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Tönisvorst
Trauung im alten Wasserschloss

Tönisvorst. Die Stadt Tönisvorst bietet jetzt Hochzeiten im Rittersaal von Schloss Neersdonk an. Bereits 20 Paare haben sich angemeldet. Man kann zusätzliche Serviceleistungen buchen. Von Eva Scheuss

Britta Hypen (32) und Nils Meindl (27) aus St. Tönis gehören zu den ersten, die sich im ehemaligen Rittersaal von Haus Neersdonk in Vorst das Ja-Wort geben werden. Wie ein Lauffeuer scheint es sich herumgesprochen zu haben, dass die Stadt Tönisvorst seit kurzem in dem romantisch gelegenen, barocken weißen Wasserschloss Trauungen anbietet. Bereits 20 Brautpaare haben sich angemeldet. 200 Euro an Zusatzkosten fallen hierfür neben den üblichen standesamtlichen Gebühren an. "Wir finden das Ambiente hier toll. Man kann auch ganz tolle Fotos machen", bestätigt die Braut.

Die beiden stehen freudig gespannt im Flurbereich des Schlosses, dessen rechter Flügel über mehrere Monate komplett renoviert und "traufertig" gestaltet wurde. Die Trauung wird gleich im so genannten Rittersaal mit der hohen Stuckdecke und dem alten Kamin stattfinden. Der Eckraum mit 20 Sitzplätzen erstrahlt in edlen grau-weißen Farbtönen. Er bietet Platz für bis zu 40 Personen. Antike Einrichtungsgegenstände und Ölgemälde aus Familienbesitz bilden die Einrichtung. Der Blick geht durch die weißen hohen Sprossenfenster hinaus in die niederrheinische Landschaft.

Wolfgang Schouten, Fachbereichsleiter bei der Stadt Tönisvorst und selbst Standesbeamter, freut sich über diesen "sensationell schönen Ort". Bislang kann in Tönisvorst an zwei Orten geheiratet werden: im Rathaus von St. Tönis und im alten Rathaus Vorst. Schon länger war die Stadt auf der Suche nach einem dritten, besonderen Ort, der dem Wunsch vieler Brautpaare nach einer speziellen "Location" für diesen wichtigen Tag im Leben entgegenkommt. Der aber nicht nur ein außergewöhnliches Ambiente, sondern auch ganz profane Voraussetzungen wie etwa genügend Parkraum aufweisen muss. Da wird das Angebot der Besitzerfamilie Recken an die Stadt gerade recht gekommen sein.

Drei Generationen bewohnen aktuell das Schloss, das Mittelpunkt eines landwirtschaftlichen Betriebes ist. Hausherr ist Hermann-Josef Recken (64) mit seiner Frau Gertrud (57). Die Großeltern von Hermann-Josef Recken hatten im Jahr 1943 das damals sehr heruntergekommene Schloss nebst 75 Hektar Land erworben. Familie Recken setzte im Laufe der Jahrzehnte das Baudenkmal instand. Heute befindet es sich heute samt Nebengebäuden und Umfeld in einem Top-Zustand.

Manfred Küsters ist seit 1984 Standesbeamter bei der Stadt Tönisvorst und begeistert von dem Ergebnis der Renovierungsarbeiten, erzählt aber auch, dass das "im ersten Moment so gar nicht vorstellbar" gewesen sei. Schließlich wurde der Raum, den die Familie als "Rittersaal" bezeichnet, bis dahin nur für private Zwecke genutzt. Familie Recken bietet den Brautleuten auf Wunsch weitere Serviceleistungen an. Dazu gehören ein Sektempfang, Catering, Fotografen, Blumendekoration und edle Mietfahrzeuge. Auch ein Kinderprogramm kann gebucht werden. Es unterhält Kinder zwischen vier und 12 Jahren während der Trauung, etwa zum Thema "Neersi, der süße Schlossgeist." Infos beim Standesamt Tönisvorst, Hochstraße 20a, Telefon: 02151/999-203, -207, -214, oder unter E-Mail: standesamt@toenisvorst.de

Quelle: RP
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