba-Hausherr in der Volkshochschule (VHS), drei Jahre bis 2004 gehörte sie zum Kunstkreis Tönisvorst, seit 14 Jahren arbeitet sie mit dem Krefelder Künstler Udo Steneberg. Gruppenausstellungen folgen, in den Jahren 2010 und 2012 machte Ziemes auch bei der "Kunstmeile Tönisvorst" oder präsentierte ihre Werke bei der VHS Krefeld.

Als Ruheständlerin bleibt ihr doch sicher viel mehr Zeit für ihre Malerei? Beate Ziemes schüttelt lachend den Kopf: "Ach nein, man hat immer so viel zu tun." Geschafft hat sie aber bereits eines: die Liebe in das Trauzimmer von St. Tönis zu holen.

Info Die Ausstellung "Blau, Rot und Grün begegnen sich" ist bis Donnerstag, 30. Juni, im Trauraum im Erdgeschoss des Alten Rathauses, Hochstraße 20a, zu sehen. Besucher sind willkommen, Terminabsprache und weitere Informationen unter der Telefonnummer 02151-999207.

Quelle: RP
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