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Tönisvorst
Traditionsgeschäft schließt zu Silvester

Tönisvorst: Traditionsgeschäft schließt zu Silvester
Seit fast 40 Jahren gibt es das Lederwarengeschäft in St. Tönis. Ursula Osterath verkauft die Restbestände noch bis zum Silvestertag. Danach soll ein Mieter für die Geschäftsräume gesucht werden. FOTO: Wolfgang Kaiser
Tönisvorst. Am 31. Dezember schließt das Schuh- und Lederwarengeschäft Osterath an der Hochstraße. Die St. Töniser Innenstadt verliert damit ein traditionelles Geschäft, das für seine hochwertigen Waren bekannt war. Von Stephanie Wickerath

Noch vor ein paar Jahren hat Hans-Josef Osterath gesagt, er denke noch lange nicht ans Aufhören. Dazu mache ihm die Arbeit im Geschäft einfach viel zu viel Spaß. Nun ist es anders gekommen. Der 62-Jährige ist schwer erkrankt, er kann sein Schuh- und Lederwarengeschäft an der Hochstraße 49 nicht mehr führen. Im Oktober begannen Ursula Osterath und die drei Mitarbeiterinnen deshalb mit dem Ausverkauf. Die Preise purzelten, die Regale leerten sich.

"Wir haben immer noch einige Waren, aber zum Jahresende ist definitiv Schluss", sagt Ursula Osterath. Mit Rabatten von bis zu 60 Prozent zieht das Geschäft, das auf Ledertaschen, Portmonees, Gürtel, Tornister, Koffer und Damenschuhe spezialisiert war, immer noch Kundinnen an. "Wir haben sehr viele Stammkunden, die wirklich traurig waren, als sie hören, dass wir schließen müssen", sagt Ursula Osterath.

Fast 40 Jahre lang gab es das Geschäft an der Hochstraße. Zunächst mieteten die Eheleute ein 45 Quadratmeter kleines Ladenlokal an der Hochstraße 34, aber schon nach einem Jahr kauften sie das Haus Hochstraße 34. Da, wo vorher eine Metzgerei und eine Gaststätte auf 80 Quadratmetern waren, eröffnete ganz neu "Lederwaren und Schuhe Osterath".

Ein eigenes Geschäft war schon immer der Traum des gelernten Groß- und Außenhandelskaufmanns Hans-Josef Osterath. Mit dem Haus an der Hochstraße erfüllte sich dieser Traum. Schnell sprach sich herum, dass Osterath zwar nicht günstig sei, dafür aber hochwertige Qualität führte. Auch die fachlich kompetente Beratung schätzten die Kunden. Außerdem stießen die Osteraths in eine Marktlücke. Ein vergleichbares Geschäft gab es damals wie heute in St. Tönis nicht.

So wundert es nicht, dass das Ladenlokal auf Dauer zu klein wurde. Osterath baute an und eröffnete 1991 mit Erweiterungsbau neu. Rund 240 Quadratmeter Verkaufsfläche und ein Lager hatte das Geschäft jetzt aufzuweisen. Nun wird ein Nachmieter für das Ladenlokal gesucht. "Wir haben tatsächlich schon ein paar Interessenten", sagt Ursula Osterath. Bisher sei aber keine Zeit gewesen, sich darum zu kümmern. "Wir wollen erst das Geschäft abwickeln, bevor wir uns um Vermietung und Ähnliches kümmern."

Die 62-Jährige trennt sich, ebenso wie ihr Mann, nur sehr ungern von ihrem Unternehmen. "Wir hätten gern im April das Jubiläum gefeiert", sagt die Geschäftsfrau. Am 3. April wären es genau 40 Jahre gewesen, die Osterath in St. Tönis ansässig war. Da der Sohn als Konditormeister aber einen anderen Weg eingeschlagen hat, kommt er als Nachfolger nicht in Frage.

"Es wäre aber schön, wenn hier wieder ein Lederwaren- und Bekleidungsgeschäft eröffnen würde", sagt Ursula Osterath. Und das wünschen sich sicher auch einige St. Töniser Bürger.

Quelle: RP
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