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Tönisvorst
Viele Fragen zum Umgang mit Mandantengeldern

Tönisvorst: Viele Fragen zum Umgang mit Mandantengeldern
Der Angeklagte Lothar Vauth ist weiterhin in Haft. FOTO: LAMMERTZ
Tönisvorst. Der Betrugs- und Untreue-Prozess gegen das Tönisvorster Ehepaar Jessica und Lothar Vauth vor der Großen Strafkammer des Krefelder Landgerichts wurde gestern mit nur einer Zeugin fortgesetzt, zwei andere waren verhindert oder nicht erreicht worden.

Vor Gericht erschienen war eine ehemalige Mandantin Vauths aus Tönisvorst. Dabei ging es um die Frage, ob Gelder, die der Mandantin zustanden, von der Sozietät verspätet oder nur gestückelt überwiesen wurden.

Nachdem der Vater der Zeugin 2007 verstorben war, ging es darum, einen Pflichtanteil gegenüber der Schwester als Alleinerbin geltend zu machen. Dazu kam die Zeugin nach Krefeld in die Sozietät und erteilte Rechtsanwalt Vauth den Auftrag, die nötigen Dinge zu veranlassen. Beim ersten Gespräch in der Kanzlei sei sie noch persönlich dabei gewesen, ansonsten habe sie ihrem Mann eine Vollmacht erteilt, die Dinge für sie zu regeln. Auf viele Nachfragen konnte die Zeugin deshalb nicht antworten. Als sie sich sogar nicht einmal an eine polizeiliche Vernehmung im Jahr 2009, deren Protokoll Teil der Prozessakten ist, erinnerte, waren dann doch alle Beteiligten erstaunt. Die Verteidiger regten an, den Ehemann der Zeugin selber als Zeugen vorzuladen.

Im Zuge der Zeugenbefragung wurde klar, dass sich alle Informationen auf Briefe und Informationen von Lothar Vauth und der Sozietät gründen. Nach Vauths Ausscheiden aus der Sozietät hatten die Mandanten mit Stephan Jellacic zu tun. Nach den dem Gericht vorliegenden Kontoauszügen der Kanzlei (Dresdner Bank) zahlte die Schwester der Mandantin am 22. Januar 2008 die Summe von 122.000 Euro, das Konto der Sozietät wies dabei ein Minus von 82.000 Euro auf. Am 17. Juli folgte eine weitere Zahlung von 40.000 Euro, das Konto war damit bei 40.077,75 Euro im Plus. Nach ihren eigenen Kontoauszügen hat die Zeugin Gelder erst verzögert überwiesen bekommen. Die erste Teilsumme von 60.000 Euro am 19. August 2008, weitere 60.000 Euro am 28. Oktober, über 33.000 Euro dann am 27. Januar 2009 und über 10.000 Euro am 7. Mai 2009. Ursprünglich sei eine Summe von 185.000 Euro ausgehandelt gewesen, in einem Vergleich aber auf 164.054,16 Euro reduziert worden. Von einem Vergleich war der Zeugin nichts bekannt. Mit Schreiben der Kanzlei soll Rechtsanwalt Lothar Vauth die Mandantin immer wieder vertröstet und in Kopie Schreiben an die Gegenseite mit Zahlungsaufforderungen beigelegt haben.

Weil sie nach ihrem Verständnis von einem Verlust von 22.000 Euro ausging, wurde sie hellhörig, als sie 2009 Presseberichte über Ermittlungen gegen Lothar Vauth las. Als es gestern um ein Schreiben aus der Kanzlei ging, das von Vauth unterschrieben worden sein sollte, war der Verteidiger dagegen, dass Vauth die Unterschrift prüfe. Der Prozess wird am Freitag fortgeführt.

Quelle: RP
 
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